Nach dem Hack bei Binance über rund 6,3 Milliarden Dollar (rund 5,65 Milliarden Euro), bei dem 18.270,2 BTC aus den Wallets der Kryptobörse abflossen, wachsen die Bitcoin-Bestände der Angreifer deutlich. Das geht aus Daten des Blockchain-Analyseunternehmens Elliptic hervor. Demnach haben die Hacker gestohlene Altcoins im Wert von 175 Millionen Dollar (rund 157 Millionen Euro) in etwa 2.300 BTC getauscht und ihre Bitcoin-Reserven damit weiter aufgestockt.
Binance-Hacker tauschen Altcoins für 175 Mio. Dollar in Bitcoin

Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Binance-Hacker haben laut Elliptic gestohlene Altcoins im Wert von 175 Millionen Dollar (rund 157 Millionen Euro) in etwa 2.300 BTC getauscht.
- Um die Herkunft der Beute zu verschleiern, nutzten sie Elliptic zufolge mehr als 20.000 Wallets und mindestens 65.000 Transaktionen auf 16 Blockchains.
- Die wichtigsten Bitcoin- und Ether-Bestände der Angreifer haben sich nach Angaben von Elliptic bis zum 7. November nicht bewegt.
Binance-Hacker tauschen gestohlene Altcoins in 2.300 BTC
Der Binance-Hack vom 29. Oktober gilt gemessen am Dollarwert als der größte Diebstahl bei einer Kryptobörse. Elliptic beziffert die Beute auf 6,43 Milliarden Dollar (rund 5,77 Milliarden Euro) zum Zeitpunkt der Tat, etwas mehr als die bislang meist genannten 6,3 Milliarden Dollar (rund 5,65 Milliarden Euro). Die 18.270,2 gestohlenen BTC liegen seit kurz nach dem Angriff unbewegt auf 19 Adressen, wie Bitcoin.com News am 7. November berichtete. On-Chain-Daten und Blockchain-Forensiker zeigen nun, dass der Bitcoin-Bestand der Täter dennoch deutlich wächst.
Dr. Tom Robinson, Mitgründer und Chefwissenschaftler von Elliptic, veröffentlichte am 3. November eine ausführliche Analyse des Vorfalls und aktualisierte sie zuletzt am 7. November um 8 Uhr UTC (9 Uhr MEZ). Robinsons Erkenntnissen zufolge wurden die beim Binance-Hack gestohlenen Altcoins inzwischen in rund 2.300 BTC getauscht, die nach Bitcoin-Kursen vom 7. November 175 Millionen Dollar (rund 157 Millionen Euro) wert sind. „Die Geldwäsche ist hochkomplex und eindeutig automatisiert“, heißt es in dem Bericht.
„Seit dem Diebstahl wurden mehr als 20.000 Wallets auf 16 Blockchains, mindestens 36 Dienste und mindestens 65.000 Transaktionen genutzt. Das entspricht etwa einer neuen Wallet alle 30 Sekunden und einer Transaktion alle 10 Sekunden.“
Von Solana zu Bitcoin: Geldwäsche über mehrere Blockchains
Robinson beschreibt im Detail, wie die Angreifer die gestohlenen Solana (SOL) im Wert von rund 90 Millionen Dollar (rund 81 Millionen Euro) verschoben. Laut Elliptic wurden alle gestohlenen SOL getauscht, über Brücken auf andere Blockchains übertragen oder gemischt, ein großer Teil landete am Ende als Bitcoin. Auch XRP trug wesentlich zum Ausbau der Bitcoin-Bestände bei: Rund 100 Millionen Dollar (rund 90 Millionen Euro) der gestohlenen XRP wurden bereits getauscht, überwiegend in Bitcoin. Gestohlene Tron (TRX) tauschten die Täter ebenfalls in BTC.
Bei Ethereum (ETH) hat sich laut Elliptic bislang nur ein kleiner Teil bewegt, rund 3 Millionen Dollar (rund 2,7 Millionen Euro) von gestohlenen ETH im Wert von 1,34 Milliarden Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro). Für Tauschgeschäfte zwischen verschiedenen Blockchains nutzten die Angreifer zudem Thorchain. Elliptic bringt die Hacker mit Nordkorea in Verbindung. Die noch nicht bewegten Gelder seien sehr wahrscheinlich weiterhin in nordkoreanischer Hand, schreibt das Unternehmen, das FBI hatte die Tat am 31. Oktober der Hackergruppe Tradertraitor zugeschrieben.
So verschleiern die Hacker ihre Bitcoin-Spur
Ein Teil der neu erworbenen Bitcoin floss anschließend durch Coinjoins im Stil der Wasabi Wallet. Bei dieser Technik werden die Bitcoin vieler Teilnehmer in einer gemeinsamen Transaktion gebündelt, sodass sich auf der Blockchain nicht mehr erkennen lässt, welche Coins hinein- und welche herausfließen. Bis zum 7. November liefen laut Robinsons Analyse rund 88 BTC im Wert von 6,7 Millionen Dollar (rund 6 Millionen Euro) über dieses Verfahren. Der Elliptic-Mitgründer schrieb zudem:
„Auf NEAR verließen rund 412.000 NEAR (1,5 Millionen Dollar) in kleinen Tranchen das Hauptkonto. Insgesamt liegen inzwischen rund 2.300 BTC (175 Millionen Dollar) auf neuen Bitcoin-Adressen, getauscht aus anderen gestohlenen Kryptowerten. Die wichtigsten Bitcoin- und ETH-Bestände haben sich weiterhin nicht bewegt.“
Daten der Blockchain-Analyseplattform Arkham Intelligence, die Bitcoin.com News ausgewertet hat, zeichnen ein etwas anderes Bild. Einen entsprechenden Zuwachs um 2.300 BTC zeigen sie nicht, der Bestand, den Arkham den Angreifern zuordnet, stieg aber von ursprünglich 18.270,2 BTC bis zum 7. November um 10 Uhr Ostküstenzeit (16 Uhr MEZ) auf rund 18.384,7 BTC.
Die Transaktionsdaten von Arkham zeigen zudem Bitcoin-Einzahlungen aus Thorchain-Tresoren vom 7. November sowie TRX-Tauschgeschäfte über Sun.io, ein bekanntes Protokoll für dezentrales Finanzwesen (Defi) im Tron-Netzwerk.
Deutsche Ermittler legten Bitcoin-Mixer Chipmixer still
Gegen Dienste, die Bitcoin-Ströme verschleiern, sind deutsche Ermittler bereits vorgegangen. Im März 2023 schalteten das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt die in Deutschland betriebenen Server des Mixers Chipmixer ab und stellten Bitcoin im Wert von rund 44 Millionen Euro sicher. Seit 2017 sollen über den Dienst Bitcoin im Wert von etwa 2,8 Milliarden Euro gewaschen worden sein. Darunter waren laut der US-Ermittlungsbehörde HSI mehr als 700 Millionen Dollar (rund 628 Millionen Euro) aus Diebstählen nordkoreanischer Hacker bei den Blockchain-Brücken Ronin und Horizon.
Dieser Artikel beruht auf einem Bericht unserer englischsprachigen Redaktion. Er wurde mithilfe von KI übersetzt und von Konstantin Kaiser geprüft, bearbeitet und freigegeben.
Über den Autor
GESCHRIEBEN VONJamie RedmanNews Lead
Jamie Redman ist News Lead bei Bitcoin.com News und ein Finanztechnologie-Journalist mit Sitz in Massachusetts.
















