Die CFTC hat ihren ersten schriftlichen Rahmen für Verträge über Sportveranstaltungen vorgeschlagen, in dem Sportmärkte offiziell als „Glücksspiel“ definiert werden – und anschließend Definitionen formuliert, nach denen praktisch alles, was derzeit auf Kalshi und bei dessen Konkurrenten gehandelt wird, legal bleibt.
CFTC sagt, dass Sportwettenverträge Glücksspielelemente beinhalten, schlägt jedoch vor, fast alle davon zuzulassen

Wichtige Erkenntnisse
- Die CFTC hat am 10. Juni eine Regelung vorgeschlagen, die Verträge über Sportveranstaltungen als Glücksspiel definiert, dabei aber fast alle davon zulässt.
- Fünf Kategorien würden verboten: Verletzungen, Schiedsrichterentscheidungen, einzelne Spielzüge, Auseinandersetzungen und Highschool-Sport.
- Die Zahl der angebotenen Sportwetten stieg laut CFTC von 220 im Jahr 2021 auf über 8.000.
Fünf verbotene Kategorien, eine legalisierte Branche
Die Commodity Futures Trading Commission veröffentlichte den Regelungsvorschlag am Mittwoch, dem 10. Juni, und eröffnete damit eine 90-tägige Kommentierungsfrist für ein 267-seitiges Regelwerk, das den Prognosemärkten erstmals ein schriftliches Regelwerk auf Bundesebene anstelle einer Einzelfallprüfung geben würde. Das wichtigste Zugeständnis an die Kritiker betrifft die Definition: Die Behörde räumt nun ein, dass Verträge über Sportergebnisse im Sinne des Commodity Exchange Act „Glücksspiel“ darstellen.
Die praktische Auswirkung ist jedoch genau umgekehrt. Nach dem Vorschlag wären Standard-Sportkontrakte – Spielsieger, Meisterschafts-Futures und der Großteil dessen, was derzeit gehandelt wird – als im öffentlichen Interesse liegend zulässig. Fünf Kategorien würden als dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufend eingestuft und verboten: Verträge über Verletzungen von Spielern, Schiedsrichterentscheidungen, einzelne Spielsituationen wie ein bestimmter Wurf oder Schuss eines namentlich genannten Spielers, körperliche Auseinandersetzungen und Sportarten auf der Vorhochschulstufe. Verträge nach dem Zufallsprinzip im Stil von Kasinos würden wahrscheinlich ebenfalls als dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufend eingestuft, während Verträge, die sich auf Krieg, Terrorismus oder Attentate beziehen, eher anhand der Fakten und Umstände bewertet als gänzlich verboten würden.
Die Definition von Glücksspiel stellt eine Kehrtwende dar. Noch im Frühjahr dieses Jahres argumentierte der eigene Rechtsbeistand der CFTC vor dem Ninth Circuit, dass Verträge über Sportereignisse kein Glücksspiel beinhalten – eine Position, die die Expansion der Branche in Sportmärkte untermauerte. Der Vorschlag markiert auch eine persönliche Kehrtwende für CFTC-Vorsitzenden Michael S. Selig, der in seiner Zeit als Anwalt an einem Stellungnahme-Schreiben für den Kalshi-Investor Paradigm aus dem Jahr 2024 mitgearbeitet hatte, in dem argumentiert wurde, dass die Einstufung von Sportverträgen als Glücksspiel willkürlich und launisch wäre. Selig stellt die Regelung nun als einen Ausgleich dar:
„Die CFTC wird die Integrität unserer regulierten Märkte schützen, ohne verantwortungsvolle Innovationen zu behindern“, sagte er und bezeichnete dies als „dauerhaften, transparenten Rahmen …, der legitimen Märkten den Weg nach vorne ebnet.“ Die verbotenen Kategorien entsprechen weitgehend den Forderungen der Sportwelt. Die Spielervereinigungen der NFL, MLB, NBA, NHL und MLS reichten am 30. April – dem Ende einer früheren Kommentierungsfrist – eine Petition bei der CFTC ein, um die riskantesten Vertragsarten zu verbieten, obwohl Ligen wie die NHL und die MLB Datenverträge mit Polymarket und Kalshi unterzeichnet hatten; Verletzungen und andere Ergebnisse waren genau die Kategorien, die sie als Bedrohung für die Integrität bezeichneten.
Gegner von Prognosemärkten zeigten sich weniger entgegenkommend: Mick Mulvaney, Geschäftsführer der Anti-Prognosemarkt-Gruppe „Gambling is Not Investing“, argumentierte, die Produkte seien Sportwetten unter einem anderen Namen. „Eine Sportwette hört nicht auf, eine Sportwette zu sein, nur weil man sie Vertrag nennt“, sagte er. „Wenn es wie eine Ente quakt, ist es Sportwetten.“ Nach eigenen Angaben der Behörde ist die Zahl der Event-Vertragsangebote von rund 220 im Jahr 2021 auf über 8.000 gestiegen. Eine endgültige Regelung würde die durch Rechtsstreitigkeiten bedingte Unsicherheit, die den Sektor geprägt hat – einschließlich der Gerichtsstreitigkeiten in den einzelnen Bundesstaaten und der Zuständigkeitskonflikte –, durch eine einheitliche bundesstaatliche Grenze zwischen erlaubten und verbotenen Märkten ersetzen. Stellungnahmen müssen innerhalb von 90 Tagen nach Veröffentlichung eingereicht werden, sodass eine endgültige Regelung frühestens Ende 2026 in Kraft treten könnte.










