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BIS-Vertreter bezeichnet den 320-Milliarden-Dollar-Markt für Stablecoins als Risiko für die Finanzstabilität

Pablo Hernández de Cos, General Manager der BIZ, bezeichnete die weltweite Koordinierung bei der Regulierung von Stablecoins als eine Angelegenheit von „entscheidender Bedeutung“ und warnte davor, dass uneinheitliche nationale Rahmenbedingungen Regulierungsarbitrage und finanzielle Instabilität begünstigen könnten. Wichtige Erkenntnisse:

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BIS-Vertreter bezeichnet den 320-Milliarden-Dollar-Markt für Stablecoins als Risiko für die Finanzstabilität
  • BIS-Generaldirektor Pablo Hernández de Cos warnte am 20. April, dass der 320 Milliarden Dollar schwere Markt für Stablecoins Risiken für die Finanzstabilität und im Bereich der Geldwäschebekämpfung birgt.
  • Tethers USDT dominiert den Stablecoin-Markt.
  • De Cos forderte die politischen Entscheidungsträger auf, die Rahmenbedingungen zu verfeinern und dabei das Projekt Agorá als Modell für die Integration der Tokenisierung bis 2026 zu nutzen.

BIS-Chef warnt: Lücken bei der Regulierung von Stablecoins bergen das Risiko einer globalen finanziellen Fragmentierung

Bei einem Seminar der Bank of Japan in Tokio am 20. April hielt de Cos eine Rede mit dem Titel „Stablecoins: framing the debate“, in der er die strukturellen Risiken darlegte, die Stablecoins für Kreditmärkte, Geldpolitik und finanzielle Integrität darstellen.

Der weltweite Stablecoin-Markt beläuft sich zum 20. April 2026 auf etwa 320 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl wird von den rund 8 Billionen US-Dollar, die allein in US-Bankeinlagen gehalten werden, in den Schatten gestellt, obwohl de Cos anmerkte, dass sich der Markt gegen die jüngste Volatilität auf den breiteren Kryptomärkten behauptet habe.

Der BIZ-Chef wies darauf hin, dass Tethers USDT und Circles USDC zusammen etwa 85 % bis 98 % des Stablecoin-Angebots ausmachen. Beide sind an den US-Dollar gekoppelt, und er erklärte, dass etwa 98 % aller Stablecoins auf den Dollar lauten.

De Cos merkte an, dass das Transaktionsvolumen von Stablecoins im Jahr 2025 rund 35 Billionen US-Dollar erreichte, die Nutzung in der Realwirtschaft jedoch weitaus begrenzter war. Die zahlungsbezogenen Ströme im gleichen Zeitraum wurden auf etwa 390 Milliarden US-Dollar geschätzt, was nur einen Bruchteil dessen ausmacht, was jährlich über traditionelle Zahlungssysteme abgewickelt wird.

„Diese Herausforderungen erfordern Fortschritte in zwei Bereichen“, sagte de Cos. „Erstens ist es wichtig, technologische Lösungen und regulatorische Ansätze zu prüfen, um die Risiken zu mindern, die von den derzeitigen Stablecoin-Regelungen ausgehen.“ Er fügte hinzu, dass internationale Zusammenarbeit für jeden Weg in die Zukunft von zentraler Bedeutung sei. Der Generaldirektor der BIZ fuhr fort:

„Ohne sie könnten unterschiedliche regulatorische Rahmenbedingungen für Stablecoins in verschiedenen Rechtsräumen zu einer starken Marktfragmentierung führen oder schädliche regulatorische Arbitrage ermöglichen.“

De Cos bewertete Stablecoins anhand zweier Kernanforderungen an funktionales Geld: Einheitlichkeit und Interoperabilität. Er stellte fest, dass Stablecoins in beiden Punkten zu kurz kommen. Im Gegensatz zu Banküberweisungen werden Stablecoin-Transaktionen nicht in der Bilanz einer Zentralbank abgewickelt, was das Risiko von Kursabweichungen vom Nennwert offen lässt, insbesondere in Stresssituationen. Die Fragmentierung über öffentliche Blockchains hinweg, wie beispielsweise USDC, das separat auf Ethereum und Solana operiert, verschärft die Interoperabilitätsprobleme.

Er bezeichnete die finanzielle Integrität als das dringlichste Problem. Stablecoins, die auf genehmigungsfreien Blockchains mit nicht gehosteten Wallets zirkulieren, operieren weitgehend außerhalb regulatorischer Rahmenbedingungen und ohne Know-Your-Customer-Prüfungen (KYC), sagte er, was die Wirksamkeit von Maßnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Terrorismusfinanzierung einschränke.

Daten von Chainalysis, die in der BIZ-Rede zitiert wurden, ergaben, dass Stablecoins Berichten zufolge den Großteil der illegalen Transaktionen innerhalb des Krypto-Ökosystems ausmachen. Auf der geldpolitischen Seite warnte de Cos, dass an den Dollar gekoppelte Stablecoins in Schwellen- und Entwicklungsländern bereits als paralleler Wertspeicher fungieren. Eine breitere Akzeptanz, betonte er, könnte die inländische geldpolitische Transmission schwächen, Kapitalströme volatiler machen und die Umgehung von Kapitalkontrollen ermöglichen. Japan wurde für seinen frühzeitigen Regulierungsansatz positiv erwähnt. Die Änderungen am japanischen Zahlungsdienstleistungsgesetz im Jahr 2022 wurden zu einem Vorbild, auf das sich andere Rechtsordnungen seitdem beziehen. Trotz dieses Rahmens machen an den Yen gekoppelte Stablecoins weniger als 0,01 Prozent der Marktkapitalisierung von an den Dollar gekoppelten Coins aus, was die Grenzen einer rein inländischen Regulierung verdeutlicht.

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In seiner Rede verwies De Cos auf die Vision des BIS Unified Ledger und das Projekt Agorá, eine gemeinsame Initiative mit der Bank of Japan, die sich auf die Verbesserung grenzüberschreitender Zahlungen durch Tokenisierung konzentriert, als konstruktive Modelle für die Integration privater Innovationen in das bestehende zweistufige Finanzsystem. Abschließend bekräftigte er, dass der von den Zentralbanken bereitgestellte monetäre Anker unverzichtbar bleibt, unabhängig davon, wie sich die Regelungen für Stablecoins weiterentwickeln.

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