Während sich die Welt auf Amerikas Engagement in dem eskalierenden Konflikt zwischen Israel und Iran fixiert, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt durch die US-Notenbank im Juli um einen Prozentpunkt auf 15,5 % gestiegen.
Von Bomber zu Basispunkten: Händler blicken auf Fed-Zinssenkung im Juli angesichts steigender Spannungen

Zinssenkungsradar leuchtet auf, nachdem die USA Irans Nuklearanlagen treffen
Noch vor zwei Tagen – nach der letzten Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve (FOMC) – lag diese Wahrscheinlichkeit bei 14,5 %. Doch die Stimmung änderte sich, nachdem US-Präsident Donald Trump bekannt gab, dass amerikanische B2-Bomber Irans „Kapazität zur Anreicherung von Uran“ ins Visier genommen hatten.

Laut dem Fedwatch-Tool der CME Group, einer Plattform, die die Markteinflüsse auf potenzielle Anpassungen des Zielzinssatzes für Bundesmittel erfasst, sind die Erwartungen für eine Senkung um 25 Basispunkte seitdem gestiegen und liegen nun bei 15,5 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinssätze unverändert bleiben, liegt nun bei 84,5 %.
Mit anderen Worten, die Märkte beginnen, die Möglichkeit einzupreisen, dass die Federal Reserve die Kreditkosten im Juli senken könnte. Die Wahrscheinlichkeit steigt noch weiter für die FOMC-Sitzung im September, wobei die Märkte eine 57,6%ige Chance einräumen, dass die Fed die Zinsen um einen Viertelprozentpunkt senkt. Die Chancen für eine stärkere Senkung um einen halben Punkt stehen bei 12,3 %, während die Wahrscheinlichkeit für einen unveränderten Beschluss bei 30,1 % liegt.
Mit Blick auf den Dezember deuten Futures nur auf eine 4,2%ige Chance hin, dass der Zinssatz der Bundesmittel innerhalb des aktuellen Rahmens von 425-450 Basispunkten bleibt. Eine Bewegung in den Bereich von 400-425 hat eine Wahrscheinlichkeit von 22,8 %, während die Erwartungen für den Bereich von 375-400 bei 41,1 % liegen. Unterdessen beträgt auf der Vorhersageplattform Polymarket die Chance auf eine Zinssenkung um einen Viertelpunkt im Juli 13 %, mit einer Wahrscheinlichkeit von 87 %, dass keine Anpassung erfolgt.
Während sich die geopolitischen Spannungen verschärfen und sich die Wahrscheinlichkeiten für Zinssenkungen über die Zeitachse hinweg ändern, scheinen Marktteilnehmer zunehmend darauf bedacht zu sein, wie der globale Konflikt die inländische Geldpolitik beeinflussen könnte. Da sich die Stimmung in Echtzeit neu kalibriert, wägen Händler nicht nur risiko- und chancenorientierte Investitionen ab, sondern auch die weitreichenderen Konsequenzen der militärischen Eskalation auf die Zinsentwicklungen in den kommenden Monaten.




