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EU finalisiert Fahrplan für digitalen Euro zur Herausforderung der US-Zahlungsdominanz

Die Europäische Union treibt Pläne für einen digitalen Euro voran, mit dem Hauptziel, die Abhängigkeit des Blocks von ausländischen Finanzsystemen zu verringern.

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EU finalisiert Fahrplan für digitalen Euro zur Herausforderung der US-Zahlungsdominanz

EU genehmigt Fahrplan für digitalen Euro

Die Europäische Union (EU) hat sich mit ihren Finanzministern auf einen Fahrplan für einen digitalen Euro geeinigt, eine zentralbankgestützte digitale Währung (CBDC), die als digitaler Geldbeutel von der Europäischen Zentralbank (EZB) unterstützt werden soll. Die EU strebt nach einem digitalen Euro, um die Abhängigkeit von ausländischen Finanzsystemen zu reduzieren und ihre strategische Autonomie zu stärken.

Der Vorstoß für einen digitalen Euro hat in diesem Jahr an Fahrt aufgenommen, da die EU bestrebt ist, ihre Abhängigkeit von anderen Ländern in Schlüsselbereichen, einschließlich Finanzen, zu verringern. Ein Hauptziel ist es, eine europäische Alternative zu den dominanten, in den USA ansässigen Zahlungssystemen wie Visa und Mastercard zu schaffen. Die EZB sieht den digitalen Euro auch als Antwort auf globale Initiativen für an den US-Dollar gebundene Stablecoins, von denen einige befürchten, dass sie die ausländische Kontrolle über Europas Finanzinfrastruktur ausweiten könnten.

Wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde meinte, ist der digitale Euro “nicht nur ein Zahlungsmittel, sondern auch eine politische Aussage zur Souveränität Europas”. Am 4. September betonte EZB-Vorstandsmitglied Piero Cipollone die Vorteile des digitalen Euros vor den Gesetzgebern und hob hervor, dass die CBDC der EU helfen würde, sich gegen dollar-gestützte Stablecoins zu behaupten.

Trotz dieses politischen Willens hat das Projekt erhebliche Hürden überwunden, da Gesetzgeber und Banker Bedenken äußerten, dass die digitale Währung zu einem Abfluss von Einlagen aus traditionellen Banken führen oder die Privatsphäre der Nutzer kompromittieren könnte.

In einem als Durchbruch für Europa angesehenen Schritt haben die Finanzminister, unterstützt von Lagarde und dem europäischen Kommissar Valdis Dombrovskis, angeblich einen Kompromiss erzielt, der ihnen ein direktes Mitspracherecht bei der Ausgabe der Währung und den Haltelimits für jeden Einwohner einräumt. Dies soll die Angst vor einem “Ansturm auf Bankeinlagen” mindern.

Paschal Donohoe, der die Treffen der Finanzminister leitet, bestätigte, dass es vor der endgültigen Entscheidung der EZB zur Ausgabe die Möglichkeit einer Diskussion im Ministerrat geben wird. Der digitale Euro soll einen derzeit fragmentierten Zahlungsmarkt vereinheitlichen, da einige EU-Länder eigene nationale digitale Zahlungssysteme haben, die jedoch nicht im gesamten 27-Länder-Block akzeptiert werden.

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