Ein Änderungsantrag zum Gesetzentwurf 380 des Repräsentantenhauses von Kentucky hat für Kontroversen gesorgt, da darin vorgeschlagen wird, strenge Auflagen für Anbieter von Hardware-Wallets zu erlassen.
Kentuckys Vorstoß zur Regulierung von Bitcoin-Geldautomaten bringt Anbieter von Hardware-Wallets ins Visier der Justiz

Hardware-Anbieter im Fokus
Eine in letzter Minute eingebrachte Änderung eines Gesetzentwurfs in Kentucky hat eine heftige Debatte zwischen den Gesetzgebern des Bundesstaates und der Kryptowährungsbranche entfacht, wobei Befürworter warnen, der Vorschlag könnte die Selbstverwahrung im „Bluegrass State“ faktisch verbieten. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht der Gesetzentwurf 380, ein 77-seitiges Gesetzespaket, das in erster Linie darauf abzielt, Bitcoin-Geldautomaten zu regulieren.
Kritikern zufolge hat eine in letzter Minute eingebrachte Änderung im Plenum das Rampenlicht auf Anbieter von Hardware-Wallets wie Ledger und Trezor gelenkt. Der geänderte Wortlaut von HB 380 schreibt vor, dass jede Person oder jedes Unternehmen, das eine Hardware-Wallet anbietet, einen Mechanismus bereitstellen muss, der Nutzern beim Zurücksetzen von Passwörtern, PINs oder Seed-Phrasen hilft. Konkret verlangt der Gesetzentwurf von den Anbietern, eine live geschaltete, gebührenfreie Kundendienst-Hotline für Einwohner von Kentucky zu unterhalten. Außerdem müssen sie einen funktionierenden Mechanismus zum Zurücksetzen der Zugangsdaten bereitstellen, die für den Zugriff auf den Inhalt der Wallet erforderlich sind, und die Identität des Nutzers durch andere Methoden als die Sicherheitszugangsdaten selbst überprüfen. Die Nichteinhaltung dieser Anforderungen würde nach den Verbraucherschutzgesetzen von Kentucky als „unfaire, falsche, irreführende oder betrügerische Handlung“ eingestuft werden, was den Generalstaatsanwalt ermächtigt, zivilrechtliche Strafen zu verhängen.
„Technologisch unmöglich“
Das Bitcoin Policy Institute (BPI) schlug diese Woche Alarm und bezeichnete die Vorschrift als grundlegendes Missverständnis der Funktionsweise dezentraler Technologie. „Die Vorschrift ist für nicht-verwahrende Wallets technologisch unmöglich“, erklärte das BPI in einem Beitrag auf X. „Hardware-Wallets sind speziell so konzipiert, dass niemand, auch nicht der Hersteller, auf die Seed-Phrase eines Nutzers zugreifen oder diese wiederherstellen kann.“
Indem von einem Hersteller verlangt wird, private Schlüssel zurücksetzen oder wiederherstellen zu können, fordert der Gesetzentwurf im Wesentlichen die Schaffung einer „Hintertür“. Kritiker argumentieren, dies würde einen massiven zentralen Schwachpunkt schaffen und Nutzer anfälliger für genau jene Hacks und Betrugsfälle machen, die der Gesetzentwurf verhindern soll.
Der von den Abgeordneten Tom Smith und Aaron Thompson eingebrachte Gesetzentwurf soll politische Unterstützung genießen. Befürworter der Maßnahme führen an, dass der Verbraucherschutz im Vordergrund stehe und man damit Einwohnern helfen wolle, die den Zugriff auf ihr digitales Vermögen verloren haben. Die technische Realität der Blockchain-Sicherheit bedeutet jedoch, dass das „Zurücksetzen“ einer Seed-Phrase keine Funktion ist, die Hersteller einfach aktivieren können; es würde eine komplette Neukonstruktion der Geräte erfordern, wodurch diese ihren „non-custodial“ Status verlieren würden.

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Trotz der heftigen Kritik hat HB 380 bereits das Repräsentantenhaus von Kentucky passiert. Der Gesetzentwurf geht nun an den Senat, wo Branchenführer voraussichtlich für die Streichung oder vollständige Überarbeitung von Abschnitt 33 eintreten werden, bevor er auf den Schreibtisch des Gouverneurs gelangt.
Sollte der Gesetzentwurf in seiner aktuellen Form verabschiedet werden, wäre Kentucky der erste Bundesstaat, der Wiederherstellungsprotokolle für private Schlüssel gesetzlich vorschreibt – ein Schritt, der große Hardware-Anbieter dazu zwingen könnte, den Versand von Produkten in diesen Bundesstaat einzustellen, um rechtliche Haftung zu vermeiden.
FAQ ❓
- Was ist der House Bill 380? Der House Bill 380 ist ein Gesetzentwurf in Kentucky, der darauf abzielt, Kiosksysteme für virtuelle Währungen zu regulieren, doch jüngste Änderungen haben Bedenken hinsichtlich der Selbstverwahrung von Kryptowährungen aufkommen lassen. Was verlangt die Änderung von Anbietern von Hardware-Wallets? Die Änderung schreibt vor, dass Anbieter von Hardware-Wallets eine gebührenfreie Kundendienst-Hotline unterhalten und Mechanismen zum Zurücksetzen von Passwörtern sowie zur Überprüfung der Benutzeridentität anbieten müssen.
Warum ist das Bitcoin Policy Institute gegen den Gesetzentwurf? Das Bitcoin Policy Institute argumentiert, dass die Anforderungen für nicht-verwahrende Wallets „technologisch unmöglich“ sind und potenziell Sicherheitslücken schaffen könnten. Was sind die Auswirkungen, wenn HB 380 verabschiedet wird? Im Falle einer Verabschiedung wäre Kentucky der erste Bundesstaat, der Wiederherstellungsprotokolle für private Schlüssel vorschreibt, was dazu führen könnte, dass Hardware-Anbieter den Versand von Produkten in diesen Bundesstaat einstellen.




