Die türkische Regierung plant, der Finanzkriminalitätsaufsicht neue Befugnisse zur Sperrung oder Einschränkung des Zugriffs auf Bank- und Kryptowährungskonten zu verleihen.
Türkei schlägt erweiterte Befugnisse für Finanzaufsichtsbehörde vor, um Konten einzufrieren und Krypto-Wallets auf die schwarze Liste zu setzen

Übereinstimmung mit globalen Standards
Berichten zufolge bereitet die türkische Regierung vor, der Finanzkriminalitätsaufsicht, der Finanzkriminalitätsuntersuchungsbehörde (MASAK), neue Befugnisse zur Sperrung oder Einschränkung des Zugriffs auf sowohl Bank- als auch Kryptowährungskonten zu verleihen. Diese umfassenden neuen Maßnahmen, die die Behörde bei ihrem Kampf gegen Geldwäsche und Finanzkriminalität unterstützen sollen, sollen über ein Parlamentsgesetz eingeführt werden, so ein Bericht von Bloomberg.
Die vorgeschlagenen Befugnisse sollen den Kriterien der Financial Action Task Force (FATF) entsprechen, die die Türkei im Juni 2024 von ihrer ‘Grauen Liste’ entfernt hat. Die FATF stellte damals fest, dass die Türkei ihre Mechanismen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung verbessert hat. Indem MASAK befähigt wird, gegen illegale Finanzströme in sowohl traditioneller als auch digitaler Finanzwelt vorzugehen, untermauern die türkischen Behörden weiter ihren Entschluss, nicht auf die Graue Liste zurückzukehren.
Dies folgt auf frühere regulatorische Maßnahmen in diesem Jahr, als die Türkei Regulierungen vorstellte, die dem Kapitalmarktausschuss (CMB) die vollständige Aufsicht über Kryptowährungsplattformen gewähren und obligatorische Verpflichtungen für Krypto-Asset-Dienstleister festlegen.
Der Bloomberg-Bericht deutete auch darauf hin, dass die neuen Vorschriften MASAK die Befugnis geben werden, Kryptowährungsadressen, die mit Verbrechen in Verbindung stehen, auf die schwarze Liste zu setzen und Transaktionslimits zu verhängen. Anonyme Quellen, die in dem Bericht zitiert werden, geben an, dass das Gesetz in erster Linie darauf abzielt, sogenannte „gemietete Konten“ anzugehen. Die Behörden glauben, dass Kriminelle Konten von ihren rechtmäßigen Inhabern mieten oder zahlen, um Betrug oder illegales Wetten zu begehen.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen in das 11. Justizpaket aufgenommen werden, das voraussichtlich zu Beginn des neuen Legislaturjahres offiziell dem Parlament vorgelegt wird. Das türkische Finanzministerium hat sich zu diesem Thema jedoch noch nicht geäußert. Die Regulierung bleibt Gegenstand von Überarbeitungen – entweder vor ihrer Vorlage oder während der parlamentarischen Beratungen – und es gibt keine Garantie dafür, dass sie in ihrer jetzigen Form verabschiedet wird.




