Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank und Mitglied des Governing Councils der Europäischen Zentralbank (EZB), hat Bedenken hinsichtlich des Geschäftsmodells von Zentralbanken geäußert. “Wenn ein Teil Ihres Kernprodukts an Attraktivität verliert, dann müssen Sie über ein anderes neues Kernprodukt nachdenken”, betonte er.
EZB's Joachim Nagel drängt Zentralbanken zur Weiterentwicklung: 'Wir müssen an unserem Geschäftsmodell arbeiten'
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‘Wir müssen bei all dem Tempo machen’
Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank und Mitglied des Governing Councils der Europäischen Zentralbank (EZB), hat die Dringlichkeit für Zentralbanken betont, sich zu modernisieren und digitale Währungen in ihre Systeme zu integrieren.
Bei einer Paneldiskussion über digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) auf einer Konferenz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hob Nagel den kritischen Bedarf an einem neuen Geschäftsmodell hervor und unterstrich das Potenzial der Distributed Ledger Technologie (DLT), diese Transformation zu antreiben. Er sagte am Montag in Basel, dass, wenn man ihn vor 20 Jahren gefragt hätte, ob das Geschäftsmodell der Zentralbank “zerstörbar sei oder nicht”, er mit “nein” geantwortet hätte. Er gab jedoch zu:
Nun bin ich mir nicht mehr so sicher — Wir müssen an unserem Geschäftsmodell arbeiten. Und DLT ist nur ein Mittel, ein Instrument, das uns hier helfen könnte, diesen Punkt zu erreichen.
Nagel wies auch auf den Fortschritt des Digital-Euro-Projekts hin. Die EZB ging im letzten Jahr in die nächste Phase ihres Digital-Euro-Projekts über — die Vorbereitungen für die Ausgabe der Währung in den kommenden Jahren, obwohl eine endgültige Entscheidung noch aussteht.
Bezüglich des digitalen Euro glaubt der Bundesbankchef, dass „es eine Notwendigkeit ist, wirklich dort anzukommen“, und betont: „Wir müssen bei all dem Tempo machen.“ Nagel betonte, dass die Anpassung an digitale Innovationen, einschließlich des digitalen Euro, essentiell sei, da die Attraktivität von traditionellem physischem Geld abnimmt. Er äußerte:
Wenn ein Teil Ihres Kernprodukts an Attraktivität verliert, dann müssen Sie über ein anderes neues Kernprodukt nachdenken.
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