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US-Dollar könnte schwächer werden, da Stablecoin-Regulierungen die globale Finanzwelt umgestalten

Europas größter Vermögensverwalter schlägt Alarm, da von den USA regulierte Stablecoins an Bedeutung gewinnen und drohen, die Dominanz des Dollars zu schwächen und die globalen Geldflüsse in großem Umfang zu destabilisieren.

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US-Dollar könnte schwächer werden, da Stablecoin-Regulierungen die globale Finanzwelt umgestalten

Rolle des US-Dollars weltweit herausgefordert durch Anstieg regulierter Stablecoins

Ein tiefgreifender Wandel in den globalen Finanzdynamiken könnte durch den US-amerikanischen Vorstoß zur Regulierung dollar-gestützter Stablecoins ausgelöst werden, was weltweit Ängste vor einer monetären Destabilisierung weckt. Amundi, Europas größter Vermögensverwalter mit über 2 Billionen Euro (2,36 Billionen US-Dollar) an verwaltetem Vermögen, äußerte am 3. Juli Bedenken, dass die jüngste Verabschiedung des GENIUS Act im US-Senat – ein Gesetz zur Aufsicht über US-Dollargebundene Krypto-Token – die globalen Geldströme erheblich umgestalten könnte.

Vincent Mortier, Chief Investment Officer bei Amundi, sagte Reuters, das Gesetz “könnte genial sein oder es könnte böse sein”, und äußerte Skepsis über seine potenziellen Konsequenzen. Da der GENIUS Act erfordert, dass diese Vermögenswerte an den US-Dollar gebunden sind, könnte dies die Nachfrage nach US-Staatsanleihen stimulieren. Mortier warnte davor, dass dieser Trend nach hinten losgehen könnte, indem er sagte:

Indem man dies tut, schafft man eine Alternative zum US-Dollar, was zu einer weiteren Schwächung des Dollars führen könnte.

“Weil, wenn ein Land einen Stablecoin pusht, könnte das als Botschaft wahrgenommen werden, dass der Dollar nicht so stark ist,” meinte er.

Der Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins (GENIUS) Act wurde erfolgreich im Juni 2025 vom Senat verabschiedet. Diese Gesetzgebung zielt darauf ab, ein umfassendes bundesstaatliches Rahmenwerk zur Regulierung von Zahlungs-Stablecoins zu schaffen, mit dem Ziel, die finanzielle Stabilität zu stärken, den Verbraucherschutz zu verbessern und Innovation im digitalen Vermögensraum zu fördern. Der GENIUS Act steht nun Mitte Juli vor einer entscheidenden Abstimmung im Repräsentantenhaus.

Während US-amerikanische Politiker den GENIUS Act weitgehend als strategischen Schritt befürworten, um die herausragende Position des US-Dollars in der sich entwickelnden digitalen Wirtschaft zu festigen, artikulieren globale Institutionen wie Amundi spezifische, differenzierte Bedenken. Wie Mortier betonte, könnte das Gesetz trotz der ausdrücklichen Anforderung, dass Stablecoins an den US-Dollar gebunden sind, unbeabsichtigt den einzigartigen globalen Status des Dollars subtil schwächen und somit zu seiner Gesamtschwächung beitragen. JPMorgan projiziert beispielsweise, dass die Stablecoin-Zirkulation bis 2028 500 Milliarden US-Dollar erreichen wird. Diese rasche Expansion eines dollar-gebundenen digitalen Währungsmarktes, selbst wenn über 90% der Stablecoins dollar-denominiert sind und ein bedeutender Teil der Transaktionen außerhalb der USA stattfindet, wirft komplexe Fragen über seine langfristigen Auswirkungen auf die globalen Geldströme und das Risiko einer breiteren monetären Destabilisierung auf.