Ein Bundesberufungsgericht in Texas hat die gegen Tornado Cash verhängten Sanktionen aufgehoben, eine Plattform für Kryptowährungsmischungen, und festgestellt, dass das Finanzministerium außerhalb seiner rechtmäßigen Befugnisse gehandelt hat.
Fünftes Berufungsgericht entscheidet, dass Sanktionen gegen Tornado Cash die Befugnisse des US-Finanzministeriums überschritten haben.
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Gericht rügt übermäßige Befugnisüberschreitung des Finanzministeriums im Tornado-Cash-Fall
Am 21. Januar 2025 verkündete das Berufungsgericht des fünften Bezirks sein Urteil als Reaktion auf eine Klage von sechs Personen, die behaupteten, die Sanktionen würden gegen das Verwaltungsverfahrensgesetz verstoßen. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass das Office of Foreign Assets Control (OFAC) des Finanzministeriums seine Zuständigkeit überschritten hat, indem es die unveränderlichen Smart Contracts von Tornado Cash sanktionierte, die ihrer Natur nach nicht im Besitz oder unter Kontrolle einer Partei stehen können.
OFAC sanktionierte Tornado Cash im August 2022 mit der Begründung, dass es an der Geldwäsche illegaler Mittel für Nordkoreas Lazarus-Gruppe beteiligt sei. Die Sanktionen beschränkten jegliche Transaktionen mit Tornado Cash und kategorisierten seine Smart Contracts als „Eigentum“. Das Gericht lehnte diese Klassifizierung jedoch ab und wies darauf hin, dass die unveränderliche Natur dieser Verträge bedeutet, dass sie nicht modifiziert, kontrolliert oder besessen werden können – nicht einmal von ihren ursprünglichen Erschaffern.
Laut Gericht fallen die unveränderlichen Smart Contracts von Tornado Cash nicht unter die Definition von „Eigentum“ gemäß dem International Emergency Economic Powers Act. Es betonte, dass diese sich selbst ausführenden Programme unabhängig agieren und gegen Abschaltungen oder Änderungen immun bleiben.
Das Urteil befasste sich auch mit der Verteidigung der Kläger bezüglich der rechtmäßigen Anwendungen von Tornado Cash, wie der Sicherstellung finanzieller Privatsphäre und dem Schutz vor Cyberbedrohungen. Ein Kläger beschrieb die Nutzung des Dienstes, um anonym für die Kriegsanstrengungen der Ukraine zu spenden, um mögliche Vergeltungsmaßnahmen zu vermeiden. Ein anderer betonte die Notwendigkeit, ihre Identität zu schützen, nachdem sie Drohungen im Zusammenhang mit ihren Kryptowährungsbeständen erhalten hatten.
Diese Entscheidung stellt einen Wendepunkt für Verfechter der Blockchain-Privatsphäre dar, da sie die Fähigkeit der Regierung, dezentrale Technologien zu sanktionieren, einschränken könnte. Rechtsexperten erwarten, dass das Urteil zu laufenden Diskussionen über Kryptowährungsregulierung und die Verwaltung von Open-Source-Blockchain-Systemen beitragen wird.
OFAC hat bisher nicht angegeben, ob es den Fall vor den Obersten Gerichtshof bringen wird. Der Fall kehrt nun vor das Bezirksgericht zurück, wo weitere Verfahren im Lichte der Feststellungen des Berufungsgerichts stattfinden werden.




