Die politische Umwälzung in den USA erschüttert die globalen Märkte, schwächt den Status des Dollars als sicherer Hafen und beschleunigt die Angst vor systemischer Instabilität, da weltweit das Vertrauen in die Finanzwelt erodiert.
US-Dollar steht vor historischem Stresstest, da BIZ eindringliche Warnung zur globalen Fragilität ausgibt

US-Politikchaos löst BIS-Warnung aus: Dollar in Gefahr, Vertrauen schwindet schnell
Anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit gestaltet die finanzielle Stabilität neu, und wachsende strukturelle Verwundbarkeiten drohen die Erholung zu verzögern, es sei denn, politische Entscheidungsträger begegnen fragilen Grundlagen mit glaubwürdigen Reformen. Agustín Carstens, Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), erklärte am 29. Juni auf der BIZ-Jahreshauptversammlung in Basel, dass die Weltwirtschaft in eine „neue Ära erhöhter Unsicherheit“ eingetreten sei, die eine kurze Phase des Optimismus umkehrt.
Obwohl er darauf hinwies, dass sich die Aussichten verbessert hatten, als die Inflation nachließ und das Wachstum zu Beginn dieses Jahres an Fahrt gewann, betonte Carstens, dass ein plötzlicher Kurswechsel in der US-Politik die Märkte störte. Der BIZ-Generaldirektor warnte:
Seitdem hat sich der Ausblick verdüstert. Die Ankündigung breit angelegter US-Zölle hat Schockwellen durch die Märkte gesendet.
“Handelspolitische Änderungen gingen einher mit der Aussicht auf eine ehrgeizige fiskalische Expansion, der Infragestellung der Unabhängigkeit der Zentralbank, Diskussionen über die Bestrafung ausländischer Inhaber von US-Wertpapieren und Herausforderungen des Rechtssystems, unter anderem. Der wiederholte Zyklus von Ankündigungen, Anpassungen und Umkehrungen hat eine Atmosphäre der Unsicherheit und Unvorhersehbarkeit geschaffen”, fügte er hinzu.
Carstens teilte weiter mit: „Die Marktreaktion war aufschlussreich. Die Volatilität stieg sprunghaft an. Der US-Dollar abwertete, obwohl die Renditen von Staatsanleihen stiegen – eine außergewöhnliche, beunruhigende Kombination.” Er fuhr fort:
Diese ungewöhnlichen Dynamiken führten in einigen Kreisen zu Spekulationen über den langjährigen Status des US-Dollars als sicherer Hafen.
Seine Rede betonte die Notwendigkeit, tief verwurzelte globale Schwächen anzugehen: schwaches Produktivitätswachstum, unsolide fiskalische Positionen und den Aufstieg unregulierter Nicht-Banken-Finanzinstitutionen (NBFIs). Tarifgetriebene Handelsfragmentierung verschärft den Inflationsdruck und untergräbt die wirtschaftliche Flexibilität. Carstens stellte fest, dass diese Maßnahmen oft die beabsichtigten Ziele nicht erreichen und stattdessen strukturelle Herausforderungen vertiefen. Er plädierte für Reformen, die die Marktbeweglichkeit stärken, Handelsbarrieren abbauen und in öffentliche Infrastruktur investieren, um nachhaltiges Wachstum zu unterstützen.
Bezüglich zukünftiger Risiken betonte Carstens die Fragilität, die durch die wachsende Dominanz der NBFIs und die Herausforderungen durch digitale Innovationen eingeführt wird. Er unterstrich die Wichtigkeit der regulatorischen Gleichheit zwischen Banken und Nichtbanken und hob die Notwendigkeit einer stärkeren Aufsicht hervor, um systemische Risiken zu verhindern. Er äußerte:
Große Innovationen wie der Eintritt von Big Tech in den Finanzsektor, digitale Zentralbankwährungen und künstliche Intelligenz stellen das Finanzsystem vor Herausforderungen und gestalten es um.
Um diesen Wandel zu steuern, schlug er eine neue Architektur vor, die auf tokenisierten Zentralbankreserven und Staatsanleihen basiert, von der er glaubt, dass sie in den kommenden Jahren das Vertrauen und die Transaktionseffizienz verbessern wird.




