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Robinhood schränkt risikoreiche Prognose-Kontrakte ein – vor dem Hintergrund von Vorwürfen wegen Insiderhandels in Israel und der genauen Prüfung von Wetten auf den Iran

Robinhood hat bestimmte Kontrakte aus dem Prognosemarkt von seiner Plattform genommen, da Bedenken hinsichtlich Marktmanipulation und Insiderhandel bestehen – und das, obwohl der Broker davon ausgeht, dass diese schnell wachsende Produktkategorie einen Jahresumsatz von 300 Millionen Dollar generieren könnte. Die wichtigsten Erkenntnisse:

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Robinhood schränkt risikoreiche Prognose-Kontrakte ein – vor dem Hintergrund von Vorwürfen wegen Insiderhandels in Israel und der genauen Prüfung von Wetten auf den Iran
  • Robinhood hat „Mentions-Märkte“ von seiner Plattform ausgeschlossen und dabei Risiken durch Insiderhandel und Marktmanipulation angeführt
  • Verdächtig zeitlich abgestimmte Polymarket-Wetten vor dem US-Angriff auf den Iran und israelische Vorwürfe wegen Insiderhandels haben die Überwachung in der gesamten Branche verschärft
  • Das Volumen der Prognosemärkte ist auf über 20 Milliarden US-Dollar pro Monat gestiegen, gegenüber 1,2 Milliarden US-Dollar Anfang 2025

Robinhood hat Prognosemärkte wegen Manipulationsrisikos gestrichen

Jordan Sinclair, Präsident von Robinhood UK, erklärte am Sonntag gegenüber der Financial Times, dass das Unternehmen „sehr stark auf Marktmissbrauch und Insiderhandel fokussiert“ sei. Er fügte hinzu: „Wir bieten nicht unbedingt alle Prognosemärkte oder alle Ereignisverträge an. Es gibt einige, die wir ausgewählt haben, die für unsere Kunden nicht geeignet sind“, gab jedoch nicht bekannt, wann die Entscheidung getroffen wurde oder ob auch andere Vertragskategorien eingeschränkt wurden.

Bei den ausgeschlossenen Märkten handelt es sich um Instrumente, mit denen Nutzer darauf wetten können, ob bestimmte Wörter während Ereignissen wie Unternehmensergebnisbekanntgaben, politischen Reden oder anderen hochkarätigen Anlässen vorkommen werden – beispielsweise ob NASA-Vertreter in der Pressekonferenz nach dem Artemis-II-Flug die Begriffe „Präsident“, „Strahlung“ oder „Schaden“ verwenden würden. Die Produkte sind sowohl auf Kalshi als auch auf Polymarket beliebt, aber besonders anfällig für Missbrauch durch Personen, die im Voraus wissen, was gesagt wird.

Die Entscheidung folgt auf eine Reihe von Vorfällen, die die Aufmerksamkeit der Aufsichtsbehörden auf den Prognosemarktsektor gelenkt haben. Im Februar tauchten auf Polymarket im Vorfeld des US-Militärschlags gegen den Iran mehrere ungewöhnlich große und zeitlich gut abgestimmte Wetten auf. Die israelischen Behörden klagten daraufhin zwei Personen an, geheime Verteidigungsinformationen genutzt zu haben, um über die Plattform Wetten auf militärische Operationen zu platzieren.

Robinhood stieg im vergangenen Jahr durch eine Partnerschaft mit Kalshi in den Prognosemarkt ein, einer von der CFTC regulierten Börse, die laut einem von Coindesk zitierten Bericht der Bank of America etwa 89 % des US-Prognosemarktes kontrolliert. Der Broker hat zudem eine kleinere Vereinbarung mit ForecastEx, arbeitet jedoch nicht mit Polymarket zusammen, das Nutzern den Handel über Kryptowährungs-Wallets mit minimalen Anforderungen an die Identitätsprüfung ermöglicht.

Dieser selektive Ansatz spiegelt die Reputationskalkulation wider, mit der ein börsennotiertes Unternehmen konfrontiert ist, das nach der Kontroverse um die Handelsbeschränkungen bei GameStop im Jahr 2021 Jahre damit verbracht hat, das Vertrauen wieder aufzubauen. CEO Vlad Tenev bezeichnete Prognosemärkte als Robinhoods „am schnellsten wachsendes Geschäft aller Zeiten“ mit 12 Milliarden gehandelten Kontrakten im Jahr 2025.

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Die Bedenken hinsichtlich der Integrität kommen zu einem Zeitpunkt akuter rechtlicher Unsicherheit für die Branche, nachdem ein Bundesrichter am Freitag Arizona daran gehindert hat, die erste strafrechtliche Anklage gegen einen Prognosemarktbetreiber voranzutreiben, neben anderen rechtlichen Herausforderungen. Die entscheidende Frage ist, ob Prognosemärkte unter einem einheitlichen Bundesrahmen operieren oder sich in ein Modell aufteilen, das sich nach einzelnen Gerichtsbarkeiten richtet und der US-amerikanischen Landschaft für Sportwetten ähnelt.

Bei Robinhood sind die monatlichen Handelsvolumina auf den Prognoseplattformen auf über 20 Milliarden Dollar gestiegen, doch die Frage, was bei Ereigniskontrakten als Insiderhandel gilt, bleibt weiterhin ungelöst. Das bedeutet, dass der Sektor weiterhin anfällig für Vorfälle ist, die ein umfassenderes regulatorisches Durchgreifen auslösen könnten.