In ihrem neuesten Newsletter zur Anlagestrategie argumentiert Lyn Alden, dass die Federal Reserve still und leise wieder zur Bilanzausweitung übergegangen ist, was sie als “gradual print” bezeichnet, anstatt einer dramatischen Rückkehr zu den Krisen-Stimulus-Maßnahmen.
Lyn Alden: Das neue Spielbuch der Fed ist langsames Geld, nicht Schocktherapie

Aldens neueste Analyse beleuchtet den Wendepunkt des Fed-Bilanzabbaus und was als Nächstes kommt
Laut dem Forschungshinweis von Lyn Alden, der am Sonntag veröffentlicht wurde, geht es bei der Abkehr der Fed von der langfristigen Bilanzreduktion weniger um wirtschaftliche Rettung und mehr um technische Details. Alden erklärt, dass Liquiditätsengpässe auf den Overnight-Finanzmärkten die Fed gezwungen haben, Reservekäufe wieder aufzunehmen, um die Kontrolle über kurzfristige Zinssätze zu behalten.
Lyn Alden betont, dass dies keine Rückkehr zur klassischen quantitativen Lockerung ist. Stattdessen kauft die Fed kürzer laufende Schatzpapiere, um die Bankreserven “ausreichend” zu halten, eine technische Unterscheidung, die in der Praxis weniger von Bedeutung ist als auf dem Papier. Wie Alden es ausdrückt, Champagner oder Sekt, es kommt trotzdem aus der gleichen Flasche.

In ihrer Analyse skizziert Alden erwartete monatliche Käufe, die sich durch die Steuersaison auf etwa 40 Milliarden US-Dollar belaufen und dann auf einen Grundwert von etwa 20 Milliarden bis 25 Milliarden US-Dollar pro Monat einpendeln. Im Laufe des Jahres 2026 bedeutet dies ein Bilanzwachstum im Bereich von 220 Milliarden bis 375 Milliarden US-Dollar – kaum explodierend im Vergleich zu historischen Standards.
Alden kontextualisiert diese Zahlen, indem sie sie mit früheren QE-Episoden vergleicht und feststellt, dass selbst eine Expansion von 750 Milliarden US-Dollar nur einen einstelligen prozentualen Anstieg im Vergleich zur heutigen Bilanz von 6,5 Billionen US-Dollar darstellen würde. In ihrer Ansicht erfordern “große Drucke” jetzt milliardenschwere Bewegungen, nicht inkrementelle Anpassungen.
Lyn Alden verbindet die Maßnahmen der Fed auch mit strukturellen Trends bei Bankeinlagen und Fiskaldefiziten. Mit US-Einlagen, die jährlich um Hunderte von Milliarden wachsen, argumentiert Alden, dass die Fed faktisch gezwungen ist, Reserven zu erweitern, nur um mit dem System, das sie beaufsichtigt, Schritt zu halten.
Abseits der Vereinigten Staaten widmet Alden bedeutende Aufmerksamkeit den steigenden Anleiherenditen Japans. Obwohl in den sozialen Medien vor einer bevorstehenden Katastrophe gewarnt wird, widerspricht Lyn Alden und erklärt, dass das Eigentum der japanischen Zentralbank an Staatsanleihen das systemische Risiko begrenzt, auch wenn die Renditen steigen.
Dennoch warnt Alden, dass Japan zwischen höheren Zinskosten und Währungsschwäche vor einer unangenehmen Gratwanderung steht. Das YCC, so merkt sie an, kann die Kreditkosten begrenzen, birgt aber das Risiko einer weiteren Abwertung des Yen – ein Problem, das durch Energiepreise und die Inflation der Haushalte noch sensibler wird.
Aus einer Vermögensallokationsperspektive rahmt Lyn Alden den “gradual print” als mild unterstützend für knappe Vermögenswerte und leicht negativ für den Dollar ein. Dieser Hintergrund, so argumentiert sie, erklärt das anhaltende Interesse an Gold und Bitcoin, auch ohne marktbeherrschende Ankündigungen der Stimulierung.
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Alden warnt jedoch, dass nicht alle Knappheitsgeschäfte die gleiche Asymmetrie bieten wie einst. Edelmetalle, merkt sie an, sind größtenteils von unterbewertet auf fairer bewertet umgepreist worden, was eine disziplinierte Umstrukturierung wichtiger macht als das eine Jagd nach Momentum.
Letztlich deutet Lyn Aldens Forschung darauf hin, dass die Ära der dramatischen politischen Schocks stillen, strukturellen Liquiditätsmanagement gewichen ist. Für Investoren, so argumentiert sie, ist das Fazit weniger über das Timing eines “großen Drucks” und mehr über das Verständnis, warum stetige Expansion zur Standardeinstellung des Systems geworden ist.
FAQ ❓
- Was bedeutet Lyn Alden mit dem Begriff „gradual print“?
Lyn Alden verwendet den Begriff, um die stetige Bilanzausweitung der Fed zu beschreiben, die auf die Aufrechterhaltung der Liquidität abzielt, nicht auf Notfall-Stimulus. - Macht die Fed laut Lyn Alden wieder quantitative Lockerung?
Alden sagt nein und weist darauf hin, dass die Fed kurz laufende Schatzanweisungen zum Reserve-Management kauft, statt zu langfristigen wirtschaftlichen Anreizen. - Warum konzentriert sich Lyn Alden in diesem Bericht auf Japan?
Lyn Alden hebt die steigenden Anleiherenditen Japans als Fallstudie hervor, wie hoch verschuldete Länder monetären Stress bewältigen. - Wie betrachtet Lyn Alden Bitcoin in diesem Umfeld?
Alden sieht Bitcoin weiterhin als knappen Vermögenswert, der von gradueller monetärer Expansion und langfristigen fiskalischen Druck profitiert.




