Ray Dalio warnt davor, dass Donald Trumps Zollpolitik zu globaler Stagflation führen und die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China erheblich verändern könnte. Dalios Analyse hebt die “Erstordnungseffekte” von Zöllen hervor, die zwar Einnahmen generieren, aber auch die weltweiten Produktionseffizienzen verringern können.
Die Schattenseite von Zöllen: Dalio prognostiziert globale Stagflation und wirtschaftliche Umwälzungen
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Dalio unterstützt Trumps Zolleinnahmen-Behauptung
Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, hat eine eindringliche Warnung vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der neu vorgestellten Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump ausgesprochen. Dalio erklärte, dass das Zollszenario zu einem Anstieg der globalen Stagflation führen und die Handelsbeziehungen zwischen den USA und China erheblich umgestalten könnte.
Dalios Analyse, vorgestellt in einem aktuellen Kommentar, zerlegt die “Erstordnungseffekte” von Zöllen. Er stellt fest, dass Zölle Einnahmen für das verhängende Land generieren können, während sie die globalen Produktionseffizienzen verringern. Diese Sichtweise steht im Einklang mit Trumps Rede am Befreiungstag, in der er behauptete, dass Einnahmen aus Zöllen die USA vor der Einführung der Einkommenssteuer im Jahr 1913 reich machten.
Die Trump-Regierung ist zuversichtlich, dass sich das Defizit des Landes durch die Einführung von Gegenmaßnahmen und Ausgabenkürzungen schnell in einen Überschuss verwandeln wird, indem sie sowohl auf Verbündete als auch auf Gegner reziproke Zölle erhebt. Kritiker der Trump-Regierung argumentieren jedoch, dass die Zölle die Preise für Verbraucher in den USA erhöhen werden. Andere warnen davor, dass diese das Potenzial haben, internationale Handelsbeziehungen zu beschädigen und das globale Handelssystem zu untergraben.
Der Gründer von Bridgewater Associates warnte unterdessen, dass die Zölle inhärent stagflationär seien und ein komplexes Zusammenspiel von deflationären und inflationären Druckausübungen auf der ganzen Welt erzeugen.
“Zölle sind in Zeiten eines internationalen Großmachtkonflikts notwendig, um die inländischen Produktionsfähigkeiten sicherzustellen”, erkannte Dalio an und hob ihre strategische Bedeutung in Zeiten geopolitischer Spannungen hervor.
Dennoch betonte er auch ihr Potenzial, bestehende Handelsungleichgewichte zu verschärfen und Abhängigkeiten von ausländischem Kapital zu erhöhen, was insbesondere in eskalierenden internationalen Konflikten Besorgnis erregend ist.
Chinas RMB sollte aufgewertet werden
Unterdessen gehen Dalios Bedenken über die unmittelbaren Auswirkungen von Zöllen hinaus und befassen sich mit den von ihm genannten “Zweitordnungseffekten”, die sich aus Vergeltungsmaßnahmen, Währungsschwankungen und Reaktionen der Zentralbanken ergeben. Er warnte davor, dass reziproke Zölle von betroffenen Nationen weitverbreitete Stagflation auslösen könnten, während Geld- und Fiskalpolitik-Anpassungen die wirtschaftliche Landschaft weiter verkomplizieren könnten.
Ein zentraler Streitpunkt in Dalios Analyse dreht sich um den Status des US-Dollars als wichtigste Reservewährung der Welt. Während er die Vorteile dieses Privilegs anerkennt, warnte er vor dessen Missbrauchspotenzial und verwies auf die “Überverschuldung und Schuldenprobleme” der Nation. Dalio schlug eine mögliche Lösung in einer ausgehandelten Aufwertung des chinesischen Yuan Renminbi (RMB) vor, ein Schritt, der seiner Meinung nach für sowohl die USA als auch China von Vorteil sein könnte.
“Es wurde gesagt, dass Chinas RMB aufgewertet werden sollte, was möglicherweise zwischen den Amerikanern und Chinesen als Teil eines Handels- und Kapitalabkommens vereinbart werden könnte, idealerweise bei einem Treffen zwischen Trump und Xi,” sagte Dalio.
Er betonte die dringende Notwendigkeit, bestehende Ungleichgewichte anzugehen, und warnte vor deren “gefährlich unhaltbarer” Natur. Dalio prognostizierte “abrupte, unkonventionelle Veränderungen” der aktuellen monetären, wirtschaftlichen und geopolitischen Ordnung.
Letztendlich, so Dalio, werden die langfristigen Auswirkungen dieser politischen Änderungen von Faktoren wie Vertrauen in Schulden- und Kapitalmärkte, Produktivitätsniveau der Länder und der Attraktivität ihrer politischen Systeme für Leben, Arbeiten und Investieren abhängen.




