Michael Saylor sieht in den Siegen des Republikaners Byron Donalds in Florida und des Demokraten James Talarico in Texas einen Beleg dafür, dass staatliche Bitcoin-Bestände Unterstützung in beiden Parteien finden. Beide hatten sich in ihrer politischen Arbeit für Bitcoin-Reserven eingesetzt, Donalds auf Bundesebene, Talarico in seinem Bundesstaat.
Michael Saylor: Florida und Texas wählen Bitcoin-Befürworter

Das Wichtigste auf einen Blick
- Byron Donalds, der künftige Gouverneur von Florida, hatte einen Gesetzentwurf eingebracht, um die Bitcoin-Reserve der USA gesetzlich festzuschreiben.
- Der Demokrat James Talarico stimmte als Abgeordneter in Texas für die Bitcoin-Reserve des Bundesstaats, bevor er nun einen Sitz im US-Senat gewann.
- Das texanische Repräsentantenhaus hatte das Gesetz im Mai 2025 mit 101 zu 42 Stimmen verabschiedet, im Juni 2025 trat es in Kraft.
Michael Saylor verweist auf Wahlsieger beider Parteien
Michael Saylor, Verwaltungsratschef von Strategy (Nasdaq: MSTR), schrieb am 4. November auf X, die Unterstützung für eine Bitcoin-Reserve reiche über Parteigrenzen hinweg. Anlass war der Sieg des republikanischen Kongressabgeordneten Byron Donalds bei der Gouverneurswahl in Florida, wo er den Demokraten David Jolly schlug, und der Sieg des Demokraten James Talarico bei der Wahl zum US-Senat in Texas. In seinem Beitrag schrieb Saylor:
„Florida hat einen republikanischen Gouverneur gewählt, der eine US-Bitcoin-Reserve unterstützt hat. Texas hat einen demokratischen Senator gewählt, der für die Einrichtung einer solchen Reserve in seinem Bundesstaat gestimmt hat. Die Argumente für das Halten von Bitcoin gehen über Parteigrenzen hinweg.“
Talarico, Abgeordneter im texanischen Repräsentantenhaus, besiegte den Republikaner Ken Paxton im Rennen um den Senatssitz. Er übernimmt im Januar den Sitz des Republikaners John Cornyn, der im Mai in der Stichwahl der Vorwahlen gegen Paxton unterlegen war. Für die Bitcoin-Reserve stimmte Talarico als Abgeordneter in Texas, also vor seiner Wahl in den US-Senat.
Das texanische Repräsentantenhaus verabschiedete den Senatsentwurf 21 am 21. Mai 2025 in dritter Lesung. Das Protokoll der Sitzung führt Talarico unter den Befürwortern und verzeichnet 101 zu 42 Stimmen, zwei Anwesende stimmten nicht ab. Nach einem Vermittlungsverfahren mit dem Senat wurde der Entwurf Gesetz und trat am 20. Juni 2025 in Kraft.
Das Gesetz richtet die „Texas Strategic Bitcoin Reserve“ als Sonderfonds außerhalb der Staatskasse ein. Verwaltet wird er vom Comptroller of Public Accounts, dem obersten Finanzbeamten des Bundesstaats. Das Parlament kann Mittel für die Reserve bewilligen. Kryptowährungen, die mit diesem Geld gekauft werden, müssen in den jüngsten 24 Monaten eine durchschnittliche Marktkapitalisierung von mindestens 500 Milliarden Dollar (rund 444 Milliarden Euro) gehabt haben.
Donalds wollte die Reserve im Bundesrecht verankern
Donalds brachte am 14. März 2025 einen Gesetzentwurf ein, um die Bitcoin-Reserve des Bundes dauerhaft festzuschreiben. Der Entwurf H.R. 2112 sollte der Anordnung des Präsidenten Gesetzeskraft verleihen, damit eine künftige Regierung sie nicht einfach rückgängig machen kann. Er umfasst auch den Bestand der Regierung an anderen digitalen Vermögenswerten. Seit der Einbringung hat sich das Repräsentantenhaus nicht weiter damit befasst.
Präsident Donald Trump hatte die Strategic Bitcoin Reserve am 6. März 2025 per Exekutivverordnung eingerichtet. Den Grundstock bilden Bitcoin, die der Staat in Einziehungsverfahren erhalten hat. Verkauft werden dürfen sie nicht. Zudem sollen das Finanz- und das Handelsministerium haushaltsneutrale Wege finden, weitere Bitcoin zu erwerben, ohne die Steuerzahler zusätzlich zu belasten.
In einem Interview mit Bitcoin.com News am 17. Oktober sprach sich Donalds dafür aus, dass Regierungen strategische Reserven aufbauen, und verwies auf Vorschläge für eine solche Reserve in Florida. Bitcoin beschrieb er als Absicherung gegen die Politik der Zentralbanken und verglich es mit Gold. Nicht nur der Bund, auch die Bundesstaaten müssten sich gegen Zinsrisiken absichern, sagte Donalds.
Die im Bitcoin-Protokoll festgelegte Ausgabe neuer Coins unterscheidet Bitcoin von Währungen, die Zentralbanken ausgeben. Die geltenden Konsensregeln, also die gemeinsamen Regeln, nach denen die Teilnehmer Transaktionen und Blöcke prüfen, begrenzen das Gesamtangebot auf etwa 21 Millionen BTC.
Bitcoin-Reserven im deutschsprachigen Raum
In Deutschland, Österreich und der Schweiz fehlen bislang politische Mehrheiten für eine staatliche Bitcoin-Reserve. In der Schweiz ist die Bitcoin-Initiative gescheitert, die Bitcoin in den Reserven der Nationalbank verankern wollte: Die Sammelfrist lief laut Bundesblatt am 30. Juni 2026 ab, ohne dass genug Unterschriften eingereicht wurden. Auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel lehnt Bitcoin als Reserve ab. „Eine Währungsreserve muss sicher, liquide und transparent sein. All das trifft auf den Bitcoin nicht zu“, sagte er im Januar 2025.
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Über den Autor
GESCHRIEBEN VONKevin Helms
Kevin Helms ist ein Kryptowährungsjournalist, der sich auf Bitcoin, Blockchain-Regulierung und globale Märkte für digitale Vermögenswerte spezialisiert hat.


















