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Papier vs. Physisch: Der Rückgang des Silbers hebt die Befürchtungen eines Marktungleichgewichts hervor

Silberpreise fielen diese Woche um über 3 % auf 37,20 $ pro Unze angesichts anhaltender Vorwürfe unter Investoren, dass der Markt durch umfangreichen Papierhandel an der COMEX unterdrückt wird.

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Papier vs. Physisch: Der Rückgang des Silbers hebt die Befürchtungen eines Marktungleichgewichts hervor

Silber-Bullen sehen Manipulation im Preisrückgang

Silber begann die Woche bei 36,98 $ bis 37,20 $ pro Unze und fiel innerhalb von sieben Tagen um etwas über 3 %. Dieser Rückgang hat das Gerede unter den treuen Silberanhängern neu entfacht, die glauben, dass die Preise durch den massiven Zufluss von „Papier-Silber“ auf den COMEX-Futures-Markt in Schach gehalten werden. Die Theorie ist nicht neu – sie macht seit Jahren die Runde – und bisher konnte niemand stichhaltige Beweise in die eine oder andere Richtung vorlegen.

Befürworter dieser Theorie argumentieren, dass sich die Unterdrückung auf ein fundamentales Marktungleichgewicht stützt. Sie verweisen auf Daten, die darauf hinweisen, dass das Volumen der auf Plattformen wie COMEX gehandelten Papiersilberverträge die jährliche weltweite Minenproduktion oft um Verhältnisse über 350:1 übersteigt. Das bedeutet, dass Hunderte von Papieronzen für jede jährlich abgebaute physikalische Unze gehandelt werden.

„Der Silbermarkt handelte gestern 369 Millionen Papieronzen, um den Preis nach unten zu treiben“, behauptete der X-Account namens The Dude. „Die COMEX hatte 918 Lieferungen und die LBMA hatte 950. Warum würde der Preis sinken, wenn dies einer der größeren Lieferungstage ist. Silber wird zu 100 % von Optionen und Derivaten kontrolliert.“

Papier vs. Physisch: Silbers Rückgang hebt Befürchtungen über Marktungleichgewichte hervor

Zentral in der Theorie ist die Rolle großer Finanzinstitute, oft als “Bullion Bank” bezeichnet. Kritiker behaupten, dass diese Banken enorme Short-Positionen in Silber-Futures-Kontrakten halten, die manchmal nicht durch physisches Metall gedeckt sind („naked shorts“). Sie behaupten, dass diese Einheiten große Mengen an Papierkontrakten strategisch verkaufen, insbesondere in Zeiten niedriger Marktliquidität.

Spezifische Muster werden häufig als Beweis hervorgehoben. Dazu gehören plötzliche, scharfe Kursrückgänge – als „Schläge“ oder „tamps“ bezeichnet – die oft um den New Yorker Marktbeginn herum auftreten. Kritiker argumentieren, dass diese Bewegungen statistisch unwahrscheinlich sind, ohne koordinierten Verkaufsdruck, und dazu dienen, Silber daran zu hindern, wichtige Widerstandsniveaus zu durchbrechen.

Papier vs. Physisch: Silbers Rückgang hebt Befürchtungen über Marktungleichgewichte hervor

Unterstützer verweisen auf historische Präzedenzfälle. Sie bemerken, dass große Banken erhebliche behördliche Geldstrafen für manipulative Praktiken in den Edelmetallmärkten, einschließlich Spoofing (falsche Aufträge) und Betrug in Gold- und Silber-Futures, gezahlt haben. Weitere zitierte Beweise sind hartnäckige Muster, bei denen Silberpreise während asiatischer und europäischer Handelszeiten steigen, aber während der dominierenden New Yorker Sitzung fallen. Analysten wie Ronan Manly haben Charts geteilt, die angeblich zeigen, dass diese Unterdrückungsdynamik über Jahrzehnte hinweg konsistent ist.

Das Motiv hinter der mutmaßlichen Unterdrückung, so diese Theorien, ist vielfältig. Ein Hauptanliegen ist der Schutz von Fiat-Währungen wie dem US-Dollar. Silbers historische Rolle als monetäres Metall bedeutet, dass ein erheblicher Preisanstieg als Vertrauensverlust in Papierwährungen interpretiert werden könnte. Niedrige Silberpreise zu halten, wird als Stärkung dieses Vertrauens angesehen.

Gegenargumente und regulatorische Ergebnisse stellen dieses Narrativ in Frage. Die U.S. Commodity Futures Trading Commission (CFTC) führte 2008 und 2013 Untersuchungen des Silbermarktes durch und kam beide Male zu dem Schluss, dass sie „keine Beweise“ für Manipulation gefunden habe. Branchenverbände wie die CPM Group weisen die Theorien zurück und führen beobachtete Preismuster auf normale Absicherungstätigkeiten und industrielle Nachfrageschwankungen zurück.

Gleichzeitig bestehen Bedenken bezüglich der physischen Bestände der COMEX. Daten zeigen einen signifikanten Rückgang der Silberbestände der COMEX, insbesondere der für die Lieferung verfügbaren Kategorie „registered“, die stark von den frühen 2021er Niveaus gefallen ist. Der Markt verzeichnet auch seit Jahren ein anhaltendes jährliches Angebotsdefizit.

Die Struktur der COMEX selbst schürt diese Bedenken. Es operiert mit einem fraktionierten Reservensystem, bei dem Papieransprüche das verfügbare Metall übersteigen. Analysten warnen, dass eine anhaltende, hohe Nachfrage nach physischer Lieferung theoretisch die verfügbaren registrierten Silberbestände belasten oder sogar erschöpfen könnte, was potenziell zu Marktstörungen führen könnte.

Während definitive Beweise für eine systematische, anhaltende Manipulation umstritten bleiben, bieten die Kombination aus dokumentiertem Fehlverhalten von Banken in der Vergangenheit, beobachtbaren Handelsmustern, sinkenden sichtbaren Beständen und dem schieren Umfang des Papierhandels eine faktische Grundlage dafür, warum einige Investoren die Theorien für plausibel halten. Die Debatte intensiviert sich mit jeder signifikanten Preisbewegung, wie dem jüngsten Rückgang dieser Woche.