Chinas nachlassende Wirtschaft wird seine globalen Handelsbeziehungen, insbesondere mit dem Globalen Süden, neu definieren. Ning Leng, Assistenzprofessorin an der McCourt School of Public Policy der Georgetown University, erörterte, wie diese internen wirtschaftlichen Herausforderungen China dazu veranlassen könnten, Investitionen in Regionen wie Südostasien und Lateinamerika zu erhöhen.
Wie Chinas Wirtschaftsabschwung den globalen Handel verändern wird, Experteneinsichten
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Chinas wirtschaftlicher Wandel und seine globalen Auswirkungen
Ning Leng, Assistenzprofessorin an der McCourt School of Public Policy der Georgetown University, teilte letzte Woche während einer ausländischen Pressekonferenz des US-Außenministeriums ihre Erkenntnisse über die “Globalen Auswirkungen der wirtschaftlichen Expansion Chinas”.
Sie sprach über die aktuellen Herausforderungen innerhalb der chinesischen Wirtschaft und erläuterte, wie diese internen Probleme Chinas zukünftige globalen Handels- und Investitionsansätze beeinflussen könnten. Sie hob die mögliche Neuausrichtung der wirtschaftlichen Partnerschaften Chinas hervor, insbesondere mit Ländern in Südostasien und Lateinamerika. Angesichts der wirtschaftlichen Verlangsamung Chinas sagte sie:
China hat einen kritischen Punkt erreicht, an dem sein derzeitiges Wachstumsmodell an Schwung verliert. In diesem Jahr verlangsamt sich Chinas Wirtschaft weiter. Die Messgrößen für Fabrikproduktion, Konsum und Investitionen sind alle stärker als erwartet gesunken.
Leng betonte mehrere globale Folgen der wirtschaftlichen Expansion Chinas. Erstens wird erwartet, dass China seine Überkapazitäten im Bereich Baumaterialien in Regionen exportieren wird, die Infrastrukturentwicklung benötigen, insbesondere im Globalen Süden. Darüber hinaus wird sich Chinas Suche nach natürlichen Ressourcen zur Unterstützung seiner Fertigung, insbesondere Lithium und Nickel, voraussichtlich intensivieren und sich auf rohstoffreiche Länder konzentrieren. Im Agrarsektor wird Chinas wachsender Bedarf an Importen – hauptsächlich Proteine und Getreide – aufgrund des Rückgangs landwirtschaftlicher Nutzflächen den Handel mit Südamerika stärken. Darüber hinaus wird erwartet, dass Chinas ausländische Direktinvestitionen steigen, insbesondere in Länder mit mittlerem Einkommen, die wachsende Verbrauchermärkte und institutionelle Stabilität aufweisen.
Auf geopolitischer Ebene wies Leng auf bedeutende Auswirkungen hin, die sich aus dem wirtschaftlichen Wachstum Chinas ergeben. Chinesische Unternehmen, insbesondere in Branchen wie Elektrofahrzeuge, Elektronik und erneuerbare Energien, werden voraussichtlich internationale Investitionen verfolgen, was potenzielle Konkurrenz mit westlichen Nationen schaffen könnte. „China wird stabile Märkte mit einer starken Mittelschicht suchen, um seine Produkte zu verkaufen und seine globale Stellung zu stärken“, bemerkte Leng. Gleichzeitig könnte Chinas geschwächter Verbrauch und starke Abhängigkeit von Exporten Verschiebungen in den globalen Lieferketten bewirken, insbesondere in Südostasien, wenn Unternehmen die mit Chinas sich entwickelndem wirtschaftlichen Umfeld verbundenen Risiken neu bewerten.
Die Assistenzprofessorin betonte auch, dass die Stagnation im chinesischen Immobiliensektor, der zuvor etwa 25% zum BIP des Landes beigetragen hatte, eine Zunahme des Exports von Überkapazitäten in Regionen wie Lateinamerika und Südostasien zur Folge haben könnte. Zudem wird Chinas verstärkte Fokussierung auf den Erwerb von Ressourcen wie Lithium und Nickel von entscheidender Bedeutung sein, um seinen Fertigungssektor aufrechtzuerhalten.
Chinas interne wirtschaftliche Veränderungen führen zu Anpassungen seiner globalen Perspektive, stellte Leng fest und fügte hinzu: „Wie China die Welt wahrnimmt, ändert sich aufgrund seiner eigenen sich wandelnden Wirtschaft.“ Sie äußerte ihre Meinung:
Meine persönliche Einschätzung ist, dass der Globale Süden für China zunehmend an Bedeutung gewinnen wird und dass Südostasien die wichtigste Region für China in der entwickelnden Welt bleiben wird, während Lateinamerika zunehmend die zweitwichtigste Region sein wird.
Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass chinesische Unternehmen bereit sind, ausländische Direktinvestitionen zu erhöhen, insbesondere in den Bereichen Elektrofahrzeuge, Elektronik und Konsumgüter, mit dem Ziel, internationale Märkte zu erobern, schloss sie.
Was halten Sie von Chinas sich entwickelnder globaler Strategie angesichts der wirtschaftlichen Verlangsamung? Lassen Sie es uns unten im Kommentarbereich wissen.




