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Navigieren durch RWA-Vorschriften im Krypto-Sektor

Law and Ledger ist ein Nachrichtensegment, das sich auf rechtliche Nachrichten im Krypto-Bereich konzentriert, präsentiert von Kelman Law – eine Anwaltskanzlei spezialisiert auf den Handel mit digitalen Vermögenswerten.

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Die folgende Meinungsredaktion wurde von Alex Forehand und Michael Handelsman für Kelman.Law geschrieben.

Ein Blick auf die RWA-Richtlinien

Die Tokenisierung von Realvermögen (RWAs) hat sich als eine der vielversprechendsten Anwendungen der Blockchain-Technologie herauskristallisiert. Durch die Darstellung traditioneller Vermögenswerte – wie Immobilien, Rohstoffe oder Finanzinstrumente – auf der Blockchain bietet die Tokenisierung Potenziale für größere Liquidität, anteiliges Eigentum und effizientere Abwicklung. Trotz ihrer Anziehungskraft bleibt das rechtliche Umfeld jedoch komplex, insbesondere da Aufsichtsbehörden ihre Prüfung der digitalen Vermögensmärkte ausweiten.

Klassifizierung und regulatorische Behandlung

In den Vereinigten Staaten hängt die Klassifizierung tokenisierter Vermögenswerte weitgehend von ihren zugrunde liegenden Merkmalen ab. Token, die Aktien, Schuldinstrumente oder Einkommensströme repräsentieren, werden höchstwahrscheinlich gemäß dem Howey-Test als Wertpapiere eingestuft. Dies unterwirft sie Registrierungspflichten bei der Securities and Exchange Commission (SEC), es sei denn, es gilt eine Ausnahme.

Andere Arten von tokenisierten Vermögenswerten, wie Immobilien oder Kunst, fallen möglicherweise außerhalb des Wertpapierrechts, unterliegen jedoch der Aufsicht durch staatliche Immobilien-, Handels- oder Rohstoffregulierungsbehörden. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat ebenfalls die Zuständigkeit für bestimmte Kassamärkte und Derivate, die mit tokenisierten Rohstoffen verbunden sind, geltend gemacht. Dieses Flickwerk an Regulierungen schafft Unsicherheit für Projekte, die RWAs in den Vereinigten Staaten emittieren oder handeln möchten.

Verwahrungs- und Übertragungsfragen

Die Tokenisierung wirft grundlegende Fragen zu Eigentumsrechten auf. Beispielsweise, wenn ein Investor einen Token kauft, der einen Anteil an Immobilien repräsentiert, überträgt der Besitz des Tokens selbst das durchsetzbare Recht auf das Eigentum? In vielen Gerichtsbarkeiten erfordert das Sachrecht immer noch die Registrierung in einem staatlichen Grundbuch oder einem Unternehmensaktionärsregister. Ohne klare gesetzliche Anerkennung von Blockchain-Aufzeichnungen könnten Token-Inhaber Schwierigkeiten haben, ihre Rechte vor Gericht durchzusetzen.

Ebenso stellt die Verwahrung tokenisierter Vermögenswerte einzigartige Herausforderungen dar. Traditionelle Verwahrstellen sind möglicherweise nicht in der Lage, private Schlüssel zu verwalten, und die Abhängigkeit von Smart Contracts birgt Risiken von Codierungsfehlern oder Ausbeutungen. Die SEC hat bereits auf Verwahrungsrisiken in digitalen Vermögensmärkten in ihrem Vorschlag zur Verwahrungsregelung hingewiesen.

Geldwäschebekämpfung und Compliance-Verpflichtungen

Projekte, die tokenisierte RWAs beinhalten, müssen auch Geldwäschebekämpfung (AML) und Know-Your-Customer (KYC) Verpflichtungen beachten. Das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) betrachtet viele Plattformen für tokenisierte Vermögenswerte als Finanzdienstleistungsunternehmen, was Registrierungs- und Compliance-Pflichten auslöst. Grenzüberschreitende Transaktionen komplexer machen die Compliance, da verschiedene Gerichtsbarkeiten unterschiedliche Anforderungen an tokenisierte Wertpapiere, Rohstoffe und Zahlungen stellen.

Beste Praktiken für die Strukturierung tokenisierter RWA-Projekte

Um rechtliche Risiken zu mindern, sollten Projekte folgende Strategien in Betracht ziehen:

  1. Unternehmensgründung und Zuständigkeitsauswahl – Gründung in Gerichtsbarkeiten mit günstigen Rechtsrahmen für die Tokenisierung, wie die Schweiz, Singapur oder die Vereinigten Arabischen Emirate, während die Einhaltung der US-Rechtsvorschriften sichergestellt wird, wenn Marketing an US-Investoren erfolgt.
  2. Klare rechtliche Dokumentation – Erstellung von Token-Ausgabedokumenten, die die Beziehung zwischen dem Token und dem zugrunde liegenden Vermögenswert spezifizieren, einschließlich Rechte, Einschränkungen und Streitbeilegungsmechanismen.
  3. Drittverwahrung – Partnerschaft mit regulierten Verwahrern, die Erfahrung in sowohl Blockchain- als auch traditionellem Asset-Management haben.
  4. Regulatorische Zusammenarbeit – Aufrechterhaltung eines offenen Dialogs mit Regulierungsbehörden, insbesondere beim Emittieren von Vermögenswerten, die die Zuständigkeit der SEC oder CFTC betreffen könnten.

Ausblick

Die Tokenisierung hat das Potenzial, Kapitalmärkte zu transformieren und Billionen von zuvor illiquiden Vermögenswerten freizusetzen. Allerdings bleibt der rechtliche Rahmen unbeständig, und die Regulierungsbehörden beginnen erst, die Implikationen des Bringens traditioneller Finanzprodukte auf die Blockchain zu adressieren. Unternehmen, die sich auf Projekte mit tokenisierten RWAs einlassen, sollten vorsichtig vorgehen, Innovation mit Compliance ausbalancieren und sich auf erhöhte Überprüfungen vorbereiten, während die SEC, CFTC und internationale Gremien ihre Ansätze verfeinern.

Kelman PLLC beobachtet weiterhin Entwicklungen in der Krypto-Regulierung über verschiedene Gerichtsbarkeiten hinweg und steht zur Verfügung, um Kunden bei der Navigation dieser sich entwickelnden rechtlichen Landschaften zu beraten. Für weitere Informationen oder zur Vereinbarung einer Beratung, bitte kontaktieren Sie uns.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei Kelman.law.

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