Der US-Senatsausschuss für Banken, Wohnungswesen und städtische Angelegenheiten hat einen Diskussionsentwurf veröffentlicht, der darauf abzielt, das regulatorische Umfeld für digitale Vermögenswerte zu klären. Obwohl er sich noch in den Anfängen befindet, signalisiert der Vorschlag einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise, wie der Kongress die Aufsicht über Kryptomärkte, Stablecoins und Vermittler digitaler Vermögenswerte angehen könnte. Der Entwurf spiegelt mehrere parteiübergreifende Bemühungen wider, nimmt jedoch einen vorsichtigeren Ton an, der mit Verbraucher- und Finanzstabilitätsbedenken übereinstimmt.
Senatsausschuss schlägt Vorschriften für digitale Vermögenswerte vor

Das folgende Meinungseditorial wurde von Alex Forehand und Michael Handelsman für Kelman.Law verfasst.
Wichtige Bestandteile des Entwurfs
- Definition digitaler Vermögenswerte und Vermittler
Der Entwurf beginnt mit der Festlegung grundlegender Definitionen für “digitale Vermögenswerte”, wobei zwischen Zahlungs-Stablecoins, digitalen Waren und digitalen Wertpapieren unterschieden wird. Er definiert auch „digitale Vermögenswertvermittler“ allgemein, sodass Börsen, Verwahrer, Makler und Wallet-Anbieter eingeschlossen sind, die alle neuen Aufsichtsanforderungen unterliegen würden. - Zuständigkeitsklarheit zwischen SEC und CFTC
Eines der kritischsten Elemente ist der Vorschlag, klare Zuständigkeitsgrenzen zwischen der Securities and Exchange Commission (SEC) und der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zu schaffen. Nach dem Entwurf würden digitale Waren unter die Aufsicht der CFTC fallen, während digitale Vermögenswerte, die Gewinn erwartungen basierend auf den Bemühungen anderer bieten, im Zuständigkeitsbereich der SEC bleiben würden. Diese Aufteilung stimmt mit jüngsten Bemühungen wie dem Digital Commodity Exchange Act und dem Financial Innovation and Technology for the 21st Century Act überein. - Stablecoin-Rahmenwerk und föderale Aufsicht
Stablecoin-Emittenten würden neuen Registrierungsanforderungen unterliegen, die föderaler Genehmigung und aufsichtsrechtlichen Standards unterliegen. Emittenten müssen vollständige Reserven in berechtigten Vermögenswerten halten, Routineprüfungen unterziehen und operationalen Risiko- und Anti-Geldwäsche-Kontrollen (AML) einhalten. Bemerkenswert ist, dass der Entwurf die laufende Debatte widerspiegelt, ob Stablecoins ähnlich wie Bankinstrumente oder als maßgeschneiderte digitale Zahlungsmittel reguliert werden sollten, was jüngste Entwicklungen wie das Lummis-Gillibrand Payment Stablecoin Act widerspiegelt. - Verbraucherschutz und Offenlegungspflichten
Der Vorschlag fordert verbesserte Offenlegungen gegenüber Einzelhandelskunden, einschließlich detaillierter Erklärungen zu Risiken, Gebühren und rechtlichen Rechten. Er schlägt auch die Erstellung eines standardisierten “Offenlegungsformulars für digitale Vermögenswerte” vor, das möglicherweise Ähnlichkeiten mit Prospekten für Investmentfonds aufweist, um das Verständnis der Anleger zu unterstützen. Dieser Abschnitt fügt sich in breitere regulatorische Bedenken ein, die in SEC-Vollstreckungsmaßnahmen und -richtlinien zu Kryptoplattformen geäußert wurden. - Leitplanken bei Vermischung und Verwahrung
Ein Hauptthema im gesamten Entwurf ist die Verhinderung von FTX-ähnlichen Ausfällen. Vermittler wäre es verboten, Kunden- und Unternehmensvermögen zu vermischen, wobei strenge Anforderungen an Verwahrungspraktiken und Aufzeichnungen gestellt werden. Diese Reformen spiegeln Empfehlungen des Finanzstabilitätsaufsichtsrats (FSOC) wider und folgen auf die konkursbedingte Überprüfung von Unternehmen mit digitalen Vermögenswerten.
Reaktionen der Industrie und der Regulierungsbehörden
Der Entwurf hat von Industrievertretern vorsichtigen Optimismus erhalten, von denen viele lange nach regulatorischer Klarheit verlangt haben. Einige Interessengruppen sind jedoch besorgt über den Umfang der föderalen Autorität, insbesondere über Softwareentwickler und dezentrale Protokolle. Unterdessen haben Regulierungsbehörden gemischte Reaktionen gezeigt. Die SEC verfolgt weiterhin eine expansive Auslegung ihrer Zuständigkeit, während die CFTC Bemühungen zur Erlangung größerer gesetzlicher Befugnisse über Spotmärkte für digitale Waren unterstützt hat.
Wie geht es weiter
Die Veröffentlichung dieses Diskussionsentwurfs garantiert keine gesetzgeberische Aktion, markiert jedoch einen Wendepunkt in der Kryptoregulierung. Es öffnet die Tür für formelle Anhörungen, Änderungen und potenzielle parteiübergreifende Verhandlungen. Sollte der Gesetzentwurf vorangebracht werden, könnte er andere anhängige Gesetzgebungen wie den CLARITY Act und den GENIUS Act ergänzen oder mit ihnen konkurrieren, die jeweils darauf abzielen, die rechtliche Behandlung digitaler Vermögenswerte zu modernisieren.
Während Gesetzgeber weiterhin Innovationen mit Verbraucher- und Finanzschutz abwägen, sollte sich die Kryptoindustrie auf ein neues regulatorisches Paradigma vorbereiten—eines, das zunehmend durch Bundesgesetze und nicht nur durch regulatorische Durchsetzung geprägt ist. Kelman PLLC überwacht weiterhin Entwicklungen in der Kryptoregulierung in verschiedenen Jurisdiktionen und steht zur Verfügung, um Kunden bei der Navigation durch diese sich entwickelnden rechtlichen Landschaften zu beraten. Für weitere Informationen oder um einen Beratungstermin zu vereinbaren, bitte kontaktieren Sie uns.




