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Doug Casey warnt davor, dass ein Krieg gegen den Iran zu einer langwierigen Krise eskalieren, die Märkte neu gestalten und die globalen Machtverhältnisse verändern könnte

Der erfahrene Investor Doug Casey sagt, der eskalierende Iran-Konflikt stelle eine größere politische Bedrohung dar als finanzielle Turbulenzen und habe weitreichende Folgen für die Märkte, den Ölpreis und die globale Stabilität.

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Doug Casey warnt davor, dass ein Krieg gegen den Iran zu einer langwierigen Krise eskalieren, die Märkte neu gestalten und die globalen Machtverhältnisse verändern könnte

Laut Casey stehen die Märkte vor größeren geopolitischen Risiken als wirtschaftlichen

Doug Casey, Autor von „Crisis Investing“, erklärte diese Woche gegenüber „The David Lin Report“, dass es im aktuellen geopolitischen Umfeld weniger um kurzfristige Marktschocks als vielmehr um systemische politische Risiken gehe. Laut Casey könnten Investoren, die sich ausschließlich auf Wirtschaftsindikatoren konzentrieren, den Blick für das große Ganze verlieren.

„Die große Gefahr, der sich heute jeder gegenübersieht, ist nicht finanzieller oder wirtschaftlicher Natur … Ihre größte Gefahr ist heute tatsächlich eine politische Gefahr“, sagte Casey und bezeichnete den Iran-Konflikt als Auslöser für eine umfassendere Instabilität.

Der Krieg, so argumentierte er, werde sich wahrscheinlich nicht schnell lösen lassen. Casey beschrieb ihn als einen asymmetrischen Konflikt, der sich über Jahre hinziehen könnte, und zog dabei eher Vergleiche mit Afghanistan als mit dem Irak. Er wies darauf hin, dass Erwartungen einer raschen Lösung fehl am Platz seien, insbesondere angesichts der Größe und der militärischen Kapazitäten des Iran.

Die Märkte haben bereits begonnen zu reagieren. Ölpreise, die bei über 100 Dollar pro Barrel schwanken, und eine Schwäche an den Aktienmärkten spiegeln die wachsende Unsicherheit wider. Casey warnte, dass eine anhaltende Unterbrechung der Energieflüsse – insbesondere durch die Straße von Hormus – Auswirkungen auf globale Lieferketten und Inflationskennzahlen haben könnte.

Er wies auch auf die wirtschaftliche Belastung durch anhaltende militärische Einsätze hin. Angesichts der bereits hohen Verschuldung der USA sagte Casey, die Finanzierung eines langen Krieges könne die Inflation verschärfen und den Dollar schwächen. „Die Verschuldung steigt, die Inflation steigt, der Lebensstandard sinkt“, sagte er und skizzierte damit den seiner Ansicht nach wahrscheinlichen Verlauf.

Gold, das oft als Absicherung in turbulenten Zeiten angesehen wird, spielt in Caseys Prognose weiterhin eine zentrale Rolle. Er räumte zwar ein, dass das Edelmetall im Vergleich zu Waren und Dienstleistungen über den historischen Durchschnittswerten gehandelt wird, hielt jedoch daran fest, dass die Preise noch deutlich steigen könnten. „Das bedeutet nicht, dass es nicht auf 10.000 Dollar pro Unze oder mehr steigen könnte“, sagte er und verwies auf das schwindende Vertrauen in Fiat-Währungen.

Gleichzeitig merkte Casey an, dass der Anteil von Gold an den Anlegerportfolios historisch gesehen nach wie vor niedrig ist. Er argumentierte, dass die Zentralbanken – und nicht Privatanleger – die Hauptkäufer gewesen seien, was Raum für eine breitere Beteiligung lasse. Über Edelmetalle hinaus hob Casey Rohstoffe wie Getreide, Uran und Kohle als interessante Bereiche hervor. Er bezeichnete diese Sektoren im Vergleich zu Finanzanlagen als unterbewertet und deutete auf potenzielle Chancen hin, wenn der Inflationsdruck zunimmt.

Bei Aktien zeigte er sich jedoch zurückhaltender. Casey erklärte, er habe sich weitgehend aus dem breiteren Aktienmarkt zurückgezogen, insbesondere aus Hightech-Sektoren, die mit künstlicher Intelligenz verbunden sind. Er räumte zwar das transformative Potenzial der KI ein, stellte jedoch in Frage, ob das derzeitige Investitionsniveau eine Spekulationsblase widerspiegele.

Er wies zudem auf wachsende Spannungen an den Kreditmärkten hin, darunter steigende Abhebungen aus Altersvorsorgekonten und eine sich verschärfende Liquiditätslage bei privaten Kreditfonds. Diese Entwicklungen, so sagte er, seien ein Zeichen für eine zugrunde liegende Anfälligkeit des Finanzsystems. Für Privatpersonen lautete Caseys Rat unumwunden: Ausgaben reduzieren, Ersparnisse erhöhen und sich auf bevorstehende schwierigere Bedingungen vorbereiten. Er deutete an, dass viele Haushalte bald gezwungen sein könnten, Anpassungen vorzunehmen, die heute noch freiwillig vorgenommen werden könnten.

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In Bezug auf die Geopolitik warnte Casey, dass sich der Konflikt über den Nahen Osten hinaus ausweiten könnte, wodurch möglicherweise weitere Akteure hineingezogen würden und die globalen Märkte weiter destabilisiert würden. Er beschrieb Krieg als von Natur aus zerstörerisch für den realen Wohlstand, auch wenn bestimmte Sektoren vorübergehend davon profitieren. Letztendlich bezeichnete Casey die aktuelle Situation als Wendepunkt – einen, an dem politische Entscheidungen und nicht nur wirtschaftliche Fundamentaldaten die Ergebnisse für Anleger und Volkswirtschaften gleichermaßen bestimmen werden.

FAQ 🔎

  • Wie wirkt sich der Iran-Krieg auf die US-Märkte aus? Steigende Ölpreise, Inflationsdruck und geopolitische Unsicherheit können Aktien und das Wirtschaftswachstum belasten.
  • Warum bevorzugt Doug Casey in Krisenzeiten Gold? Er betrachtet Gold als Wertanlage außerhalb von Fiat-Systemen, insbesondere in Zeiten von Inflation und Währungsinstabilität.
  • Welche Sektoren könnten von dem Konflikt profitieren? Energie, Rohstoffe und verteidigungsnahe Branchen könnten bei anhaltenden Spannungen eine steigende Nachfrage verzeichnen.
  • Was rät Casey Privatpersonen? Geben Sie weniger aus, sparen Sie mehr und bereiten Sie sich finanziell auf mögliche wirtschaftliche Abschwünge vor.