Die Securities and Exchange Commission (SEC) und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) haben am Dienstag eine gemeinsame Auslegung veröffentlicht, in der sie klarstellen, wie die Wertpapiergesetze des Bundes auf Krypto-Vermögenswerte anzuwenden sind. Dies stellt einen der bislang umfassendsten Versuche dar, die regulatorischen Grenzen in den Vereinigten Staaten abzugrenzen.
SEC und CFTC veröffentlichen wegweisende Leitlinien für Kryptowährungen, die die Grenzen der US-amerikanischen Regulierung festlegen

Wende in der Krypto-Politik auf Bundesebene: SEC und CFTC legen Zuständigkeiten und Token-Arten fest
Die in Washington, D.C., veröffentlichten Leitlinien (1 & 2) legen dar, wie verschiedene Krypto-Vermögenswerte und damit verbundene Aktivitäten unter bestehende Wertpapier- und Rohstoffgesetze fallen, und signalisieren gleichzeitig eine engere Zusammenarbeit zwischen der SEC und der CFTC, während der Kongress über umfassendere Gesetze zur Marktstruktur berät.
Im Mittelpunkt der Auslegung steht eine formale Taxonomie, die Krypto-Vermögenswerte in digitale Rohstoffe, digitale Sammlerstücke, digitale Tools, Stablecoins und digitale Wertpapiere einteilt. Die Regulierungsbehörden erklären, dass das Rahmenwerk darauf ausgelegt ist, Verwirrung bei Emittenten, Entwicklern und Investoren zu verringern, die sich in überlappenden Zuständigkeitsbereichen bewegen.
Die Behörden gingen auch auf eine seit langem diskutierte Frage ein: Wann kann ein Krypto-Asset mit einem Anlagevertrag verbunden sein und wann gilt diese Einstufung möglicherweise nicht mehr. Die Auslegung besagt, dass ein „Nicht-Wertpapier-Krypto-Asset“ unter bestimmten Bedingungen unter die Wertpapiergesetze fallen kann, wenn es als Teil eines Anlagevertrags angeboten wird, diese Einstufung jedoch nicht unbedingt dauerhaft ist.
SEC-Vorsitzender Paul Atkins bezeichnete diesen Schritt als Kurskorrektur nach Jahren regulatorischer Unklarheit. „Nach mehr als einem Jahrzehnt der Unsicherheit wird diese Auslegung den Marktteilnehmern ein klares Verständnis dafür vermitteln, wie die Kommission Krypto-Assets nach den Wertpapiergesetzen des Bundes behandelt“, sagte Atkins. „Das ist es, was Regulierungsbehörden tun sollen: klare Grenzen in klaren Worten ziehen.“
„Die vorherige Regierung ‚weigerte sich‘, anzuerkennen, dass die meisten Krypto-Assets keine ‚Wertpapiere‘ sind“, sagte Atkins am Dienstag auf dem DC Blockchain Summit.
Die Auslegung stellt zudem klar, wie die Bundeswertpapiergesetze auf gängige Krypto-Aktivitäten anzuwenden sind, darunter Airdrops, Protocol Mining, Protocol Staking und das „Wrapping“ von Vermögenswerten. Diese Bereiche standen in jüngsten Durchsetzungsmaßnahmen im Fokus, wobei die Regulierungsbehörden nun versuchen, eine einheitliche Behandlung festzulegen, anstatt sich ausschließlich auf Einzelfallentscheidungen zu stützen.
Die CFTC, die sich der Auslegung anschloss, signalisierte eine Angleichung an den Rahmen der SEC und betonte gleichzeitig ihre eigene Befugnis gemäß dem Commodity Exchange Act. Die Behörde stellte fest, dass bestimmte Krypto-Vermögenswerte, die keine Wertpapiere sind, als Rohstoffe gelten können, und bekräftigte damit ihre Aufsichtsfunktion bei der Durchsetzung von Vorschriften für Derivate und Spotmärkte. CFTC-Vorsitzender Michael Selig sagte, die gemeinsame Initiative ziele darauf ab, die jahrelange Unsicherheit für die Branchenakteure zu beenden. „Viel zu lange haben amerikanische Entwickler, Innovatoren und Unternehmer auf klare Leitlinien gewartet“, sagte Selig und fügte hinzu, dass die Auslegung das Bekenntnis zu „praktikablen, harmonisierten Vorschriften“ für digitale Vermögenswerte widerspiegele. Die Veröffentlichung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Gesetzgeber in Washington weiterhin über eine parteiübergreifende Gesetzgebung debattiert, die die Aufsicht formell zwischen der SEC und der CFTC aufteilen würde. Die Regulierungsbehörden beschrieben die Auslegung als Brücke, die vorübergehende Klarheit biete, während gesetzliche Regelungen noch in der Entwicklung seien.
Es wird erwartet, dass die Marktteilnehmer die Leitlinien genau prüfen werden, insbesondere hinsichtlich der Behandlung sich entwickelnder Token-Strukturen und dezentraler Finanzanwendungen. Die Auslegung schafft zwar kein neues Recht, bietet jedoch Einblicke darin, wie beide Behörden bestehende Gesetze künftig anwenden wollen.

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Die Dokumente werden auf SEC.gov, CFTC.gov und im Federal Register veröffentlicht, wobei die Behörden Emittenten, Entwickler und Investoren dazu ermutigen, die Unterlagen zu prüfen, um die Compliance-Erwartungen auf dem US-Kryptomarkt besser zu verstehen. Für eine Branche, die seit Jahren von den Regulierungsbehörden fordert, „einfach zu sagen, worauf es ankommt“, hat Washington nun geantwortet – wie sich diese Antwort in der Praxis auswirkt, könnte jedoch das nächste Kapitel sein.
FAQ 🔎
- Was haben die SEC und die CFTC zum Thema Kryptowährungen bekannt gegeben? Sie haben eine gemeinsame Auslegung veröffentlicht, in der klargestellt wird, wie die US-amerikanischen Wertpapier- und Rohstoffgesetze auf Krypto-Vermögenswerte und -Transaktionen anzuwenden sind.
- Werden die meisten Krypto-Vermögenswerte in den USA als Wertpapiere betrachtet? Die SEC erklärte, dass die meisten Krypto-Vermögenswerte an sich keine Wertpapiere sind, in bestimmten Fällen jedoch mit Anlageverträgen verbunden sein können.
- Welche Aktivitäten fallen unter die neuen Krypto-Leitlinien? Die Auslegung befasst sich mit Airdrops, Staking, Mining und Asset Wrapping im Rahmen der Bundeswertpapiergesetze.
- Warum ist diese Aktualisierung der Krypto-Regulierung in den USA wichtig? Sie bietet klarere Regeln für Entwickler, Investoren und Unternehmen, während der Kongress an einer umfassenderen Krypto-Gesetzgebung arbeitet.




