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Kanadische Steuerbehörde zieht 72 Mio. $ an Krypto-Steuernachzahlungen ein, hat Probleme, strafrechtliche Anklagen zu erheben

Die Canada Revenue Agency hat in den letzten drei Jahren über 72 Millionen USD an unbezahlten Steuern aus Kryptowährungsprüfungen eingetrieben. Dennoch hat die Behörde seit 2020 angeblich keine strafrechtlichen Anklagen erhoben.

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Kanadische Steuerbehörde zieht 72 Mio. $ an Krypto-Steuernachzahlungen ein, hat Probleme, strafrechtliche Anklagen zu erheben

Hohe Nicht-Compliance-Raten unter Krypto-Nutzern

Die Canada Revenue Agency (CRA) hat in den letzten drei Jahren mehr als 72 Millionen USD an unbezahlten Steuern aus Prüfungen von Kryptowährungsnutzern eingezogen. Dennoch hat die Behörde seit 2020 keine strafrechtlichen Anklagen erhoben, was auf erhebliche Durchsetzungsprobleme im anonymen digitalen Vermögenswertbereich hinweist.

Laut einem Bericht der Canadian Press wurde der Umsatz von einem dedizierten Team von 35 “Krypto-Asset-Prüfern” der Behörde generiert, die derzeit an mehr als 230 Fällen arbeiten. Die CRA schätzt, dass bis zu 40% der Steuerzahler, die Krypto-Plattformen nutzen, entweder keine Steuererklärungen abgeben oder ein hohes Risiko der Nicht-Compliance aufweisen.

Gerichtsakten legen nahe, dass die Bemühungen der Regierung, die auf Krypto basierende Steuerhinterziehung vollständig einzudämmen, durch die grenzenlose und pseudonyme Natur einiger Kryptowährungen behindert werden. Die kanadische Regierung hat zuvor Besorgnis darüber geäußert, dass Steuerzahler Krypto-Assets nutzen, um Steuerzahlungen zu umgehen.

Mehr lesen: Kanadas Steuerbehörde nimmt 40 Millionen USD an ungezogenen Krypto-Steuern ins Visier, da Trudeau eine erhebliche Erhöhung der Kapitalertragsteuern anstrebt

Ein leitender CRA-Prüfer, Predrag Mizdrak, räumte die inhärente Schwierigkeit in einer beeideten Erklärung ein: Die CRA “glaubt, dass es keine Möglichkeit gibt, Steuerzahler, die im Krypto-Bereich operieren, zuverlässig zu identifizieren und die Einhaltung der Einkommensteuerpflichten zu bewerten.”

Mizdraks Erklärung weist auf “erhebliche Nicht-Compliance” hin und stellt fest, dass ungefähr 15% der kanadischen Krypto-Nutzer ihre Steuern überhaupt nicht eingereicht haben und 30% der Einreicher als hohes Risiko für Nicht-Compliance eingestuft werden.

“Die Nutzung von Krypto-Assets hat sich während der COVID-19-Pandemie stark ausgeweitet”, erklärte Mizdrak. “Dies hat für die CRA zusätzliche Compliance-Herausforderungen geschaffen, da die eingebaute Anonymität im Krypto-Bereich, das Transaktionsvolumen und die Leichtigkeit der Kontoeröffnung auf vielen Krypto-Asset-Plattformen grenzüberschreitend sind.”

Gerichtsbeschluss zielt auf Dapper Labs-Nutzer ab

Um diese Herausforderung zu überwinden, beantragte die CRA erfolgreich beim Bundesgericht eine Anordnung zur Enttarnung der Identitäten von Kunden des in Vancouver ansässigen Pioniers für nicht-fungible Token (NFT), Dapper Labs, der seine eigene Blockchain und Krypto-Wallets betreibt. Die Anordnung, bekannt als “Anforderung an unbekannte Personen”, soll Berichten zufolge die Offenlegung von Kundendaten vorschreiben, um der CRA bei der Überprüfung der Steuer-Compliance zu helfen. Dies ist erst das zweite Mal, dass ein kanadisches Gericht eine solche Anordnung gegen ein Krypto-Unternehmen erlassen hat.

Während die CRA zunächst Informationen über die Top 18.000 Nutzer von Dapper anforderte, reduzierten Verhandlungen mit den Anwälten des Unternehmens den Umfang der Anordnung auf 2.500 Nutzer. Dapper Labs widersetzte sich der Untersuchung nicht, und die von solchen Anordnungen betroffenen Unternehmen werden nicht des Fehlverhaltens beschuldigt, so der Bericht der Canadian Press.

Trotz der durch zivilrechtliche Prüfungen wiedererlangten Millionen bleibt das Fehlen strafrechtlicher Anklagen eine bemerkenswerte Lücke. Die CRA bestätigte, dass sie seit 2020 fünf strafrechtliche Ermittlungen mit einer “digitalen Asset-Komponente” eingeleitet hat, von denen vier noch im März 2025 andauerten.

Die Behörde führte die Verzögerungen auf die Komplexität der Fälle mit digitalen Vermögenswerten zurück:

“Die strafrechtlichen Ermittlungen der CRA sind komplex und erfordern oft Jahre, um abgeschlossen zu werden”, wird die Agentur zitiert. “Die für die Untersuchung erforderliche Zeit hängt von der Komplexität, der Anzahl der beteiligten Personen, der Verfügbarkeit von Beweismitteln, internationalen Unterstützungsgesuchen und dem Grad der Zusammenarbeit von Zeugen ab, um festzustellen, ob strafrechtliche Anklagen gerechtfertigt sind.”

FAQ ❓

  • Wie viel hat die CRA aus Krypto-Prüfungen eingezogen? Über 72 Millionen USD an unbezahlten Steuern seit 2022.
  • Warum fehlen strafrechtliche Anklagen in Kanada? Seit 2020 wurden aufgrund komplexer Ermittlungen keine Anklagen erhoben.
  • Welche Schritte unternimmt die CRA zur Durchsetzung der Compliance? Sie hat sich eine Anordnung des Bundesgerichts gesichert, um 2.500 Dapper Labs-Nutzer zu enttarnen.
  • Wie weit verbreitet ist die Nicht-Compliance bei Krypto-Steuern in Kanada? Etwa 15% der Nutzer haben nichts eingereicht, während 30% als Risikoeinreicher gelten.
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