Dollar-Dominanz steht vor einer historischen Abrechnung, da drohende US-Zölle auf BRICS-Staaten das Risiko bergen, die Entdollarisierung zu beschleunigen und einen schnellen Schwenk zu rivalisierenden Finanzsystemen zu fördern.
US-Zölle auf BRICS könnten globale Entdollarisierung vertiefen, warnt Ökonom

US-Zolldrohungen könnten nach hinten losgehen, da BRICS ein paralleles Finanzsystem stärkt
Die zunehmende wirtschaftliche Divergenz zwischen den großen globalen Mächten beschleunigt den Übergang zu einem multipolaren Handelssystem und untergräbt den traditionellen dollarzentrierten Einfluss. Der Wirtschaftswissenschaftler Igbal Guliyev von der MGIMO-Universität warnte am 10. Juli, dass ein geplanter 10%iger Zoll auf BRICS-Staaten – kürzlich von US-Präsident Donald Trump angekündigt – Washingtons langfristige wirtschaftliche Führung ernsthaft beschädigen könnte. Im Gespräch mit der russischen Nachrichtenagentur Tass beschrieb Guliyev BRICS bereits als den Grundstein für strukturelle Alternativen legend:
Die BRICS-Länder bilden schnell eine parallele Architektur in den Bereichen Finanzwesen, Technologie und Institutionen und fordern damit den bestehenden Status quo und die Dominanz des Dollars heraus.
Er nannte den Zollplan ein Zeichen für eine umfassendere geopolitische Neuausrichtung, nicht nur einen Handelsstreit.
Anstatt BRICS zu isolieren, glaubt Guliyev, wird der US-Vorschlag wahrscheinlich eine koordinierte und zukunftsorientierte Gegenstrategie katalysieren. Er erklärte: „Die Reaktion der BRICS-Länder wird wahrscheinlich nicht nur tit-for-tat sein, sondern auch strategisch durchdacht – von der Beschleunigung der Entdollarisierung bis zur Schaffung eines neuen Systems internationaler Abrechnungen. Dies könnte den Beginn des Niedergangs der amerikanischen Wirtschaftsdominanz und das Entstehen eines wirklich multipolaren Handelssystems markieren. Die Welt tritt in eine turbulente Phase ein, in der nicht-ökonomische Faktoren zunehmend die wirtschaftliche Zukunft bestimmen werden.”
Ihm zufolge sind diese Verschiebungen bereits im Gange, da China die vorgeschlagenen Zölle öffentlich als wirtschaftliche Zwangsmaßnahme verurteilt und BRICS-Mitglieder ihre Bemühungen verstärken, westlich kontrollierte Systeme wie SWIFT zu umgehen.
Bei einer separaten Pressekonferenz wehrte sich der russische stellvertretende Außenminister Sergey Rjabkow gegen die Vorstellung, dass BRICS anti-amerikanische Absichten habe. „Nichts auf der BRICS-Agenda hat einen anti-amerikanischen Bestandteil“, sagte Rjabkow und fügte hinzu, dass wirtschaftliche Spannungen durch „normalen, ruhigen Dialog“ und nicht durch einseitige Drohungen angegangen werden sollten. Er forderte Washington auf, diplomatisch zu handeln, anstatt Zwangshandelspolitiken zu nutzen.




