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New Jersey scheitert nach Berufung vor Bundesgericht mit seinem Versuch, die Verträge von Kalshi Sports zu kündigen

Ein Bundesberufungsgericht entschied am Montag, dass New Jersey das staatliche Glücksspielgesetz nicht anwenden darf, um den Sportwettenmarkt von Kalshi zu schließen, und bescherte der unter Bundesaufsicht stehenden Plattform damit einen bedeutenden juristischen Sieg. Die wichtigsten Erkenntnisse:

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New Jersey scheitert nach Berufung vor Bundesgericht mit seinem Versuch, die Verträge von Kalshi Sports zu kündigen
  • Ein Berufungsgericht des Dritten Bezirks entschied am 6. April 2026 mit 2:1 Stimmen, dass das Bundesrecht New Jersey daran hindert, die staatlichen Glücksspielvorschriften gegen Kalshi durchzusetzen.
  • Die Entscheidung gewährt Kalshi bundesweiten Vorrangschutz in ganz New Jersey, wo die Plattform ein wöchentliches Handelsvolumen von über 1 Milliarde US-Dollar verzeichnet.
  • New Jersey könnte eine Überprüfung durch das gesamte Gericht oder den Obersten Gerichtshof anstreben, da landesweit noch mindestens 19 Bundesklagen gegen Kalshi anhängig sind.

Kalshi erzielt Sieg vor Bundesgericht, da der Dritte Bundesberufungsgerichtshof die Unterlassungsklage von New Jersey zurückweist

Das US-Berufungsgericht für den Dritten Bezirk fällte am 6. April 2026 ein 2:1-Urteil, in dem es feststellte, dass das Bundesgesetz über Warenterminbörsen (Commodity Exchange Act) dem Versuch New Jerseys vorgeht, Kalshi daran zu hindern, den Einwohnern des Bundesstaates Verträge über sportbezogene Ereignisse anzubieten. Das Urteil bestätigt eine einstweilige Verfügung, die ein Bundesbezirksgericht im April 2025 erlassen hatte und die die New Jersey Division of Gaming Enforcement daran hinderte, eine Unterlassungsverfügung gegen das Unternehmen durchzusetzen.

Kalshi, 2018 gegründet und 2020 von der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission als designierter Kontraktmarkt zertifiziert, betreibt eine Prognosemarktplattform, auf der Nutzer Kontrakte handeln, die an reale Ereignisse geknüpft sind. Seit Anfang 2025 umfassen diese Angebote Sportveranstaltungen wie den Super Bowl, den Stanley Cup und NCAA-Turniere. Das Unternehmen erzielt Einnahmen aus Handelsgebühren, anstatt Positionen gegen die Nutzer einzunehmen.

Die New Jersey Division of Gaming Enforcement erließ im März 2025 eine Unterlassungsverfügung gegen Kalshi und argumentierte, die Sportkontrakte der Plattform verstießen gegen den New Jersey Sports Wagering Act. Staatsbeamte äußerten Bedenken hinsichtlich Wetten auf College-Sportarten und hinsichtlich des Zugangs von Nutzern unter 21 Jahren zur Plattform. Kalshi reichte Klage vor einem Bundesgericht ein und berief sich dabei auf die Zuständigkeit der CFTC gemäß der Supremacy Clause.

Der US-Bezirksrichter Edward S. Kiel gab Kalshi am 28. April 2025 Recht und stellte fest, dass das Unternehmen wahrscheinlich obsiegen werde, da seine Veranstaltungskontrakte in die ausschließliche Zuständigkeit der CFTC fielen. New Jersey legte Berufung beim Third Circuit ein, der am 10. September 2025 die mündlichen Ausführungen anhörte.

Die Mehrheit des Dritten Bundesberufungsgerichts befand, dass Kalshi als von der CFTC regulierte Börse unter Bundesaufsicht steht und seine Ereignisverträge daher dem Bundeswarenrecht unterliegen. Staatliche Glücksspielgesetze können diese Zuständigkeit nicht außer Kraft setzen. Die Entscheidung des Gerichts schützt Kalshi vor den Durchsetzungsmaßnahmen der DGE in New Jersey.

Die CFTC hat separate Klagen gegen Arizona, Connecticut und Illinois eingereicht, da diese Bundesstaaten ebenfalls versucht haben, Prognosemarktplattformen zu regulieren. Das Urteil des Dritten Bundesberufungsgerichts steht im Einklang mit der Position der Bundesbehörde, dass diese Kontrakte unter die nationalen Finanzmarktvorschriften fallen und nicht unter die Glücksspielregelungen der Bundesstaaten.

Bezirksgerichte im ganzen Land sind zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen gelangt. Kalshi hat in New Jersey und Nevada eine einstweilige Verfügung erwirkt. In Maryland, Massachusetts und Ohio wurden gegen das Unternehmen Urteile gefällt. Berufungsverfahren sind vor dem Dritten, Vierten, Neunten und anderen Bundesberufungsgerichten anhängig.

Rechtsexperten haben angemerkt, dass diese Uneinigkeit die Voraussetzungen für eine spätere Überprüfung durch den Obersten Gerichtshof schafft. Das Vorrangurteil des Dritten Bundesberufungsgerichts könnte in anderen anhängigen Berufungsverfahren Gewicht haben, obwohl es nur für Gerichte innerhalb des Gerichtsbezirks bindend ist. Kalshi hat öffentlich bekräftigt, dass seine Plattform in allen 50 Bundesstaaten legal ist. Das Unternehmen gab nach der Entscheidung vom 6. April keine unmittelbare öffentliche Stellungnahme ab. Die Generalstaatsanwaltschaft von New Jersey lehnte es ab, sich in der Berichterstattung zu diesem Thema zu äußern.

Das Urteil ermöglicht es Kalshi, seinen Betrieb in New Jersey ohne staatliche Einmischung in Sportwettenverträge fortzusetzen. Traditionelle Sportwettenanbieter, die Lizenzgebühren und staatliche Steuern zahlen, haben Bedenken hinsichtlich des Wettbewerbs mit bundesweit regulierten Plattformen geäußert, die außerhalb dieser Rahmenbedingungen operieren. Die Altersüberprüfung und die Integrität des College-Sports bleiben offene politische Fragen.

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New Jersey kann eine erneute Anhörung vor dem gesamten Dritten Bundesberufungsgericht beantragen oder beim Obersten Gerichtshof Berufung einlegen. Keiner dieser Schritte würde die Wirksamkeit des Urteils automatisch aussetzen. Das Unternehmen ist landesweit in mindestens 19 Bundesgerichtsverfahren verwickelt. Andere Wettbewerber wie Polymarket haben ihre eigenen Verfahren. Der Ausgang dieser Verfahren sowie etwaige Entscheidungen von Berufungsgerichten in anderen Gerichtsbezirken werden darüber entscheiden, wie weit das Argument der Vorrangigkeit des Bundesrechts reicht.