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Executive Order eröffnet Krypto für 401(k)-Investoren

Am 7. August 2025 erließ das Weiße Haus einen lang erwarteten Erlass mit dem Titel „Demokratisierung des Zugangs zu alternativen Anlageklassen für 401(k)-Investoren“. Zum ersten Mal wird US-Ruhestandssparern erlaubt, einen Teil ihrer 401(k)-Konten in bestimmte alternative Investitionen zu investieren – einschließlich Private Equity, Immobilien und digitalen Vermögenswerten wie Kryptowährungen.

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Executive Order eröffnet Krypto für 401(k)-Investoren
Der folgende Meinungsartikel wurde von Alex Forehand und Michael Handelsman für Kelman.Law verfasst.

Die Änderung ist nicht geringfügig. Indem diese Produkte in beitragsorientierte Altersvorsorgepläne zugelassen werden, hat die Bundesregierung effektiv ein neues Tor für über 90 Millionen Amerikaner geöffnet, um durch ihre arbeitgeberunterstützten Ersparnisse Zugang zu Krypto zu erlangen.

Eine historische Erweiterung der Ruhestandsanlageoptionen

Bis jetzt waren die meisten 401(k)-Pläne auf traditionelle Investitionen wie börsengehandelte Aktien, Anleihen und Investmentfonds beschränkt. Während diese weiterhin Kernkomponenten von Portfolios darstellen, spiegelt die neue Politik die Anerkennung wider, dass alternative Vermögenswerte – die früher hauptsächlich für Institutionen und vermögende Privatpersonen zugänglich waren – Diversifikations- und Wachstumspotenzial für alltägliche Investoren bieten können.

Die Öffnung des fast 9 Billionen Dollar umfassenden 401(k)-Marktes für Krypto könnte sich sowohl für individuelle Portfolios als auch für die breitere Blockchain-Wirtschaft als transformativ erweisen. Der Erlass beauftragt auch das Arbeitsministerium, das Finanzministerium und die SEC damit, klare Richtlinien zu entwickeln, damit Plananbieter diese Produkte mit Zuversicht anbieten können, während sie ihren treuhänderischen Pflichten nachkommen.

Wichtige regulatorische Maßnahmen im Erlass

Der Erlass legt eine Reihe spezifischer regulatorischer Schritte fest, die größtenteils innerhalb von 180 Tagen unternommen werden müssen:

Neubewertung der ERISA-Richtlinien

Der Arbeitsminister muss frühere und aktuelle Richtlinien des Arbeitsministeriums (DOL) zu treuhänderischen Pflichten unter dem Employee Retirement Income Security Act von 1974 (ERISA) in Bezug auf Asset-Allocation-Fonds, die alternative Vermögenswerte enthalten, prüfen. Diese Überprüfung wird in Betracht ziehen, ob die Ergänzende Private-Equity-Erklärung des DOL vom 21. Dezember 2021, die vorsorgliche Begrenzungen solcher Investitionen auferlegte, zurückgezogen werden sollte.

Klarstellung der Treuhandstandards

Der Minister ist damit beauftragt, die Position des DOL zu alternativen Vermögenswerten und dem angemessenen treuhänderischen Prozess für deren Angebot unter ERISA zu klären. Dies wird umfassen:

  • Festlegung von Kriterien, wie Treuhänder potenziell höhere Gebühren im Vergleich zu den Zielen höherer langfristiger Renditen und Portfoliodiversifikation abwägen sollten.
  • Vorschlag von Regeln, Vorschriften oder Richtlinien – möglicherweise einschließlich sicherer Häfen – um die Unsicherheit über treuhänderische Pflichten zu verringern, wenn diese Investitionsmöglichkeiten angeboten werden.
  • Maßnahmen zur Reduzierung des ERISA-Litigationsrisikos zu priorisieren, damit Treuhänder größere Freiheit haben, unternehmerische Entscheidungen ohne übermäßige Klagen zu treffen.

Interagency-Koordination und SEC-Beteiligung

Das DOL wird sich mit dem Finanzministerium, der SEC und anderen Regulierungsbehörden abstimmen, um konsistente Regeln sicherzustellen und parallele regulatorische Änderungen zu prüfen.

Die SEC wird in Zusammenarbeit mit dem DOL Möglichkeiten prüfen, den Zugang zu alternativen Vermögenswerten in durch Teilnehmer gesteuerten Ruhestandsplänen zu erweitern. Dies könnte die Überprüfung der Definitionen von akkreditierten Investoren und qualifizierten Käufern beinhalten, um die Teilnahmeberechtigung an privaten und digitalen Anlageangeboten potenziell zu erweitern.

Balance zwischen Chancen und Risiken

Aus rechtlicher Sicht stellt die Aufnahme digitaler Vermögenswerte in Ruhestandspläne einen bedeutenden Schritt in Richtung institutioneller Mainstreaming von Kryptowährungen dar. Mit klareren treuhänderischen Rahmenbedingungen werden Plananbieter Gewissheit darüber erlangen, digitales Anlageexposure ohne Angst vor Durchsetzungsrisiken anzubieten.

Obwohl die Politik die Tür zu spannenden Möglichkeiten öffnet, geht sie auch mit erhöhten treuhänderischen Verpflichtungen einher. Alternative Vermögenswerte und insbesondere Krypto können höhere Volatilität, niedrigere Liquidität und komplexe Bewertungsprobleme mit sich bringen. Plananbieter müssen strenge Due-Diligence-Prozesse anwenden, Allokationsgrenzen setzen und Teilnehmer umfassend informieren.

Dieser Balanceakt wird entscheidend sein: Innovation zuzulassen, während Investoren geschützt und ERISA-Verpflichtungen erfüllt werden.

Unser Standpunkt

Bei Kelman PLLC sehen wir diesen Erlass als Wendepunkt sowohl im Bereich der Ruhestandsinvestitionen als auch bei der Regulierung digitaler Vermögenswerte. Für Plananbieter, Vermögensverwalter und Fintech-Anbieter ist jetzt die Zeit zu handeln. Das bedeutet, konforme Produktangebote zu entwickeln, Bildungsprogramme für Teilnehmer zu entwerfen und den sich entwickelnden regulatorischen Richtlinien voraus zu sein.

Da nun 90 Millionen Amerikaner potenziell über ihre Ruhestandskonten Krypto-Exposure erlangen, ist die Schnittstelle zwischen digitalen Vermögenswerten und langfristigen Ersparnissen zu einem der wichtigsten Grenzbereiche im Finanzrecht geworden.

Kelman PLLC überwacht weiterhin Entwicklungen in der Kryptoregulierung in verschiedenen Gerichtsbarkeiten und steht bereit, um Kunden bei der Navigation in diesen sich entwickelnden rechtlichen Landschaften zu beraten. Für weitere Informationen oder zur Vereinbarung eines Beratungstermins bitten wir Sie, uns zu kontaktieren.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf Kelman.law.

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