Das BIP-Modell der Atlanta Fed prognostiziert einen Rückgang des US-BIP um -1,5% im 1. Quartal 2025, was Bedenken hinsichtlich der Volatilität des Aktienmarkts, der kurzfristigen Stabilität von Bitcoin und der Zinssenkungsstrategie der Federal Reserve angesichts eines wachsenden Handelsdefizits und nachlassender Konsumausgaben aufwirft.
Die US-Wirtschaft steht vor einer Rezessionsangst, da die Atlanta Fed eine -1,5%ige Kontraktion im 1. Quartal prognostiziert.
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BIP-Abstufung schürt Unsicherheit: Aktien, Bitcoin verletzlich, während Fed Daten beobachtet
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP), das umfassendste Maß für wirtschaftliche Aktivität, spiegelt den Gesamtwert der in einem Land produzierten Waren und Dienstleistungen wider. Eine Kontraktion, wie der nun für das 1. Quartal 2025 vom BIP-Modell der Atlanta Fed prognostizierte annualisierte Rückgang um -1,5%, deutet auf eine sinkende Produktion hin und signalisiert häufig schwächere Beschäftigung, Investitionen und Konsumvertrauen.
Obwohl zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem BIP-Wachstum häufig als Rezession angesehen werden, trifft seit dem Wirtschaftszirkus der Biden-Administration das National Bureau of Economic Research die offizielle Entscheidung unter Verwendung breiterer Indikatoren.

Das BIP-Modell, das in Echtzeit mit Daten von Behörden wie dem U.S. Bureau of Economic Analysis aktualisiert wird, hat seine Schätzung für das 1. Quartal 2025 von +3,9% Anfang Februar auf -1,5% bis zum 28. Februar stark nach unten revidiert. Der Hauptfaktor ist ein historischer Einbruch der Nettoexporte, wobei die Belastung des Handelsdefizits für das BIP von -0,41 auf -3,70 Prozentpunkte zugenommen hat. Analysten führen dies auf Importeure zurück, die Waren im Vorfeld erwarteter Zölle horten, ein Trend, der mit der jüngsten Unsicherheit in der Politik verbunden ist.

Die Konsumausgaben, die etwa 70% des US-BIP ausmachen, haben ebenfalls nachgelassen. Die Wachstumsprognosen für persönliche Konsumausgaben fielen von 2,3% auf 1,3% und spiegeln schwächere Einzelhandels- und Einkommensdaten für Januar wider. Der Beitrag der Staatsausgaben sank auf 0,2%, während private Investitionen aufgrund eines starken Bestandsabbaus einbrachen.
Bitcoin und Aktien nervös vor Fed-Entscheidung
Bitcoin und Aktien sind bereits nervös. US-Aktien könnten kurzfristig unter Druck geraten, da Investoren die Risiken sinkender Unternehmensgewinne abwägen. Der S&P 500 hat in der Vergangenheit negativ auf Wachstumsherabstufungen reagiert, wie bei ähnlichen Revisionen im Jahr 2022 zu sehen war. Allerdings könnten sich die Märkte stabilisieren, wenn die Federal Reserve zu Zinssenkungen übergeht, was die Kreditkosten senkt und Sektoren wie Technologie und Immobilien unterstützt.
Kryptowährungen, von einigen als risikoreiche Anlagen angesehen, könnten volatil werden. Bitcoin und seine Pendants könnten zunächst aufgrund einer breiteren Risikoaversion fallen und spiegeln damit Trends während der jüngsten Wirtschaftsschrecken und Trump-Zölle wider. Sollte die Fed ihre Geldpolitik jedoch lockern, könnten die Krypto-Preise steigen, da Investoren nach Alternativen zu traditionellen Märkten suchen. Regulierungsentwicklungen, darunter die jüngste Positivität der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) und Inflationstrends – Anfang Januar noch bei 3% – werden die Stimmung im Kryptobereich weiter beeinflussen.
Der Leitzins der Fed liegt bei 4,25% bis 4,50%, wobei die Inflation über dem 2%-Ziel verbleibt. Während die BIP-Kontraktion den Druck zur Zinssenkung erhöht, werden die politischen Entscheidungsträger voraussichtlich auf Bestätigung durch die Februar-Daten warten, bevor sie handeln. Vorsitzender Jerome Powell hat betont, dass das Wachstum gegen anhaltende Preisdruckrisiken abgewogen werden muss und der Weg für Anpassungen offen bleibt, aber vor verfrühten Schritten gewarnt. CME-Futures zeigen jedoch, dass die Fed zumindest bei der nächsten Sitzung die Zinsen höchstwahrscheinlich unverändert halten wird.

Der durchschnittliche Fehlerbereich des BIP-Modells der Atlanta Fed von 0,77 Prozentpunkten bedeutet, dass die -1,5% Zahl sich mit den eingehenden Daten, einschließlich der im März anstehenden Handelsdaten für Februar, ändern könnte. Vorläufig hebt die Projektion die Fragilität einer Wirtschaft hervor, die sich durch Veränderungen in der Handelspolitik und nachlassende Nachfrage navigiert. Die Märkte werden auf Signale von der Fed-Sitzung im März achten, bei der aktualisierte Wachstums- und Zinsprognosen den Weg nach vorn klären könnten.
Obwohl ein einzelnes Quartal mit Rückgang nicht zwangsläufig eine Rezession bedeutet, hebt die scharfe Revision die Schwachstellen in wichtigen wirtschaftlichen Säulen hervor. Investoren, Unternehmen und politische Entscheidungsträger stehen vor einem kritischen Scheideweg, während sie bewerten, ob dieser Rückgang ein vorübergehender Stolperer oder der Beginn eines längeren Abschwungs ist.




