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Ripple und SEC beenden Rechtsstreit mit gemeinsamer Einstellung der Berufungen

Am 7. August 2025 gab die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) bekannt, dass die langjährige rechtliche Auseinandersetzung gegen Ripple Labs offiziell beendet ist. Die SEC und Ripple beendeten den Fall formal, indem sie eine gemeinsame Vereinbarung zur Rücknahme ihrer jeweiligen Berufungen beim Second Circuit einreichten.

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Ripple und SEC beenden Rechtsstreit mit gemeinsamer Einstellung der Berufungen
Der folgende Meinungsbeitrag wurde von Alex Forehand und Michael Handelsman für Kelman.Law geschrieben.

Ein leises, aber endgültiges Fazit

Die Rücknahme beendet die Berufung der SEC gegen das partielle Urteil des Bezirksgerichts von 2023—das befand, dass XRP beim Verkauf an die Öffentlichkeit auf Börsen keine Wertpapiere waren—und Ripples Gegenberufung, die das Urteil anfocht, dass seine institutionellen Verkäufe gegen das Wertpapiergesetz verstoßen hätten. Im Rahmen der Vereinbarung trägt jede Seite ihre eigenen Anwaltskosten. Weitere Rechtsstreitigkeiten werden nicht erwartet.

Vom Blockbuster-Rechtsstreit zur Einigung

Die SEC verklagte Ripple erstmals im Dezember 2020 und behauptete, das Unternehmen habe ein nicht registriertes Wertpapierangebot durch den Verkauf von XRP im Wert von über 1,3 Milliarden Dollar durchgeführt. Der Fall wurde schnell zum Brennpunkt für die Branche, mit weitreichenden Auswirkungen darauf, wie Tokens unter US-Recht behandelt würden.

Im Juli 2023 erließ Richterin Analisa Torres ein wegweisendes Urteil: programmatische Verkäufe von XRP an Einzelkäufer auf digitalen Börsen stellten keine Wertpapiertransaktionen dar. Sie stellte fest, dass solche Käufer nicht die nötige Gewinnerwartung durch Ripples Managementanstrengungen hatten—ein wesentlicher Bestandteil des Howey-Tests. Allerdings hielt das Gericht auch fest, dass Ripples direkte Verkäufe an institutionelle Investoren nicht registrierte Wertpapierangebote waren. Ripple wurde später in Verbindung mit diesen Verkäufen mit 125 Millionen Dollar bestraft.

Obwohl die Entscheidung technisch ein geteilter Ausgang war, wurde sie allgemein als Sieg für Ripple und die breitere Kryptoindustrie angesehen. Es war auch der erste große Fall, der eine rechtliche Unterscheidung zwischen Verkäufen auf dem Sekundärmarkt und direkten Angeboten zog, eine Linie, die die SEC zuvor nicht anerkannt hatte.

Ein strategischer Rückzug beider Seiten

Statt die Berufungsverfahren fortzusetzen, entschieden sich sowohl Ripple als auch die SEC für einen Rückzug. Die gemeinsame Rücknahme spiegelt ein gegenseitiges Anerkennen wider, dass die Zeit—und das Risiko—weiterer Verfahren den potenziellen Vorteil nicht wert waren.

Im Juni hatte Ripple bereits signalisiert, seine Gegenberufung zurückziehen zu wollen, nachdem es eine Einigung mit der SEC über endgültige Maßnahmen erzielt hatte. Diese Einigung beinhaltete Beschränkungen für zukünftige institutionelle Verkäufe und Compliance-Maßnahmen zusätzlich zur Geldstrafe.

Der letzte Schritt kam diese Woche, als beide Parteien die Rücknahme aller noch ausstehenden Berufungsansprüche beantragten. Mit der endgültigen Schließung des Falls können beide Seiten Teilerfolge beanspruchen, während sie die Unsicherheit eines langwierigen Berufungskampfes vermeiden.

Auswirkungen auf die Kryptoindustrie

Obwohl der Fall kein Präzedenzfall für den Obersten Gerichtshof oder endgültige Berufsurteile hervorbrachte, wird die Rechtsprechung—und insbesondere die Meinung von Richterin Torres—voraussichtlich Einfluss darauf haben, wie Gerichte und Regulierungsbehörden die Klassifizierung von Tokens in Zukunft angehen. Sie bestätigte, dass nicht alle Kryptotransaktionen unter das Wertpapierdach fallen, insbesondere auf Sekundärmärkten, wo Käufer oft anonym und sich der Identität des Emittenten nicht bewusst sind, geschweige denn der Managementversprechen.

Der Fall unterstrich auch die strategischen Grenzen der Regulierung durch Durchsetzung. Trotz aller Bemühungen der SEC, die Kryptoindustrie durch Rechtsstreitigkeiten zu definieren, steht sie nun vor einem zunehmenden Flickenteppich von Urteilen, die ihre Zuständigkeitsansprüche komplizieren. In der Zwischenzeit erwägt der Kongress weiterhin Gesetze, die mehr Klarheit in die Behandlung von digitalen Vermögenswerten bringen könnten.

Was kommt als Nächstes

Mit dem nun offiziell geschlossenen Ripple-Fall kann das Unternehmen voranschreiten—sowohl in den USA als auch im Ausland—ohne den Überhang von Bundeswertpapierklagen. Die Kryptoindustrie wiederum kann dieses Ergebnis als vorsichtig optimistisches Signal betrachten: dass Nuancen wichtig sind, dass Gerichte möglicherweise empfänglicher für technologische Komplexität sind als Aufsichtsbehörden und dass Rechtsstreitigkeiten, obwohl kostspielig, bedeutende Grenzen in einer ansonsten unsicheren Landschaft ziehen können.

Ripples Chief Legal Officer, Stuart Alderoty, markierte den Anlass mit einer kurzen Erklärung auf X:

„Das Ende…und jetzt zurück zum Geschäft.“

Für Marktteilnehmer, die sich in diesem sich entwickelnden regulatorischen Umfeld bewegen, bietet die Ripple-Saga sowohl eine warnende Geschichte als auch eine Richtungsvorgabe. Kelman PLLC überwacht weiterhin Entwicklungen in der kryptografischen Regulierung in verschiedenen Rechtsordnungen und steht zur Verfügung, um Kunden, die sich in diesen sich entwickelnden Rechtslandschaften bewegen, zu beraten. Für weitere Informationen oder zur Vereinbarung eines Beratungstermins, bitte kontaktieren Sie uns.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Kelman.law.

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