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Der Tod des 4-Jahres-Zyklus: Experten über die neue Makro-Realität von Bitcoin

Der Bitcoin-Anstieg auf 126.000 USD im Oktober 2025 löste sich schnell auf nach einer Liquidationskaskade, endete das Jahr unter 100.000 USD und stellte die Vorhersagekraft des traditionellen 4-Jahres-Halbierungszyklus in Frage. Analysten argumentieren, dass der Markt in ein neues Regime eingetreten ist, das von institutionellem Kapital und dem Fluss von börsengehandelten Fonds geprägt ist, was zu einer langsameren, aber stabileren Preisentwicklung führt.

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Der Tod des 4-Jahres-Zyklus: Experten über die neue Makro-Realität von Bitcoin

Eine Veränderung in der Markt-DNA

Als Bitcoin am 6. Oktober 2025 mit 126.000 USD seinen Höhepunkt erreichte, favorisierte die Marktstimmung überwältigend eine Jahresendrallye hin zu neuen Allzeithochs. Nur wenige hatten einen Rückgang unter die sechsstellige Marke erwartet, geschweige denn einen Jahresabschluss im roten Bereich. Dieser Optimismus war im historischen 4-Jahres-Zyklus verankert, der nahelegte, dass 2025 — ein Jahr nach der Halbierung — für erhebliche Gewinne bestimmt war.

Das Narrativ änderte sich abrupt am 10. Oktober, als eine massive Liquidationskaskade einen steilen Abwärtstrend auslöste, der Bitcoin schließlich auf nahe 80.000 USD abtrieb. Trotz anschließender Anzeichen von Widerstandskraft fehlte es dem Vermögenswert an der erforderlichen Dynamik, um die psychologische Barriere von 100.000 USD vor Jahresende wieder zu erreichen. Während die erste Januarwoche 2026 einen Blick auf eine Erholung bot, deuten technische Indikatoren darauf hin, dass eine Rückkehr zu früheren Höchstständen nicht unmittelbar bevorsteht.

Letztendlich diente das Jahr 2025 als Weckruf. Der 4-Jahres-Zyklus scheint seine Vorhersagekraft verloren zu haben und zwingt Investoren, über historische Halbierungsmuster hinaus neue Metriken zu suchen, um Bitcoins langfristige Entwicklung zu beurteilen.

Weiterlesen: Ist der Bitcoin-Vierjahreszyklus nach dem unerwarteten Ende von 2025 gebrochen?

Die Konsensmeinung unter Analysten ist, dass Bitcoin einen grundlegenden Regimewechsel durchläuft. Die Leistung von 2025 wird nicht als Versagen des Vermögenswerts angesehen, sondern als Beweis dafür, dass institutionelles “smart money” die DNA des Marktplatzes grundlegend verändert hat. Experten argumentieren, dass institutionelles Kapital — oft abgesichert, langfristig und von strengen Auflagen regiert — die Preisentwicklung stabilisiert hat. Dies führt zu einer “langsamen Wertsteigerung” und einem widerstandsfähigeren, wenn auch weniger explosiven Preisboden.

Es gibt auch einen wachsenden Glauben, dass Bitcoin seinen Status als spekulativer Nischenvermögenswert hinter sich gelassen hat. Faktoren wie die Zinspolitik der US-Notenbank und institutionelle Umschichtungen bestimmen jetzt den Preis mehr als Spekulationen im Einzelhandel.

Han Tan, Chief Market Analyst bei Bybit Learn, argumentiert, dass neue Nachfragequellen die Natur des Zyklus verändert haben. “Während Einzelhandelsteilnehmer weiterhin eine bedeutende Rolle im Krypto spielen werden, wurde ihr Einfluss durch institutionelle Akteure gedämpft”, erklärte Tan. Diese Sichtweise wird von Richard Usher, Handelsdirektor bei Openpayd, geteilt, der bemerkte, dass wohlhabende Teilnehmer die Marktstruktur gereift haben. “Mit der Zeit sollte diese Verschiebung eine beständigere Preisentwicklung unterstützen”, sagte Usher.

Die Erholung im Januar 2026: Squeeze oder Substanz?

Beweise für diese Verschiebung zeigten sich Anfang Januar, mit erheblichen Zuflüssen in ETFs am 2. und 5. Januar. Diese Zuflüsse fielen mit dem Anstieg von Bitcoin auf über 94.000 USD zum ersten Mal seit dem 9. Dezember zusammen. Im Gegensatz zu den flüchtigen Rallyes Ende 2025 scheint Bitcoin über 90.000 USD zu halten.

Einige Beobachter führen die Rallye Anfang 2026 jedoch mehr auf einen “Short Squeeze” — bei dem Händler, die auf einen Preisverfall wetten, gezwungen sind, Positionen zurückzukaufen — zurück als auf neues Kapital. Nima Beni, Gründer von Bitlease, bemerkte, dass der Squeeze zwar tatsächlich Liquidität bereitstellte, aber das “smart money” den Boden lieferte.

“Die wahre Geschichte ist das Kapital, das erkannte, dass das Warten auf einen ‘besseren Einstieg’ ein Fehler war”, sagte Beni. “Das Fenster, um billig zu kaufen, ist im Wesentlichen zugeschlagen.”

Iliya Kalchev, Analyst bei Nexo Dispatch, stimmte zu und sagte, dass ETF-Zuflüsse direkte Unterstützung auf dem Spotmarkt bieten. Er fügte hinzu, dass Zuflüsse in Spot-Äthereum und ausgewählte Altcoin-ETFs auf ein “breiteres, wenn auch vorsichtiges, Wiedereingehen des Risikos statt auf ein enges, Squeeze-getriebenes Vorgehen” hindeuten.

Ben Caselin, CMO an der Krypto-Börse VALR, schloss, dass die Rallye eine gesunde Mischung aus technisch erzwungenem Kauf und frischen jährlichen Kapitaleinsätzen ist. “Diese Mischung unterstreicht eine solidere Grundlage für die Rallye als rein liquidationsgetriebene Spitzen”, sagte Caselin.

FAQ 💡

  • Warum fiel Bitcoin nach dem Höchststand von 126.000 USD im Oktober 2025? Eine massive Liquidationskaskade am 10. Oktober trieb die Preise auf nahe 80.000 USD.
  • Hat der 4-Jahres-Halblingszyklus seine Vorhersagekraft verloren? Analysten sagen, institutionelles Kapital habe Bitcoins Weg über historische Zyklen hinaus neu gestaltet.
  • Welche Faktoren treiben jetzt den Bitcoin-Preis weltweit an? Die Politik der US-Notenbank, ETF-Zuflüsse und institutionelle Umschichtungen überwiegen die Spekulation im Einzelhandel.
  • Ist die Rallye im Januar 2026 nachhaltig? Experten sehen sie als Mischung aus Short Squeeze-Liquidität und frischer institutioneller Kapitalunterstützung.
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