Der jüngste Entwurf des CLARITY Act im Senat zieht eine klare Grenze: Keine Rendite für das bloße Halten von Stablecoins – und die Krypto-Branche ist davon nicht gerade begeistert.
Stablecoin-Prämien stoßen im Entwurf des CLARITY Act des Senats auf Hindernisse, was die Branche im Ungewissen lässt

Der Kompromiss zum CLARITY Act schränkt Erträge aus Stablecoins ein, lässt Grauzonen offen
Der überarbeitete Digital Asset Market Clarity Act, der den Branchenvertretern am Montag in einer geschlossenen Sitzung im Kapitol vorgestellt wurde, verbietet angeblich passive Renditen auf Stablecoin-Guthaben, während Belohnungen, die an Nutzeraktivitäten wie Handel oder Zahlungen geknüpft sind, weiterhin erlaubt sind.
Diese Unterscheidung klingt auf dem Papier gut, doch erste Reaktionen deuten darauf hin, dass die Umsetzung alles andere als einfach sein könnte. Laut Berichten der Crypto-America-Journalistin und Moderatorin Eleanor Terrett sagten mit dem Entwurf vertraute Quellen, der „Vorschlag würde Plattformen verbieten, Renditen ‚direkt oder indirekt‘ für das Halten eines Stablecoins oder in einer Weise anzubieten, die einer Bankeinlage ähnelt.“ Terrett fügte hinzu:
„Ein Branchenführer, der den Text heute geprüft hat, sagt mir, der Entwurf sei eine ‚Abweichung‘ von dem, was zuvor mit dem Weißen Haus besprochen worden war, und warnt, dass der Standard der ‚wirtschaftlichen Äquivalenz‘ vage sei und von künftigen Regulierungsbehörden restriktiver ausgelegt werden könnte.“
Im Mittelpunkt der Debatte steht ein langjähriger Konflikt zwischen Krypto-Unternehmen und traditionellen Banken. Plattformen wie Coinbase argumentieren, dass das Anbieten von Prämien für Stablecoins ein Kernmerkmal sei, während Banken warnen, dass solche Programme Einlagenkonten nachahmen und Gelder aus dem Bankensystem abziehen könnten.
Die Gesetzgeber scheinen einen Mittelweg gefunden zu haben. Der Kompromiss, der am 20. März von den Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks mit Unterstützung des Weißen Hauses erzielt wurde, verbietet an Guthaben gebundene Renditen, erlaubt jedoch Anreize, die an das Nutzerverhalten geknüpft sind.
Der Haken: Der Gesetzentwurf definiert nicht, wie diese aktivitätsbasierten Prämien funktionieren sollen. Stattdessen überlässt er die Details den Regulierungsbehörden und gibt der Securities and Exchange Commission, der Commodity Futures Trading Commission und dem Finanzministerium ein Jahr Zeit, um dies zu klären. Dieses einjährige Zeitfenster hinterlässt eine Grauzone, in der Unternehmen ohne klare Leitplanken agieren können. Für eine Branche, die von Präzision in Code und Verträgen lebt, kommt Unklarheit im Gesetz tendenziell schlecht an.
Banken hingegen dürften den Rahmen als Erfolg betrachten. Durch die Abschaffung passiver Renditen schützt der Entwurf traditionelle Sparprodukte vor direkter Konkurrenz durch Stablecoin-Konten – eine Priorität, die durch intensive Lobbyarbeit im Laufe des Jahres 2025 unterstützt wurde. Der umfassendere CLARITY Act ist seit Jahren in Arbeit und wurde bereits im Juli 2025 mit parteiübergreifender Unterstützung vom Repräsentantenhaus verabschiedet. Sein Kernziel ist es, die Aufsicht zwischen der SEC und der CFTC aufzuteilen und die meisten Blockchain-nativen Vermögenswerte der Rohstoffregulierung zu unterstellen. Dennoch hat sich die Rendite von Stablecoins als der Knackpunkt erwiesen, der den Fortschritt wiederholt blockiert hat. Ein Entwurf des Senats vom Januar, der Renditen gänzlich verbot, veranlasste Coinbase-CEO Brian Armstrong, seine Unterstützung zurückzuziehen, was dazu beitrug, eine geplante Abstimmung im Ausschuss zu verhindern.
Der jüngste Kompromiss belebt die Dynamik des Gesetzentwurfs wieder, garantiert jedoch nicht dessen Verabschiedung. Die Gesetzgeber stehen noch vor der Ausschussberatung, einer Abstimmung im gesamten Senat, der Abstimmung konkurrierender Fassungen und schließlich der Unterzeichnung durch den Präsidenten. Und die Rendite ist nicht das einzige ungelöste Problem. Debatten über die Aufsicht über dezentrale Finanzen (DeFi), Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche und ethische Bestimmungen dauern an und sorgen für zusätzliche Reibungspunkte auf einem ohnehin schon überfüllten Gesetzgebungsweg. „Als Nächstes: Vertreter der Banken werden den Text morgen prüfen“, schloss Terretts Bericht. Derzeit ist die Botschaft aus Washington klar: Renditen allein für das Parken von Stablecoins stehen nicht zur Debatte – doch was an ihre Stelle treten soll, ist noch in Arbeit.
FAQ 🔎
- Erlaubt der CLARITY Act Zinsen auf Stablecoins? Nein, der aktuelle Entwurf des Senats verbietet passive Erträge, die allein durch das Halten von Stablecoins erzielt werden.
- Sind Belohnungen für Stablecoins überhaupt noch erlaubt?
Ja, aktivitätsbasierte Belohnungen, die an Handel, Zahlungen oder Nutzung geknüpft sind, sind unter bestimmten Bedingungen zulässig. - Warum sind Banken gegen Renditen aus Stablecoins? Banken argumentieren, dass verzinsliche Stablecoins direkt mit traditionellen Sparkonten konkurrieren und Einlagen abziehen könnten.
- Wann werden die endgültigen Vorschriften zu Stablecoin-Vergütungen festgelegt?
Es wird erwartet, dass die Aufsichtsbehörden innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes detaillierte Vorschriften erlassen.




