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Ripple finanziert Hebel-ETFs: Das zeigen die SEC-Daten

Ripple, das Unternehmen hinter dem XRP Ledger, verdient inzwischen an einem Geschäft, das lange Großbanken gehörte: der Finanzierung gehebelter Börsenfonds in den USA. Das berichtete das Wall Street Journal am Mittwoch. Unterlagen der US-Börsenaufsicht SEC zeigen, zu welchen Konditionen Ripple dabei arbeitet und wie klein sein Anteil bisher ist. XRP spielt in den gemeldeten Verträgen keine Rolle, wohl aber ein Kryptofonds des Schweizer Anbieters 21shares.

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Ripple finanziert Hebel-ETFs: Das zeigen die SEC-Daten

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ripple Prime stellt über Total-Return-Swaps Finanzierung für gehebelte US-Börsenfonds bereit und dringt damit laut Wall Street Journal in ein Geschäft vor, das lange Großbanken beherrschten.
  • Nach SEC-Unterlagen zahlt ein Hebelfonds auf die Sandisk-Aktie Ripple den Tagesgeldsatz plus 4 Prozentpunkte, derzeit rund 7,9 Prozent; Ripple stellte Ende Juli nur 2,6 Prozent der Swaps.
  • Die Verträge lauten auf Dollar, XRP kommt darin nicht vor; ein gehebelter Hyperliquid-Fonds des Schweizer Anbieters 21shares nutzte Ripples Tochter Ende Juni als einzige Gegenpartei.

Sechs Geldgeber, Ripple ist der fünftgrößte

Das Wall Street Journal beschreibt Ripple als ernst zu nehmenden Anbieter von Swap-Finanzierungen für gehebelte ETFs. Als Beispiel nennt die Zeitung einen Fonds des Anbieters Tradr, der die doppelte Tagesbewegung der Sandisk-Aktie liefern soll.

Die Einzelheiten stehen im Portfoliobericht des Fonds an die SEC zum 31. Juli. Der Fonds mit 1,37 Milliarden Dollar Vermögen hatte Swaps bei sechs Gegenparteien abgeschlossen. Auf Ripple Prime entfielen 64,4 Millionen Dollar, das sind 2,6 Prozent des gesamten Nominalvolumens. Den Großteil stellten die Bank Wells Fargo mit 57 Prozent und der Broker Clear Street mit 32 Prozent.

Ripple erhält dafür die Overnight Bank Funding Rate (OBFR) plus 4 Prozentpunkte. Diesen Tagesgeldsatz veröffentlicht die New Yorker Filiale der US-Notenbank Federal Reserve (Fed); er lag am Mittwoch bei 3,88 Prozent. Der Fonds zahlt also rund 7,9 Prozent im Jahr auf das Swap-Volumen. Auf den Stand von Ende Juli gerechnet sind das etwa 5 Millionen Dollar jährlich, vor Ripples eigenen Kosten für Refinanzierung und Absicherung. Damit liegt Ripple im Mittelfeld: Wells Fargo verlangte 3 Prozentpunkte Aufschlag, Jane Street 8 und Clear Street 10.

Die Kosten tragen die Anleger

Ein gehebelter ETF kauft die Aktie nicht doppelt, sondern schließt einen Total Return Swap ab: Die Gegenpartei liefert die Wertentwicklung, der Fonds zahlt dafür Zinsen. Diese Kosten mindern den Fondswert und kommen zur Verwaltungsgebühr hinzu.

In den USA gibt es dem Bericht zufolge 593 gehebelte ETFs mit mehr als 256 Milliarden Dollar Vermögen, 426 davon beziehen sich auf eine einzelne Aktie; die Zahlen stammen von Morningstar.

Wer länger als einen Tag hält, spürt die Finanzierungskosten und den täglichen Zinseszinseffekt. Ein doppelt gehebelter Fonds auf die Aktie des Bitcoin-Unternehmens Strategy verlor laut der Zeitung seit Jahresbeginn 53 Prozent, während die Aktie 0,9 Prozent zulegte. „Es ist fast wie eine Termite, die jeden Tag ein Stück abnagt“, sagte Todd Sohn, ETF-Stratege bei Baird Strategas.

Auch ein Hyperliquid-Fonds hängt an Ripple

Kryptofonds nutzen Ripple Prime ebenfalls. Der 21shares 2x Long HYPE ETF, ein gehebelter Fonds des Schweizer Anbieters 21shares auf Hyperliquid (HYPE), meldete der SEC zum 30. Juni einen einzigen Swap. Gegenpartei war Hidden Road Partners, die US-Gesellschaft von Ripple Prime, das Nominalvolumen lag bei rund 8,9 Millionen Dollar. Als Finanzierungssatz nennt der Bericht die OBFR plus 20 Prozentpunkte. Am 30. Juni entsprach das rund 23,6 Prozent im Jahr; der Aufschlag ist fünfmal so hoch wie beim Sandisk-Fonds.

Am 27. August stellte Ripple für das Swap-Geschäft einen eigenen Bereich namens Delta One vor. Er umfasst Total Return Swaps auf US-Aktien, Indizes und Kryptowerte, wie aus einer Mitteilung von Ripple zum Start hervorgeht. Das Unternehmen nennt dort mehr als 1 Milliarde Dollar regulatorisches Eigenkapital und eine Anleiheplatzierung über 275 Millionen Dollar.

XRP kommt in den Verträgen nicht vor

Die gemeldeten Swaps lauten auf Dollar und sind an den Tagesgeldsatz gekoppelt. XRP und der Stablecoin Ripple USD (RLUSD) tauchen in den beiden Fondsberichten nicht auf.

Ripple selbst hatte zum Abschluss der Übernahme von Hidden Road im Oktober 2025 erklärt, RLUSD diene bei einigen Produkten von Ripple Prime als Sicherheit. XRP notierte am Donnerstag bei rund 1,40 Dollar, nachdem der Kurs wochenlang mit der Marke von 1,52 Dollar gerungen hatte.

Von Hidden Road zu Ripple Prime

Für 1,25 Milliarden Dollar übernahm Ripple 2025 den Prime Broker Hidden Road und benannte ihn in Ripple Prime um. Dessen Präsident Noel Kimmel sagte dem Wall Street Journal, die Swap-Finanzierung sei ein wachsender und bedeutender Teil des Geschäfts. Seit Dienstag ist bekannt, dass Ripple Prime auch Fonds des Hedgefonds-Verwalters Brevan Howard mit Prime Brokerage, Clearing und Finanzierung versorgt.

Dass Nichtbanken wie Ripple, Jane Street und Clear Street vordringen, erklärt die Zeitung mit strengeren Risikoregeln für Banken. Riskant bleibt das Geschäft: Fällt eine Aktie an einem Tag um mehr als 50 Prozent, ist ein doppelt gehebelter Fonds wertlos, und die Gegenpartei kann auf Verlusten sitzen bleiben.

In der EU hält Ripple zwei Zulassungen als Kryptodienstleister. Das Register der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (Esma) führt Hidden Road Partners in Amsterdam seit Dezember 2024 und Ripple Payments Europe in Luxemburg seit Ende Juni.