Jürgen Schaaf, Berater des oberen Managements für Marktinfrastruktur und Zahlungen bei der EZB, hat vor den potenziellen Auswirkungen von Stablecoins in Europa gewarnt und behauptet, dass sie das Bankensystem schwächen könnten, indem sie Einlagen auf dezentrale Alternativen umlenken.
ECB-Berater: Stablecoins könnten das europäische Bankensystem ins Wanken bringen

EZB-Berater Jürgen Schaaf warnt vor möglicher Erosion des Bankensystems durch Stablecoins
Europäische Behörden sind zunehmend besorgt über die Auswirkungen der wachsenden Beliebtheit von Stablecoins auf ihre heimischen Bank- und Zahlungssysteme. Jürgen Schaaf, Berater des oberen Managements für Marktinfrastruktur und Zahlungen bei der Europäischen Zentralbank (EZB), hat davor gewarnt, dass eine unkontrollierte und unregulierte Einführung von Stablecoins Wachstumsschmerzen für die Eurozone mit sich bringen könnte, die potenziell das Bankensystem der Europäischen Union (EU) stören könnten.
In einem kürzlich veröffentlichten Artikel mit dem Titel “From hype to hazard: what stablecoins mean for Europe” behauptet Schaaf, dass Stablecoins aus ihren Kinderschuhen herauswachsen und sich zunehmend mit der traditionellen Finanzwelt verflechten, was bedeutet, dass ein Zusammenbruch “auf das gesamte Finanzsystem übergreifen könnte und das Risiko einer Ansteckung eine wachsende Sorge für die Zentralbanken ist.”
Schaaf erklärte, dass die kürzliche Einführung des GENIUS-Gesetzes die Ausweitung der Annahme von Stablecoins ankurbeln könnte, angesichts des laxen Ansatzes in Bezug auf die Einhaltung. Er schätzt, dass die Marktkapitalisierung von Stablecoins von 230 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 2 Billionen US-Dollar im Jahr 2028 ansteigen könnte.
Diese Explosion könnte sogar das Zahlungssystem stören, da große Kreditunternehmen wie Visa und Mastercard bereits Stablecoins als Teil ihrer Abwicklungsschienen integrieren, und große Einzelhändler wie Walmart und Amazon deren Nutzung erkunden.
Er beurteilte, dass, wenn Stablecoins weithin genutzte renditetragende Instrumente werden, sie eine Bedrohung für die Dominanz europäischer Privatbanken darstellen könnten, da diese von Kundeneinlagen abhängig sind.
Schaaf erklärte:
[Stablecoins] könnten Einlagen von traditionellen Banken abziehen, was die finanzielle Vermittlung gefährden und die Kreditverfügbarkeit behindern könnte. Dies wäre ein größeres Problem in Europa, wo Banken eine zentrale Rolle im Finanzsystem spielen und Einlagen ihre Hauptfinanzierungsquelle sind.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat zudem die Vorstellung, Stablecoins als Geld zu verwenden, abgelehnt und kürzlich erklärt, dass deren zunehmende Annahme das Risiko birgt, echtes Geld seiner öffentlichen Gütefunktion zu berauben und privaten Akteuren die Fähigkeit zu geben, die Geldpolitik zu bestimmen.




