Bitcoin durchbrach kurzzeitig die 64.000-Dollar-Marke, nachdem US-Präsident Donald Trump eine vorläufige Friedensvereinbarung zwischen Washington und Teheran angekündigt hatte.
Bitcoin steigt auf 64.349 Dollar, nachdem Trump trotz Widerstands aus Teheran ein Abkommen mit dem Iran signalisiert hat

Das Wichtigste im Überblick
- Bitcoin erreichte am 12. Juni ein 7-Tage-Hoch von 64.349 US-Dollar, während die Berichte über ein diplomatisches Abkommen zwischen den USA und dem Iran schwankten.
- Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten letzte Woche Abflüsse in Höhe von 405 Mio. US-Dollar, was zu Liquidationen im Derivate-Markt in Höhe von insgesamt 88 Mio. US-Dollar führte.
- Ein Analyst von Bitunix prognostiziert, dass Bitcoin in den kommenden Monaten direkt mit globalen Liquiditätsengpässen konkurrieren wird.
Bitcoin strebt 64.000 $ an – trotz geopolitischer Turbulenzen
Am 12. Juni durchbrach Bitcoin die 64.000-Dollar-Marke, als US-Präsident Donald Trumps Ankündigung, dass Washington und Teheran eine Einigung zur Beendigung der Feindseligkeiten erzielt hätten, für Begeisterung sorgte. Marktdaten zeigen, dass Bitcoin, nachdem es kurz nach Trumps Ankündigung am Donnerstagnachmittag die Widerstandsmarke von 63.000 $ durchbrochen hatte, weitgehend zwischen 63.200 $ und 63.800 $ schwankte, bis es kurz nach 2 Uhr morgens EST durch eine Verkaufswelle kurzzeitig auf 62.805 $ fiel.
Etwa drei Stunden später war die Kryptowährung auf 63.800 US-Dollar gestiegen, was einem Gewinn von rund 1.000 US-Dollar entsprach, doch sie konnte die Gewinne nicht halten, da ein weiterer Ausverkauf sie auf knapp über 63.000 US-Dollar fallen ließ. Bitcoins dritte Rallye innerhalb von 24 Stunden führte schließlich dazu, dass er 64.349 US-Dollar erreichte, sein höchstes Kursniveau der letzten sieben Tage. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels um 12:45 Uhr EST notierte die Kryptowährung knapp unter 63.900 US-Dollar, was einem Tagesgewinn von fast 2 % entspricht.
Der moderate Anstieg erhöhte die Sieben-Tages-Gewinne von Bitcoin auf 4,5 % und trug dazu bei, seine Marktkapitalisierung auf 1,28 Billionen US-Dollar zu steigern. Auf dem Derivatemarkt führte die Kursentwicklung von Bitcoin zur Liquidation von 68 Millionen US-Dollar an gehebelten Short-Positionen und 20 Millionen US-Dollar an Long-Positionen.
Während die globalen Märkte zunächst auf die Nachricht von der vorläufigen Einigung mit einem Aufschwung reagierten, hielten skeptische Beobachter schnell dagegen, dass das Abkommen ohne eine formelle Ratifizierung durch den Iran weiterhin auf Eis liege. Diese Skepsis erwies sich nur wenige Stunden später als berechtigt, als iranische Staatsmedien unter Berufung auf hochrangige Regierungsquellen begannen, Trumps Darstellung eines Durchbruchs systematisch zu widerlegen. Am Morgen des 12. Juni bestätigte eine Welle von Berichten Teherans völlige Ablehnung des Abkommens, was eine rasche und typisch scharfe rhetorische Vergeltungsmaßnahme Trumps gegen die iranische Führung auslöste.
Dennoch gelang es der darauf folgenden Volatilität nicht, die breiteren Märkte aus der Ruhe zu bringen. Während der anfängliche Ausbruch der Feindseligkeiten und die anschließende Waffenstillstandserklärung im April sowohl traditionelle Vermögenswerte als auch Bitcoin erschütterten, scheinen erfahrene Anleger einen langwierigen, turbulenten diplomatischen Zeitplan bereits eingepreist zu haben. Diese kollektive Gleichgültigkeit gegenüber dem geopolitischen Hin und Her spiegelt sich in allen Anlageklassen wider.
Zur Veranschaulichung: Die Preise für die Referenzsorten Brent und WTI tendierten über eine Woche hinweg stetig nach unten, in der es paradoxerweise zu direkten militärischen Auseinandersetzungen zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften kam. Marktdaten zeigen, dass Brent-Rohöl von 97 USD pro Barrel am Montag auf 87 USD am Freitagnachmittag fiel, während WTI von 94 USD auf 84 USD sank. Auch die globalen Aktienmärkte ließen sich von dem eskalierenden Wortgefecht nicht beeindrucken, und die wichtigsten Indizes schlossen die Woche widerstandsfähig im positiven Bereich. Doch trotz der vorübergehenden Angleichung von Bitcoin an die Makromärkte kann seine Performance vom 12. Juni eine tiefere strukturelle Schwachstelle nicht verbergen: einen Mangel an Liquidität. Ein Bitunix-Analyst hob hervor, dass Spot–Bitcoin-Exchange-Traded Funds (ETFs) in der vergangenen Woche rund 405 Millionen US-Dollar verloren haben, was die massiven Nettoabflüsse des vergangenen Monats in Höhe von 5,49 Milliarden US-Dollar abrundete. Diese Abflüsse deuten darauf hin, dass eine Entspannung der Spannungen im Nahen Osten nicht ausreichen wird, um eine anhaltende Bitcoin-Rallye zu stützen.
„Auch wenn sich die geopolitischen Risiken vorübergehend abschwächen, hat institutionelles Kapital noch keine nennenswerte Rückkehr in den Sektor gezeigt. Infolgedessen bleibt der Markt zwischen der Erholung der Liquidität und einem anhaltend hohen Zinsumfeld gefangen. Wenn Gold mit dem US-Dollar konkurriert, dann konkurriert Bitcoin letztlich mit der globalen Liquidität“, so der Analyst.
Laut Bitunix könnte sich diese Dynamik in den kommenden Monaten als das wichtigste Thema erweisen, das Anleger auf dem Kryptowährungsmarkt im Auge behalten sollten.











