Die Europäische Zentralbank treibt ihre Initiative zum digitalen Euro voran, indem sie zwei spezialisierte Arbeitsgruppen, G5 und B1, einrichtet. Die EZB fördert die Zusammenarbeit mit Experten aus der Privatwirtschaft, um eine attraktive und funktionsfähige digitale Währung für den gesamten Euroraum zu schaffen.
Die Europäische Zentralbank treibt die Pläne für den digitalen Euro voran – mit Schwerpunkt auf Geldautomaten und Sicherheit

Festlegung technischer und operativer Regelwerke
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen weiteren Schritt zur Verwirklichung eines digitalen Euro unternommen und die Bildung spezialisierter Arbeitsgruppen angekündigt, um technische und operative Regeln für die geplante Währung festzulegen. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass europäische Entscheidungsträger eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) zunehmend als entscheidendes Instrument betrachten, um die Währungssouveränität Europas zu wahren und eine eigenständige Alternative zur Dominanz von auf US-Dollar lautenden Stablecoins zu bieten.
Über die im Januar 2023 gegründete „Rulebook Development Group“, die den funktionalen Rahmen für den digitalen Euro entwerfen soll, stellte die EZB zwei neue Arbeitsgruppen vor: G5 und B1.
Der Arbeitsbereich G5 hat die Aufgabe, technische Anforderungen dafür zu entwickeln, wie ein digitaler Euro mit der physischen Infrastruktur interagieren wird. Zu seinen Schwerpunkten gehört die Festlegung, wie Zahlungen an Terminals über Nahfeldkommunikation (NFC) oder QR-Codes initiiert werden, sowie die Integration von Offline-Funktionen des digitalen Euro in bestehende POS- und Geldautomaten-Netzwerke. Die Gruppe soll zudem sogenannte „SoftPOS“- und mobile Zahlungsakzeptanzlösungen untersuchen.
Der Arbeitsbereich B1 wird das „Test-Ökosystem“ entwerfen, das erforderlich ist, um sicherzustellen, dass alle Dienste des digitalen Euro strenge Sicherheits- und Leistungsstandards erfüllen. Die Mitglieder haben die Aufgabe, Regeln für die Zertifizierung von Endgeräten und Zahlungsdienstleistern zu erstellen, bevor diese Zugang zum Netzwerk des digitalen Euro erhalten.
Bekämpfung von auf den Dollar lautenden Stablecoins
Während sich die technischen Dokumente auf die Umsetzung konzentrieren, ist die zugrunde liegende Motivation für das Projekt zunehmend geopolitischer Natur. Die EZB hat Bedenken geäußert, dass die europäische Zahlungslandschaft ohne einen digitalen Euro übermäßig von ausländischen digitalen Vermögenswerten abhängig werden könnte. EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat den digitalen Euro konsequent als strategische Notwendigkeit dargestellt, um die Währungssouveränität Europas vor dem Einfluss ausländischer Vermögenswerte, insbesondere von auf US-Dollar lautenden Stablecoins, zu schützen.
Ziel der EZB ist es, sicherzustellen, dass die europäischen Bürger Zugang zu einer digitalen Form von Bargeld haben, das von der Zentralbank gedeckt ist, anstatt sich auf private Akteure zu verlassen, deren Hauptinteressen möglicherweise nicht mit der europäischen Finanzstabilität im Einklang stehen.

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Die EZB betont einen kooperativen Ansatz und ruft Experten aus der Privatwirtschaft dazu auf, sich neben Vertretern des Eurosystems an diesen Arbeitsgruppen zu beteiligen. Die Leitprinzipien für beide Gruppen besagen, dass der digitale Euro zwar als eigenständiger Basisdienst funktionieren muss, aber auch „für alle Akteure attraktiv“ sein und es dem privaten Sektor ermöglichen soll, darauf aufbauend innovative Dienste zu entwickeln.
„Die Kandidaten sollten sich von der Möglichkeit inspirieren lassen, die Regeln für das digitale Euro-System mitzugestalten“, heißt es in den Ausschreibungen, wobei darauf hingewiesen wird, dass das gesamte geistige Eigentum, das aus dieser Arbeit hervorgeht, bei der EZB verbleibt. Während diese Arbeitsgruppen ihre Entwicklungs-„Sprints“ beginnen, rückt die Vision einer digitalen Währung, die an jedem europäischen Geldautomaten oder an jeder Kasse verwendet werden kann, näher an die Realität.
FAQ ❓
- Welche neuen Arbeitsgruppen hat die EZB für den digitalen Euro eingerichtet? Die EZB hat die Arbeitsgruppen G5 und B1 ins Leben gerufen, um den technischen Rahmen und die Zertifizierungsstandards für den digitalen Euro festzulegen.
- Worauf konzentriert sich der Arbeitsbereich G5? Der Arbeitsbereich G5 entwickelt technische Anforderungen für die Interaktion des digitalen Euro mit der physischen Infrastruktur, einschließlich Zahlungsterminals und mobiler Lösungen.
- Welche Rolle spielt der Arbeitsbereich B1? Der Arbeitsbereich B1 ist für die Schaffung eines Testökosystems verantwortlich, um sicherzustellen, dass alle Dienste des digitalen Euro den Sicherheits- und Leistungsstandards entsprechen.
- Warum wird der digitale Euro als geopolitische Notwendigkeit angesehen? Die EZB betrachtet den digitalen Euro als unerlässlich für die Wahrung der Währungssouveränität Europas und als Alternative zu auf US-Dollar lautenden Stablecoins.




