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Die Blockade der Straße von Hormus lässt die Rendite japanischer 10-Jahres-Anleihen auf ein 25-Jahres-Hoch steigen

Die Rendite japanischer 10-jähriger Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit 1999, nachdem der Iran den Tankerverkehr durch die Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gebracht hatte, was die Ölpreise auf über 113 Dollar pro Barrel steigen ließ und Tokio dazu zwang, seine strategischen Reserven in Rekordtempo abzuzapfen. Wichtige Erkenntnisse:

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Die Blockade der Straße von Hormus lässt die Rendite japanischer 10-Jahres-Anleihen auf ein 25-Jahres-Hoch steigen
  • Die Rendite japanischer 10-jähriger Staatsanleihen erreichte Anfang April 2026 2,39 % – den höchsten Stand seit 1999 –, da die Blockade der Straße von Hormuz durch den Iran Inflationsängste schürte.
  • Die Bank of Japan steht bei ihrer Sitzung am 27. und 28. April vor einer Entscheidung über eine Zinserhöhung, wobei die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 60 bis 70 % für einen solchen Schritt einpreisen.
  • Japan hat eine Rekordfreigabe von 80 Millionen Barrel aus den Reserven zugesagt, doch Analysten warnen, dass eine anhaltende Unterbrechung das Risiko von Stagflation und globaler Marktvolatilität birgt.

Irans Blockade der Straße von Hormus löst Alarm auf dem japanischen Anleihemarkt aus

Die Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen erreichte Anfang April 2026 2,38 % bis 2,39 % und übertraf damit Werte, die seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurden, sowie den Höchststand der Finanzkrise von 2008 um rund 30 Basispunkte. Die 5-Jahres-Rendite stieg auf 1,72 % und näherte sich damit ihrem eigenen Rekordniveau.

Der Iran verhängte Ende Februar und Anfang März 2026 eine De-facto-Blockade der Straße von Hormus, nachdem die USA und Israel Militäroperationen gegen das Land durchgeführt hatten. Der Tankerverkehr durch die Meerenge sank einigen Berichten zufolge auf unter 10 % des normalen Niveaus, wodurch täglich Millionen Barrel aus dem globalen Angebot entzogen wurden.

Japan war nicht in der Lage, einen solchen Schlag abzufedern. Im Geschäftsjahr 2024 lieferte der Nahe Osten 95,9 % der Rohölimporte des Landes, wobei die VAE 43,6 %, Saudi-Arabien 40,1 %, Kuwait 6,4 % und Katar 4,1 % ausmachten. Jedes Barrel dieser Lieferanten wird über Hormuz transportiert.

Hormuz Blockade Sends Japan's 10-Year Bond Yield to 25-Year High

Der Preis für Brent-Rohöl stieg im März auf über 113 bis 116 US-Dollar pro Barrel, wobei physisches Dubai-Rohöl zeitweise 170 US-Dollar erreichte. Die Preise haben sich Anfang April auf 100 bis 110 US-Dollar eingependelt, bleiben aber vor dem Hintergrund diplomatischer Unsicherheit weiterhin hoch. Auch der US-WTI-Preis überschritt die 100-Dollar-Marke. Die Internationale Energieagentur koordinierte mit den betroffenen Ländern die Freigabe von Notreserven, um den Schaden zu begrenzen.

Tokio handelte schnell. Das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie wies am 9. März 2026 zehn inländische Lagerstätten an, die Freigabe staatlicher Reserven vorzubereiten. Japan stellte später rund 80 Millionen Barrel – etwa 45 Tage Vorrat – bereit, um den Schock abzufedern. Es ist die größte Entnahme dieser Art in der japanischen Geschichte. Reserven des privaten Sektors wurden bereits früher angezapft. Beamte und Analysten betrachten die Maßnahmen als vorübergehende Entlastung, nicht als Lösung.

Die Energiekosten haben sich direkt auf die Verbraucherpreise ausgewirkt. Ein schwächerer Yen, der nahe 160 gegenüber dem Dollar notiert, hat den Schaden noch verstärkt, indem er dollarbasierte Importe verteuert hat. Die Bank of Japan (BOJ) behielt bei ihrer letzten Sitzung ihren kurzfristigen Zinssatz bei 0,75 % bei, zeigte jedoch eine Tendenz zur Straffung. Gouverneur Kazuo Ueda erklärte, weitere Erhöhungen stünden weiterhin zur Debatte, falls sich die zugrunde liegende Inflation in Richtung des 2-Prozent-Ziels entwickle.

Die Märkte preisen derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 60 % bis 70 % für eine Zinserhöhung bei der Sitzung der BOJ am 27. und 28. April ein. Goldman Sachs hält den Juli für einen wahrscheinlicheren Zeitpunkt, abhängig davon, wie sich die Lage im Nahen Osten entwickelt. Das Dilemma der BOJ ist klar: Die energiebedingte Inflation steigt, während höhere Kosten eine Verlangsamung der Gesamtwirtschaft riskieren.

Die Auflösung des Yen-Carry-Trades

Höhere Zinsen würden ein Kapitel der extrem lockeren Geldpolitik abschließen, die Japan seit der Blase der 1990er Jahre geprägt hat. Große Lebensversicherer sitzen bereits auf rund 60 Milliarden US-Dollar an unrealisierten Verlusten aus ihren Beständen an japanischen Staatsanleihen. Die Auswirkungen reichen über Tokio hinaus. Japan hält per Januar 2026 US-Staatsanleihen im Wert von 1,225 Billionen US-Dollar und ist damit der größte ausländische Gläubiger. Mit steigenden inländischen Renditen sinkt die Nachfrage nach ausländischen Anleihen. Dies übt Aufwärtsdruck auf die US-Finanzierungskosten aus. Steigende Renditen japanischer Staatsanleihen drohen zudem, Carry-Trade-Positionen im Wert von schätzungsweise 500 Milliarden US-Dollar, die mit Yen finanziert wurden und sich auf Aktien, Schwellenländeranleihen und Kryptowährungen verteilen, aufzulösen. Eine Zinserhöhung der BOJ Mitte 2024 löste erhebliche Liquidationen aus. Eine Wiederholung, bei weiterhin blockierter Straße von Hormuz, könnte noch härter einschlagen.

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