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Trump-Tarifschock trifft die globalen Märkte, während die EU Vergeltungsmaßnahmen erwägt

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Die überraschenden 10%-Zölle von US-Präsident Donald Trump auf acht europäische Länder, die sich seiner Drohung zur Übernahme Grönlands widersetzten, erschütterten am 19. Januar die globalen Märkte.

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Trump-Tarifschock trifft die globalen Märkte, während die EU Vergeltungsmaßnahmen erwägt

Asiatische Märkte ziehen sich aus Angst vor Handelsstörungen zurück

Die Schockentscheidung von US-Präsident Donald Trump, einen 10%-Zoll auf acht europäische Länder zu erheben, die sich gegen Washingtons Drohung, Grönland zu ergreifen, aussprechen, erschütterte am Montag die globalen Finanzmärkte und entfachte Ängste vor einem erneuten transatlantischen Handelskrieg. Die Maßnahme erschütterte das Vertrauen der Anleger weltweit und trieb Gold und Silber auf neue Allzeithochs, da Händler in sichere Anlagen flüchteten.

Die asiatischen Märkte trugen die Hauptlast des ersten Rückschlags. In Tokio stürzte der Nikkei 225 um mehr als 540 Punkte oder 1,4 % im Morgengeschäft ab, da die Investoren aus exportstarken Sektoren flohen, die besonders anfällig für eskalierende Handelsstörungen sind. Hongkongs Hang Seng fiel um 0,8 %, obwohl das Gebiet nicht direkt ins Visier genommen wurde.

Inzwischen gelang es dem chinesischen Festland, den Schlag abzufedern; positive BIP-Zahlen für das vierte Quartal 2025 übertrafen die Prognosen leicht, und Peking bestätigte, dass es sein jährliches Wachstumsziel von 5 % erreicht hatte. Dies dämpfte die Volatilität in Shanghai, wo sich der Composite Index zwischen Verlusten und Gewinnen bewegte, bevor er zum Zeitpunkt des Schreibens um 0,3 % höher gehandelt wurde.

Trump Tariff Threat Roils Markets As European Mulls Retaliatory Measures

Südkoreas KOSPI widersetzte sich dem regionalen Trend und stieg um 1,32 % auf etwa 4.904 Punkte. Die Rallye wurde von Halbleiterriesen wie Samsung und Micron angetrieben, deren Leistungen die Anleger beruhigten, dass Chip-Hersteller angesichts globaler Unsicherheiten widerstandsfähig bleiben könnten.

In ganz Europa sah das Bild jedoch düster aus, zumindest während der Morgensitzung. Frankreichs CAC 40 führte den Rückgang an und fiel um 1,2 %, während Deutschlands DAX um 0,9 % nachgab. Automobilhersteller verzeichneten die größten Verluste: Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz sanken zwischen 2,5 % und 4 %, was die Angst widerspiegelt, dass Zölle die europäische Automobilindustrie hart treffen könnten.

Die Turbulenzen erfassten auch digitale Vermögenswerte. Bitcoin fiel am späten Sonntag auf 92.000 Dollar und zog den breiteren Kryptomarkt um 2,5 % auf eine Kapitalisierung von 3,23 Billionen Dollar herunter. Da die US-Märkte wegen des Martin Luther King Jr. Feiertags geschlossen waren, wird die Reaktion der Wall Street erst am Dienstag, dem 20. Januar, eintreten.

Mehr erfahren: Bitcoin fällt unter 92.000 $, da Sonntagsverkauf Hunderte Millionen in Liquidationen freisetzt

Die Zölle von Trump richteten sich gegen Frankreich, das Vereinigte Königreich, die Niederlande, Dänemark, Deutschland, Schweden, Norwegen und Finnland — als direkte Reaktion auf ihre gemeinsame Opposition gegen seine Drohung zur Übernahme Grönlands. In einem feurigen Beitrag in den sozialen Medien griff Trump das europäische Entsenden von Militärpersonal nach Grönland an und bezeichnete es als „ein gefährliches Spiel“. Er warnte davor, dass die Zölle auf 25 % steigen könnten, es sei denn, Europa zieht sich zurück, bot jedoch die Möglichkeit von Verhandlungen mit Dänemark an, sollte es den US-Forderungen nachgeben.

Europa signalisierte, dass es sich nicht einschüchtern lassen würde. Berichten zufolge bereiten sich die führenden Politiker der Europäischen Union auf ein milliardenschweres Vergeltungszollpaket vor und ziehen den Einsatz des Anti-Koerzise-Instruments (ACI) in Betracht. Das ACI wurde 2023 eingeführt und ist der Rechts- und Handelsverteidigungsmechanismus der EU gegen wirtschaftlichen Zwang durch ausländische Mächte. Sein Arsenal umfasst Zölle, Abgaben, Marktzugangsbeschränkungen und die Aussetzung von Kooperationsabkommen — eine klare Warnung, dass Brüssel bereit ist, Washington Schlag um Schlag zu begegnen.

Da sich die Führer später in dieser Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, gegenüberstehen, ist die Atmosphäre angespannt. Diplomatische Bruchlinien vertiefen sich, und die Tage bis zum Gipfel versprechen von eskalierender Rhetorik, strategischem Manöver und steigender Marktunruhe geprägt zu sein.

FAQ ❓

  • Warum hat Trump Zölle auf Europa erhoben? Er zielte auf acht Länder ab, die sich gegen Washingtons Drohung zur Übernahme Grönlands aussprechen.
  • Wie haben die asiatischen Märkte reagiert? Japans Nikkei fiel um 1,4 %, während der Shanghai-Index Chinas aufgrund starker BIP-Daten stabil blieb.
  • Welche Auswirkungen gab es in Europa? Frankreichs CAC 40 und Deutschlands DAX fielen, wobei Automobilhersteller am stärksten von den Zollsorgen betroffen waren.
  • Wie reagiert die EU? Brüssel bereitet Vergeltungszölle vor und erwägt den Einsatz des Anti-Koerzise-Instruments.
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