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CHF-S: Safirum bringt Franken-Stablecoin mit Whitelisting auf Solana

Das Rennen um den digitalen Franken hat einen weiteren Teilnehmer. Die Safirum AG aus dem Kanton Zug hat am 3. November ihren Stablecoin CHF-S auf der Solana-Blockchain in Betrieb genommen. Anders als bei vielen Stablecoins können den Token nur Nutzer halten und empfangen, die sich zuvor identifiziert haben.

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CHF-S: Safirum bringt Franken-Stablecoin mit Whitelisting auf Solana

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Zuger Safirum AG hat am 3. November den Franken-Stablecoin CHF-S auf Solana gestartet, gedeckt 1:1 durch Franken bei der Berner Kantonalbank und der Banque Richelieu.
  • Halten und übertragen dürfen den Token nur verifizierte Wallets, der Smart Contract blockiert Überweisungen an Adressen ohne vorherige Identitätsprüfung.
  • Safirum verdient an einer Gebühr von 0,05 Prozent je Überweisung, Konkurrenz kommt unter anderem von Allunity aus Frankfurt, deren Stablecoin CHFAU unter MiCA läuft.

Nur freigeschaltete Wallets dürfen CHF-S empfangen

Jeder CHF-S ist laut der Pressemitteilung von Safirum im Verhältnis 1:1 durch Franken gedeckt. Die Mittel liegen auf gesonderten Konten bei der Berner Kantonalbank und der Banque Richelieu, weitere Banken sollen als Depotbanken hinzukommen. Neue Token geben institutionelle Investoren aus, nachdem sie die Identitäts- und Compliance-Prüfungen durchlaufen und den Gegenwert überwiesen haben. Private Nutzer erhalten Zugang über eingebundene Partner oder über dezentrale Börsen, sobald ihr Wallet verifiziert ist.

Den Stablecoin hat Safirum nach eigenen Angaben unter Berücksichtigung der Aufsichtsmitteilung 06/2024 der Finanzmarktaufsicht Finma gestaltet. Privatpersonen müssen eine KYC-Prüfung („Know Your Customer“) durchlaufen, Unternehmen eine KYB-Prüfung („Know Your Business“). Danach schaltet der Smart Contract auf Solana das Wallet frei. Überweisungen an Wallets ohne Freigabe blockiert der Vertrag automatisch.

„Wir sehen die Identitätsprüfung und das Whitelisting nicht als Hindernis, sondern als wichtige Voraussetzung für den breiten Einsatz von Stablecoins“, sagte Mitgründer und Firmenchef Bastien Thiébaud.

„Sie schaffen Vertrauen und Transparenz und ermöglichen es, die Vorteile der Blockchain mit den Anforderungen des traditionellen Finanzsystems zu verbinden.“

Gebühren statt Zinserträge aus den Reserven

Viele Stablecoin-Herausgeber verdienen vor allem an den Zinsen auf ihre Reserven. Safirum setzt dagegen auf Transaktionsgebühren: Jede Überweisung kostet 0,05 Prozent des Betrags, höchstens aber 0,50 CHF-S (rund 0,55 Euro), zuzüglich der Netzwerkgebühren. Als Einsatzfelder nennt das Unternehmen Zahlungen zwischen Unternehmen über Grenzen hinweg, das Liquiditätsmanagement, die Abwicklung an Kryptobörsen und Zahlungen für tokenisierte Vermögenswerte.

Das Ziel ist ehrgeizig. Safirum will erreichen, dass ein Prozent aller Transaktionen in Franken über CHF-S läuft. Das Unternehmen wurde vor rund einem Jahr gegründet und beschäftigt sieben Personen. Angekündigt hatte es den Stablecoin im Juni, der Start war damals für das dritte Quartal geplant.

Als erstes Unternehmen hat der Vermögensverwalter Maverix Securities CHF-S ausgegeben. Damit schaffe man „die Grundlage für neue Anwendungen, insbesondere für unsere Kunden und die Verwaltung digitaler Vermögenswerte in unseren AMCs“, sagte Mitgründer und Co-Chef Giuliano Glocker. AMCs sind aktiv verwaltete Zertifikate.

Was die Finma von Stablecoin-Herausgebern verlangt

Mit ihrer Aufsichtsmitteilung vom Juli 2024 wies die Finma auf erhöhte Risiken bei Stablecoins hin, vor allem bei Geldwäscherei, Terrorismusfinanzierung und der Umgehung von Sanktionen. Zugleich stellte sie fest, dass mehrere Herausgeber in der Schweiz Ausfallgarantien von Banken nutzen und deshalb oft keine Bankbewilligung brauchen. Daraus entstünden Risiken für die Inhaber der Stablecoins und für die garantierenden Banken. Für solche Garantien legte die Aufsicht Mindestanforderungen fest.

Ob die Berner Kantonalbank oder die Banque Richelieu für CHF-S eine solche Ausfallgarantie stellen, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Safirum spricht dort von Reserven auf gesonderten Konten.

Konkurrenz aus Frankfurt und von Schweizer Großbanken

Der Wettlauf um den Franken auf der Blockchain hat längst begonnen, und ein Konkurrent kommt aus Deutschland. Im Februar brachte die Frankfurter Allunity den Stablecoin CHFAU auf den Markt. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben ein von der Bafin beaufsichtigtes E-Geld-Institut und ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutsche-Bank-Tochter DWS, von Flow Traders und Galaxy. CHFAU ist als E-Geld-Token nach der europäischen MiCA-Verordnung ausgestaltet. Das Handelsvolumen sei mit rund 36 Millionen Franken (rund 39 Millionen Euro) bislang eher bescheiden, berichtete die Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

In der Schweiz selbst bereitet die Swiss Stablecoin AG den Stablecoin CHFD vor, der sich laut SDA in der Testphase befindet. Beteiligt ist ein Konsortium mit UBS, Postfinance, Sygnum, Raiffeisen, der Zürcher Kantonalbank, der BCV, SIX und Twint. Eigene Regeln für Stablecoins hat die Schweiz noch nicht. Die Revision des Finanzinstitutsgesetzes, die eine neue Bewilligung für Herausgeber vorsieht, ging im Herbst 2025 in die Vernehmlassung. Die Botschaft ans Parlament wird laut SDA nun im kommenden Jahr erwartet. In Allunitys Heimat gilt dagegen bereits MiCA. Neben CHFAU hat das Unternehmen inzwischen auch einen Stablecoin in schwedischen Kronen gestartet.

Über den Autor

GESCHRIEBEN VONKonstantin Kaiser

Konstantin Kaiser ist News- und Lokalisierungsmanager für Deutschland bei Bitcoin.com News sowie Finanzmarktanalyst.