Die Schweizerische Nationalbank (SNB) senkte am 19. Juni 2025 ihren Leitzins auf 0% und führte damit sofort eine Nullzinspolitik (ZIRP) wieder ein.
Null Prozent: Die Schweiz kehrt zu 0% Zinsen zurück, um Deflationsdruck entgegenzuwirken

SNB tritt nach sechstem aufeinanderfolgenden Schnitt dem Nullzins-Club bei
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) senkte ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 0%, gültig ab dem 20. Juni 2025. Diese Entscheidung bedeutet eine Rückkehr zur Nullzinspolitik (ZIRP), die zuvor in den 2010er Jahren angewendet wurde. Es ist die sechste aufeinanderfolgende Zinssenkung der SNB seit März 2024, wodurch der Zinssatz von 1,75% gesenkt wurde.
Die Zentralbank nannte anhaltende deflationäre Drucke und die Stärke des Schweizer Franken als Hauptgründe. Die Verbraucherpreise sanken im Mai 2025 um 0,1%, bedingt durch niedrigere Preise im Tourismus und bei Ölprodukten. Der Franken hat sich dieses Jahr um mehr als 10% gegenüber dem US-Dollar aufgewertet und fungiert als sicherer Hafen angesichts globaler Unsicherheiten.
Diese Aufwertung drückte die Importpreise weiter nach unten und verschärfte die Deflation. Die SNB will die Inflation in Richtung ihres Stabilitätsziels anregen und prognostiziert eine durchschnittliche jährliche Inflation von 0,2% für 2025, 0,5% für 2026 und 0,7% für 2027 bei dem neuen Zinssatz.
Im Inland zielt der Schritt darauf ab, das Ausleihen günstiger zu machen, Investitionen zu fördern und den Franken zu schwächen, um den schweizerischen Exporteuren zu helfen. Dies stellt jedoch eine Herausforderung für Sparer dar, die mit vernachlässigbaren Renditen konfrontiert sind, und für Banken, die sich mit reduzierten Kreditmargen konfrontiert sehen. Einige Analysten spekulieren, dass weitere Senkungen in den negativen Bereich folgen könnten.
Global wird die Aktion der SNB als potenzielles Signal dafür gesehen, dass andere entwickelte Volkswirtschaften die ZIRP überdenken könnten, wenn sich die Bedingungen verschlechtern. Historisch gesehen haben niedrige Zinsen die Nachfrage nach riskanteren Vermögenswerten, einschließlich Aktien, gesteigert. Auch die Kryptowährungsmärkte verzeichnen in solchen Umgebungen oft ein erhöhtes Interesse, da Investoren nach Renditen suchen.
Die SNB erklärte, sie werde die wirtschaftlichen Bedingungen weiterhin überwachen und sei bereit, in den Devisenmärkten zu intervenieren, um den Wert des Franken zu steuern. Ein schwaches Wachstum des Schweizer BIP von 1% bis 1,5% wird sowohl für 2025 als auch für 2026 erwartet.




