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Ölpreis schießt auf 120 Dollar, da Angriffe im Nahen Osten die Energieinfrastruktur schwer treffen

Der Preis für Brent-Rohöl stieg am Donnerstag auf über 116 Dollar pro Barrel, da koordinierte Angriffe auf die Energieinfrastruktur am Golf die Erwartungen hinsichtlich der weltweiten Versorgung erschütterten und die Befürchtungen vor einer anhaltenden Versorgungsunterbrechung verstärkten.

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Ölpreis schießt auf 120 Dollar, da Angriffe im Nahen Osten die Energieinfrastruktur schwer treffen

Rohölpreise steigen sprunghaft an, da Versorgungsschock die Transportstörungen ablöst

Die globale Referenzmarke erreichte kurzzeitig 116 US-Dollar, bevor sie leicht nachgab, und krönte damit einen dramatischen Anstieg von mehr als 60 % seit Ende Februar, als die Preise noch unter 73 US-Dollar lagen. Die jüngste Entwicklung folgt auf eine Welle iranischer Raketen- und Drohnenangriffe auf kritische Öl- und Gasanlagen in Katar, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Saudi-Arabien.

Die Eskalation markiert einen Wendepunkt in dem Konflikt, der am 28. Februar begann, als US-amerikanische und israelische Streitkräfte die Operation „Epic Fury“ starteten, die auf die iranische Nuklear- und Militärinfrastruktur abzielte. Während bei den ersten Angriffen wichtige Produktionszentren verschont blieben, brach diese Zurückhaltung diese Woche zusammen, nachdem Angriffe das iranische South-Pars-Gasfeld, das größte der Welt, trafen.

Der Iran reagierte umgehend, erklärte die Energieinfrastruktur am Golf zu „legitimen Zielen“ und gab Warnungen zur Evakuierung von Anlagen in der gesamten Region heraus. Innerhalb weniger Stunden gerieten wichtige Standorte, die mit globalen Lieferketten verbunden sind, unter Beschuss.

Oil Rockets Toward $120 as Middle East Strikes Hammer Energy Infrastructure
Brent-Rohöl (UKOIL) am 19. März 2026, via tradingview.com

In Katar trafen Raketen die Industriestadt Ras Laffan, den weltweit größten LNG-Exportknotenpunkt, der für fast ein Fünftel der weltweiten Lieferungen verantwortlich ist. Es wurde von Bränden und Schäden berichtet, obwohl die Produktion bereits zu einem früheren Zeitpunkt des Konflikts eingeschränkt worden war.

Kuwait meldete Drohnenangriffe auf Anlagen im Zusammenhang mit den Raffinerien Mina al-Ahmadi und Mina Abdullah, bei denen es zu Bränden kam, die später unter Kontrolle gebracht wurden. Es wurden keine Opfer gemeldet, doch die Vorfälle verstärkten die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Stabilität der regionalen Produktion.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten kam es nach Raketenbedrohungen und Trümmern von abgefangenen Raketen zu Betriebsstillständen in den Habshan-Gasanlagen und im Bab-Ölfeld. Saudi-Arabien meldete begrenzte Schäden nach einem Luftangriff auf die SAMREF-Raffinerie in Yanbu, während weitere auf Riad abgefeuerte Raketen abgefangen wurden.

Die Marktreaktion erfolgte umgehend. Der Preis für Brent-Rohöl stieg innerhalb eines Tages um bis zu 11 %, bevor er sich im Bereich von 114 bis 116 US-Dollar stabilisierte. West Texas Intermediate blieb zurück und notierte bei 96 bis 98 US-Dollar, da die Freigabe von US-Strategiereserven den inländischen Preisdruck dämpfte.

Auch die Erdgasmärkte reagierten heftig. Die europäischen Referenzpreise stiegen innerhalb eines Handelstages um 16 % bis 35 %, was die Befürchtung widerspiegelt, dass sich die Störungen von den Schifffahrtsrouten auf tatsächliche Produktionsausfälle verlagern. Die Straße von Hormus, über die rund 20 % der weltweiten Öllieferungen transportiert werden, bleibt weitgehend blockiert, wodurch die regionalen Exporte im Vergleich zum Niveau vor dem Konflikt um mindestens 60 % zurückgegangen sind. Analysten warnen nun, dass sich die Situation von logistischen Engpässen zu einem direkten Versorgungsschock entwickelt hat. Energieexperten betonen, dass dieser Unterschied von Bedeutung ist. Versorgungsausfälle aufgrund von Infrastrukturschäden sind weitaus schwieriger zu beheben als die Umleitung von Tankern oder die Anpassung von Schifffahrtsrouten, was den Druck sowohl auf die Märkte als auch auf die politischen Entscheidungsträger erhöht.

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US-Beamte prüfen laut Berichten Optionen zur Wiedereröffnung von Tanker-Routen, während die Produzenten am Golf versuchen, ihre Exporte wo möglich umzuleiten. Dennoch hat der Kapazitätsverlust in Verbindung mit anhaltenden Angriffen dazu geführt, dass die Märkte eine weitere Eskalation einpreisen. Analysten weisen darauf hin, dass die Preise auf 130 Dollar steigen könnten, sollten die Angriffe ausgeweitet werden oder anhalten, während ein diplomatischer Durchbruch den Druck mindern könnte. Derzeit reagieren Händler auf tatsächliche Störungen und nicht nur auf geopolitische Risiken.

FAQ 🛢️🛢️

  • Warum steigen die Ölpreise in den USA? Die Ölpreise steigen aufgrund von Angriffen im Nahen Osten, die die weltweite Versorgung stören und wichtige Schifffahrtsrouten blockieren.
  • Was ist die Straße von Hormus und warum ist sie wichtig? Sie ist eine wichtige Schifffahrtsroute für etwa 20 % des weltweiten Öls, und ihre Unterbrechung schränkt das weltweite Angebot ein.
  • Wie hoch könnten die Benzinpreise in den USA steigen? Analysten schätzen, dass Benzinpreise 4,50 bis 6 Dollar pro Gallone erreichen könnten, wenn die Störungen anhalten.
  • Was hat den jüngsten Anstieg der Ölpreise verursacht? Raketen- und Drohnenangriffe auf wichtige Öl- und Gasanlagen am Golf haben Befürchtungen vor anhaltenden Produktionsausfällen ausgelöst.
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