Die saudische „Petroline“, eine 1.200 Kilometer lange Rohölpipeline, die die östlichen Ölfelder des Landes mit dem Roten Meer verbindet, transportiert derzeit Öl mit ihrer maximalen Nennkapazität von 7 Millionen Barrel pro Tag und bietet damit eine teilweise Umgehungslösung für die Blockade der Straße von Hormus, durch die der normale Verkehr um schätzungsweise 90 bis 95 % eingeschränkt wurde.
Saudi-Arabiens Ost-West-Pipeline erreicht 7 Millionen Barrel pro Tag, während die Sperrung der Straße von Hormus in die fünfte Woche geht

Hormuz-Krise, Woche fünf: Saudi-Arabiens Ost-West-Pipeline ist nun die Lebensader des globalen Ölmarktes
Amin Nasser, CEO von Saudi Aramco, teilte Analysten am 10. März mit, dass die volle Kapazität in wenigen Tagen erreicht sein werde. Bloomberg bestätigte, dass die Pipeline diese Marke am 28. März 2026 erreicht hat. Die Strecke verläuft vom Ölverarbeitungszentrum Abqaiq im Osten über die Arabische Halbinsel bis zum Hafen Yanbu am Roten Meer.
Aramco baute sie in den 1980er Jahren während des Iran-Irak-Kriegs genau für solche Notfälle. In normalen Zeiten transportierte die Pipeline zwischen 1,7 und 2,8 Millionen Barrel pro Tag (bpd). Die Umstellung paralleler Leitungen für Erdgasflüssigkeiten auf den Transport von Rohöl machte die Zahl von 7 Millionen bpd möglich.
Bei vollem Durchsatz versorgen rund 2 Millionen bpd die saudischen Raffinerien an der Westküste. Die verbleibenden 5 Millionen bpd werden zur Exportverladung nach Yanbu transportiert. Schiffsverfolgungsdaten zeichnen ein komplexeres Bild. Der gleitende Fünf-Tage-Durchschnitt der Rohölabfahrten aus Yanbu liegt zwischen 3,66 und 5 Millionen Barrel pro Tag, mit einigen Spitzenwerten über 4 Millionen. Die nominelle Verladekapazität des Terminals in Yanbu wird auf 4 bis 4,5 Millionen Barrel pro Tag geschätzt. Die Tankerplanung in Kriegszeiten und die Gezeitenfenster reduzieren diese Zahl in der Praxis noch weiter. Nach Schätzungen von Analysten transportiert Saudi-Arabien zwischen 50 und 70 % seines Exportvolumens aus der Zeit vor dem Krieg über diese Route. Die Pipeline hilft, gleicht aber nicht den gesamten Ausfall aus der Straße von Hormus aus.
Normalerweise werden etwa 20 % der weltweiten Ölversorgung durch die Meerenge transportiert. Seit Beginn der US-amerikanischen und israelischen Militärschläge gegen den Iran Ende Februar ist der Tankerverkehr durch die Wasserstraße zusammengebrochen. Berichten zufolge hat der Iran Teile der Meerenge verminten und kontrolliert die Durchfahrt in anderen Abschnitten.
WTI-Rohöl schloss am Freitag, dem 27. März, zwischen 99,64 und 101,18 US-Dollar pro Barrel – ein Tagesgewinn von mehr als 5 % und ein Anstieg von rund 40 % im letzten Monat. Brent notierte in einer Spanne von 105,32 bis 112,57 US-Dollar pro Barrel. Physisches Dubai-Rohöl, das die tatsächlichen Lieferbedingungen für asiatische Käufer widerspiegelt, wurde nahe 126 US-Dollar pro Barrel gehandelt.

Weltweit sind derzeit koordinierte Freigaben aus strategischen Reserven in Höhe von insgesamt rund 400 Millionen Barrel im Gange – die größten seit Beginn der Aufzeichnungen. Analysten von Goldman Sachs und S&P Global haben ihre Preisprognosen für 2026 bereits nach oben korrigiert. Sollten sich die Verkehrsbedingungen in der Straße von Hormus bis Mitte April nicht erholen, warnen Branchenquellen, könnten die Preise im schlimmsten Fall 150 bis 200 US-Dollar pro Barrel erreichen.
Die Habshan-Fujairah-Pipeline der VAE wird in ähnlicher Weise als Umgehungsroute genutzt und bietet den Produzenten am Golf einen zweiten Absatzweg. Zusammen stellen die beiden Pipelines die wichtigste physische Alternative zu Hormuz für die Rohölexporteure der Arabischen Halbinsel dar.

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Der durchschnittliche Benzinpreis im US-Einzelhandel lag Ende März zwischen 3,91 und 3,98 US-Dollar pro Gallone, wobei bei Handelsbeginn am Montag weiterer Druck erwartet wird. Präsident Trumps fünftägige diplomatische Frist für den Iran lief um den 28. März herum ab, ohne dass es zu einem Waffenstillstand oder einer Einigung bezüglich Hormuz kam. Analysten sehen keine kurzfristige Lösung.
Saudi-Arabiens Petroline wurde in Friedenszeiten selten nahe ihrer vollen Kapazität betrieben. Das hat sich geändert. Sie ist nun eine der bedeutendsten Pipelines auf dem globalen Ölmarkt.
FAQ
- Was ist die Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens? Es handelt sich um eine 1.200 Kilometer lange Rohölpipeline, die vom Osten Saudi-Arabiens zum Hafen Yanbu am Roten Meer verläuft und gebaut wurde, um die Straße von Hormus zu umgehen.
- Warum läuft die Petroline im Jahr 2026 mit voller Kapazität? Militärische Angriffe der USA und Israels gegen den Iran haben die Straße von Hormus effektiv gesperrt und Saudi-Arabien gezwungen, seine Rohölexporte auf dem Landweg umzuleiten.
- Wie viel Öl transportiert die Ost-West-Pipeline derzeit? Saudi Aramco bestätigte am 28. März 2026, dass die Petroline mit ihrer maximalen Kapazität von 7 Millionen Barrel pro Tag läuft.
- Wird die saudische Pipeline den weltweiten Engpass bei der Ölversorgung beheben? Die Pipeline gleicht die Unterbrechung in der Straße von Hormuz teilweise aus, kann jedoch nicht die rund 20 % der weltweiten Ölversorgung ersetzen, die normalerweise durch die Meerenge transportiert werden.




