Indiens oberste Steuerbehörde tritt aktiv mit Kryptoplattformen in Kontakt bezüglich Steuervorschriften, was auf eine mögliche spezielle Rahmenstruktur hindeutet, die Besteuerung, Aufsicht und Marktwettbewerbsfähigkeit neu definieren könnte.
Indien sucht Feedback der Kryptoindustrie zur Steuerpolitik, TDS-Belastung und Offshore-Verlagerung

Indien bewertet Krypto-Markbesteuerung angesichts von Forderungen der Industrie nach Reformen
Das Central Board of Direct Taxes (CBDT), Indiens oberste Behörde für direkte Steuern, hat Berichten zufolge Mitte August Kryptowährungsplattformen im Inland mit einer Reihe von Anfragen bezüglich des aktuellen Rahmens für virtuelle digitale Vermögenswerte (VDA) kontaktiert. Die Steuerbehörde stellte die Effektivität der bestehenden Vorschriften in Frage und suchte das Feedback der Industrie, ob ein separates, umfassendes rechtliches Regime notwendig sei.
Zu den Hauptanliegen gehören die 1% Quellensteuer (TDS) auf Krypto-Transaktionen, die Unmöglichkeit, Verluste auszugleichen, und das Fehlen von Klarheit über Offshore-Handel. Das CBDT fragte auch, welche Regierungsstelle wie die Securities and Exchange Board of India (SEBI), die Reserve Bank of India (RBI), das Ministerium für Elektronik- und Informationstechnologie (Meity) oder die Financial Intelligence Unit-India (FIU-IND) einen möglichen neuen Rechtsrahmen überwachen sollte.
Interessengruppen wurden aufgefordert, Daten über Kapitalflucht zu teilen, einschließlich wie viel Handelsvolumen ins Ausland verlagert wurde, unter Hinweis auf hohe Besteuerung, regulatorische Lücken und Liquiditätsprobleme. Auch wurde um Vergleiche mit anderen Rechtsprechungen gebeten, um Indiens steuerliche Wettbewerbsfähigkeit zu bewerten.
Das CBDT stellte außerdem operationelle Fragen zur Umsetzung der TDS, einschließlich der Schwierigkeit, den Wohnsitz der Gegenparteien zu bestimmen, die Bewertung von Vermögenswerten in volatilen Märkten und die Abstimmung von Peer-to-Peer-Transaktionen. Die Teilnehmer müssen zudem klären, ob eine unterschiedliche TDS-Behandlung für Einzelhandel, institutionelle und Market-Making Einrichtungen gelten sollte.
Diese Kontaktaufnahme folgt auf wachsende Besorgnisse der Branche, dass punitive Besteuerung und mangelnde regulatorische Klarheit Kryptogeschäfte ins Ausland treiben. Im Gegensatz zu Aktienmärkten, wo Händler von Kapitalertragsbehandlung und Verlustanpassungen profitieren, werden Krypto-Gewinne mit einem pauschalen Satz von 30% besteuert, ohne Verlustausgleiche. Die vorsichtige Haltung der RBI, kombiniert mit undurchsichtigen Regeln nach dem Devisenmanagementgesetz (FEMA), hat viele Banken dazu veranlasst, Kryptofirmen Dienstleistungen zu verweigern. Trotz regulatorischen Widerstands haben einige Börsen Derivateprodukte eingeführt, um die Auswirkungen der TDS zu minimieren, während andere eine Angleichung an den Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung anstreben. Befürworter argumentieren, dass umfassende Regulierung statt Verbot nun der globale Standard sei — eine Position, die zunehmend von der indischen Krypto-Ökosystem geteilt wird.




