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Trumps doppelter Schlag? Warum auch die Zölle gemäß Section 122 rechtlich angefochten werden könnten

Während Präsident Trump unter Berufung auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 eine neue Runde von Zöllen verhängt hat, sind Analysten und Experten der Ansicht, dass die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt sind und dass die Angelegenheit wahrscheinlich erneut vor den Obersten Gerichtshof kommen wird.

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Trumps doppelter Schlag? Warum auch die Zölle gemäß Section 122 rechtlich angefochten werden könnten

Analysten: Trumps neues Zollregime könnte ebenfalls als illegal angesehen werden

Nach einer wegweisenden Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten, mit der das bisherige einseitige Zollregime gemäß dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) für ungültig erklärt wurde, wechselte Präsident Trump zu Plan B.

Trump kündigte eine neue Runde globaler Zölle an, die am 24. Februar in Kraft treten sollten und zuvor bei 10 % lagen, dann aber auf das „vollständig zulässige und rechtlich geprüfte” Niveau von 15 % angehoben wurden. Dabei berief er sich nun auf die Befugnisse gemäß Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974, der es dem Präsidenten erlaubt, diese neue Maßnahme für einen Zeitraum von 150 Tagen zu ergreifen, wenn eine kurze Liste von Bedingungen erfüllt ist.

Abschnitt 122, der sich mit den Befugnissen des Präsidenten im Bereich der Zahlungsbilanz befasst, besagt, dass diese Maßnahmen ergriffen werden können, wenn die Regierung „mit großen und schwerwiegenden Zahlungsbilanzdefiziten der Vereinigten Staaten konfrontiert ist, um eine drohende und erhebliche Abwertung des Dollars auf den Devisenmärkten zu verhindern oder um mit anderen Ländern bei der Korrektur eines internationalen Zahlungsbilanzungleichgewichts zusammenzuarbeiten”.

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Während in dem vom Weißen Haus veröffentlichten Informationsblatt zur neuen Runde von Zöllen behauptet wird, dass „die Vereinigten Staaten mit grundlegenden internationalen Zahlungsproblemen konfrontiert sind, insbesondere mit einem großen und schwerwiegenden Zahlungsbilanzdefizit“, und dass das Land 2024 ein Leistungsbilanzdefizit von -4 % seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufwies, sind Analysten der Ansicht, dass die Regierung in Bezug auf dieses Konzept verwirrt ist.

Andrew McCarthy, ehemaliger stellvertretender US-Staatsanwalt für den südlichen Bezirk von New York und bekannter Trump-Anhänger, erklärt, dass es einen grundlegenden Unterschied zwischen der Zahlungsbilanz und der Handelsbilanz gibt. Während ein Handelsdefizit entsteht, wenn die Importe den Wert der Exporte übersteigen, ist ein Zahlungsbilanzdefizit ein weiter gefasster Begriff, der alle wirtschaftlichen Transaktionen zwischen den USA und dem Rest der Welt umfasst.

McCarthy schätzt:

„Ausländische Investitionen in den Vereinigten Staaten, gepaart mit den Vorteilen, die unser Land aufgrund der Tatsache hat, dass der Dollar die Weltreservewährung ist, gleichen das seit langem bestehende Handelsdefizit bei Waren mehr als aus. Unsere Gesamtzahlungen sind ausgeglichen. Es gibt keine Krise.“

Der ehemalige Generalstaatsanwalt Neal Katyal, der gegen Trumps IEEPA-Zölle argumentierte und den Fall vor den Obersten Gerichtshof brachte, erklärt, dass das DOJ selbst die Anwendbarkeit von Section 122 auf die umstrittenen Zölle abgelehnt habe. Das DOJ erklärte, dass die Zölle gemäß Abschnitt 122 „in diesem Fall keine offensichtliche Anwendung finden, da die vom Präsidenten bei der Ausrufung des Notstands angeführten Bedenken auf Handelsdefiziten beruhen, die sich konzeptionell von Zahlungsbilanzdefiziten unterscheiden“.

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„Wenn er umfassende Zölle will, sollte er sich wie ein Amerikaner verhalten und sich an den Kongress wenden. Wenn seine Zölle so eine gute Idee sind, sollte er kein Problem haben, den Kongress zu überzeugen. Das verlangt unsere Verfassung“, schloss Katyal.

Prognosemärkte wetten darauf, dass diese neue Runde von Zöllen vor Gericht angefochten wird. Obwohl es sich noch um einen frühen Markt handelt, glauben die Wetter von Polymarket, dass die Wahrscheinlichkeit, dass Trump vor April erneut wegen der Ausübung seiner Zollbefugnisse verklagt wird, bei 98 % liegt.

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Der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten entschied, dass Trumps Zölle rechtswidrig sind, und erklärte, er habe seine Befugnisse gemäß dem IEEPA überschritten. read more.

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FAQ

  • Was ist die neueste Ankündigung von Präsident Trump bezüglich der Zölle?
    Trump kündigte eine neue Runde globaler Zölle an, die am 24. Februar in Kraft treten sollen und gemäß Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 von 10 % auf 15 % erhöht werden.

  • Unter welchen Bedingungen kann der Präsident diese Zölle erheben?
    Abschnitt 122 erlaubt die Einführung von Zöllen für 150 Tage, um erhebliche Zahlungsbilanzdefizite zu bekämpfen oder eine Abwertung des Dollars zu verhindern.

  • Was sagen Experten zu den Zöllen und ihrer Rechtsgrundlage?
    Experten wie Andrew McCarthy argumentieren, dass die Zahlungsbilanz falsch interpretiert wird, und erklären, dass die USA aufgrund ausländischer Investitionen und des Status des Dollars keine unmittelbare Krise haben.

  • Besteht die Möglichkeit einer rechtlichen Anfechtung dieser Zölle?
    Prognosemärkte gehen mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 % davon aus, dass Trump vor April mit rechtlichen Anfechtungen dieser Zölle konfrontiert wird, was auf erhebliche Kontroversen hinsichtlich ihrer Einführung hindeutet.

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