Der Präsident der Zentralbank Deutschlands hat die anhaltende Debatte über das Halte-Limit für den digitalen Euro, Europas digitale Zentralbankwährung (CBDC), hervorgehoben. Er merkte an, dass jüngste Forschungen der Bundesbank darauf hinweisen, dass der optimale Betrag in der Größenordnung von 1.500 bis 2.500 digitalen Euros pro Person liegen könnte.
Digitales Euro-Einlagenlimit: Debatte geht weiter
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‘Das Urteil steht noch aus’
Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, der Zentralbank Deutschlands, hielt am Montag die Vigoni-Vorlesung in Rom. Er betonte das Potenzial des digitalen Euro, die europäische Einheit zu stärken und das Finanzsystem des Kontinents zu modernisieren.
“Ein Argument gegen den digitalen Euro ist, dass er die Risiken für die Finanzstabilität erhöhen könnte”, erklärte er. „Wenn der digitale Euro in großen Mengen gehalten werden könnte, könnten in Zeiten finanzieller Notlagen Einlagen in digitale Euro-Konten oder Wallets verschoben werden. Dies könnte zu einem systemischen Bankensturm führen, bei dem alle schlechter dran sind.“ Er betonte jedoch: “Es gibt ein sehr einfaches Mittel gegen dieses Risiko: Halte-Limits.”
Bezüglich des optimalen Halte-Limits für den digitalen Euro, erklärte Nagel:
Ich denke, das Urteil steht hier noch aus … Die eben erwähnte jüngste Forschung der Bundesbank deutet darauf hin, dass der optimale Betrag in der Größenordnung von 1.500 bis 2.500 digitalen Euro pro Person liegen könnte.
Nagel erwähnte auch eine Studie von Ökonomen der Europäischen Zentralbank (EZB), die „vorschlug, dass ein Halte-Limit von 3.000 digitalen Euro pro Person erfolgreich die Auswirkungen auf die Liquiditätsrisiken der Banken selbst in äußerst pessimistischen Szenarien begrenzen würde.“
Der Präsident der Bundesbank erklärte: “Ein Halte-Limit bedeutet, dass der Betrag an digitalen Euros, den ein Kunde halten kann, auf einen bestimmten Betrag begrenzt ist. Und dies bedeutet, dass nur eine begrenzte Menge an Einlagen abgehoben werden kann, was das Risiko eines Bankensturms in Zeiten von Not erheblich reduzieren wird.”
Nagel hob fünf Schlüsselgründe für die Unterstützung des digitalen Euro hervor: Anpassung an zunehmende Trends digitaler Zahlungen, Verringerung der Abhängigkeit von nicht-europäischen digitalen Zahlungssystemen, Förderung innovativer privater Zahlungslösungen, Sicherstellung hoher Datenschutzstandards und Vereinheitlichung des Euroraums durch Bereitstellung einer gemeinsamen digitalen Zahlungsmethode. Zudem merkte er an, dass der digitale Euro die allgemeine Finanzstabilität erhöhen könnte, indem er die Bankenverschuldung in normalen Zeiten verringert.
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