Branchenführer und Finanzexperten haben den Entwurf der „Capital Flow Management Regulations 2026“ des südafrikanischen Finanzministeriums scharf kritisiert und den Vorschlag als rückschrittlichen Schritt bezeichnet, der an die wirtschaftlichen Kontrollen aus der Zeit der Apartheid erinnere. Die wichtigsten Punkte:
Entwurf für Kryptogesetz in Südafrika löst Warnung des Valr-CEO vor einer Geldstrafe in Höhe von 1 Million Rand aus

- Der Entwurf des Finanzministeriums ersetzt die Vorschriften von 1961 durch Kontrollen für digitale Vermögenswerte ab 2026, trotz der Einwände von Sidley.
- VALR-CEO Ehsani warnt vor einer Geldstrafe von 1 Million Rand, da die Logik aus dem Jahr 1961 Krypto-Investitionen vertreiben könnte.
- Möglicherweise wird 2026 eine Stiftung gegründet, um die Unklarheit des Finanzministeriums hinsichtlich der Schwellenwerte für die Abgabe von Kryptowährungen anzufechten.
Ein veralteter Rechtsrahmen
Ein umstrittener Vorschlag des südafrikanischen Finanzministeriums zur Überarbeitung der Kapitalverkehrsbestimmungen hat heftige Kritik von führenden Vertretern der Finanzbranche ausgelöst, die warnen, dass dieser Schritt den routinemäßigen Besitz digitaler Vermögenswerte kriminalisieren und einen massiven Abzug von Technologieinvestitionen auslösen könnte.
In jüngsten offiziellen Stellungnahmen bezeichneten Kritiker der Vorschläge – darunter Steven Sidley, ein prominenter Finanzkommentator und Professor an der JBS der Universität Johannesburg, sowie Farzam Ehsani, CEO von VALR, Südafrikas größter Kryptowährungsbörse – den Entwurf der Kapitalverkehrsverordnungen 2026 als alarmierenden Rückschritt gegenüber den Liberalisierungszielen des Landes.
Der Entwurf stellt die erste umfassende Neugestaltung des südafrikanischen Devisenkontrollrahmens seit mehr als 60 Jahren dar. Kritiker argumentieren jedoch, dass die Architektur grundlegend fehlerhaft sei, da sie versuche, dezentrale Technologien mit denselben Prinzipien zu kontrollieren, die für die Festkurswirtschaft von 1961 konzipiert wurden.
„Die Vorschriften behandeln Kryptowährungen als ein Problem, das kontrolliert werden muss, anstatt als eine Technologie, die verantwortungsvoll integriert werden sollte“, merkte Sidley an und wies darauf hin, dass vergleichbare Volkswirtschaften wie Nigeria und Brasilien bereits von solchen restriktiven Haltungen abgerückt sind.
Ehsani schloss sich dieser Einschätzung an, bezeichnete das Dokument als „alarmierend“ und merkte an, dass es im Widerspruch zu einem Jahrzehnt des positiven Dialogs zwischen der Branche und der Intergovernmental Fintech Working Group stehe. Er verwies auf die Vision verstorbener Führungspersönlichkeiten wie Nelson Mandela und Tito Mboweni, die sich beide für die schrittweise Abschaffung der Devisenkontrollen einsetzten.
„Warum bestehen wir darauf, diese destruktiven Maßnahmen auf Kosten unseres Wirtschaftswachstums beizubehalten?“, fragte Ehsani. Die umstrittensten Bestimmungen betreffen Meldepflichten und erweiterte Durchsetzungsbefugnisse. So könnte der Staat gemäß Vorschrift 8 die „zwangsweise Herausgabe“ von Krypto-Vermögenswerten anordnen und Inhaber zwingen, ihre Vermögenswerte zum Marktkurs in südafrikanische Rand zu verkaufen.
Der CEO von VALR warnte, dass Vorschrift 4 den Vollzugsbeamten weitreichende Befugnisse zur Durchsuchung und Beschlagnahmung von Vermögenswerten einräumt. „Dies würde vermutlich die Durchsuchung Ihres Telefons nach Krypto-bezogenen Apps an allen Flughäfen und Ausreisestellen einschließen“, sagte er. Wie Bitcoin.com News berichtet, könnte ein Verstoß gegen diese Vorschriften zu einer Geldstrafe von 60.480 US-Dollar (1 Million Rand) und einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren führen.
Die Transparenzlücke bei den Schwellenwerten
Ein wesentlicher verfahrensrechtlicher Einwand vieler Branchenführer ist die mangelnde Transparenz hinsichtlich des „festgelegten Schwellenwerts“. Der aktuelle Entwurf legt nicht fest, welche Beträge diese Vorschriften auslösen, sondern überlässt diese Entscheidung dem einseitigen Ermessen des Ministers. Ehsani äußerte zudem Bedenken hinsichtlich des Mangels an „Technologie-Agnostizismus“ im Entwurf. Er stellte die Logik der Definitionen des Regelwerks in Frage: „Wenn alle Krypto-Vermögenswerte als ausländische Vermögenswerte betrachtet werden, wie sieht es dann mit Stablecoins in südafrikanischen Rand aus? Würden diese südafrikanischen Vermögenswerte allein deshalb als ausländische Vermögenswerte eingestuft, weil sie auf einer Blockchain existieren?“ Die Äußerungen sowohl von Ehsani als auch von Sidley heben die beispiellosen Befugnisse hervor, die Grenzbeamten gewährt werden und die in anderen Ländern der G20 praktisch nicht existieren. Branchenexperten vermuten, dass dies zu internationalen Reisehinweisen führen könnte, die Technologieunternehmer und „digitale Nomaden“ davon abhalten würden, in das Land einzureisen. Seit seiner Veröffentlichung stößt der Entwurf auf Widerstand seitens der Akteure der Kryptowährungsbranche und Berichten zufolge auch seitens einflussreicher Persönlichkeiten, die mit der regierenden Partei Südafrikas in Verbindung stehen. Es gibt zudem Anzeichen dafür, dass einige Personen beabsichtigen, eine Stiftung zu gründen, um die Vorschriften formell anzufechten.

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