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Der Angebotsabfluss: Warum Bitcoin-Börsenreserven den Preistrend nicht mehr diktieren

Im Jahr 2025 fielen die Bitcoin-Reserven auf Börsen stark, was auf einen Übergang zur langfristigen Verwahrung durch Institutionen hinweist, obwohl Experten warnen, dass diese Metrik kein verlässlicher Preisindikator mehr ist.

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Der Angebotsabfluss: Warum Bitcoin-Börsenreserven den Preistrend nicht mehr diktieren

Der große Exodus von den Börsen: Ein Wandel zur Langzeitverwahrung

Im Jahr 2025 erlebte Bitcoin eine Reihe grundlegender Veränderungen und entwickelte sich von einem spekulativen Risiko-Asset zu einer zentralen Säule des globalen Finanzsystems. Während der Preis einen historischen Höchststand von etwa 126.000 US-Dollar erreichte, bevor er sich im Bereich von 80.000 bis 90.000 US-Dollar stabilisierte, war das bestimmende Narrativ des Jahres eine tiefgreifende Transformation der Marktstruktur.

Die Verabschiedung des GENIUS-Gesetzes in den Vereinigten Staaten und die Einführung des Strategie-“Playbooks” etablierten Bitcoin als Standard für Unternehmensschatzkammern. Gleichzeitig entwickelten sich Bitcoin-Exchange-Traded Funds (ETFs) von einfachen Einstiegsmöglichkeiten zu ausgeklügelten Finanzinstrumenten—eine Reifung, die die historische Volatilität der Kryptowährung erheblich dämpfte. Eine Dynamik, die jedoch weniger Beachtung fand, ist der abnehmende Einfluss der sinkenden Börsenreserven.

Weiterlesen: Das Ende des 4-Jahres-Zyklus: Experten über die neue makroökonomische Realität von Bitcoin

Markt daten zeigen, dass die gesamten Bitcoin-Reserven an globalen Börsen zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 7. Januar 2026 von 2,93 Millionen BTC auf 2,48 Millionen BTC gefallen sind. Diese Abwanderung hielt sogar während der Phasen des Preisrückgangs an und deutet auf eine Abkehr vom traditionellen “Panikverkaufs”-Verhalten hin.

Das Angebotsloch: Warum Bitcoin-Börsenreserven den Preistrend nicht mehr diktieren

Vielmehr deutet der Trend darauf hin, dass Großkäufer, einschließlich ETFs und Unternehmensschatzkammern, Liquidität aggressiv in Cold Storage zur langfristigen Verwahrung verlagern. Über ein Jahrzehnt lang diente die “Angebot-auf-Börsen”-Metrik als verlässlicher Indikator für eine bullische Stimmung; die Logik war einfach: Weniger Münzen im Angebot bedeuteten eine niedrigere Schwelle für den Preisanstieg.

Diese Korrelation blieb bis zur ersten Jahreshälfte 2025 der Industriestandard, doch das Narrativ zerbrach nach dem 10. Oktober Flash Crash. In den folgenden 60 Tagen erlebte der Markt eine seltene und verwirrende Entkopplung: Börsenbestände und BTC-Preise stürzten gleichzeitig ab.

Neudefinition von Liquiditätsmetriken

Während sich Bitcoin bis Ende 2025 erholte, setzten die Börsenbestände ihren Abstieg fort. Es war das Wiederaufleben dieses “Angebotslochs”, das neue Aufregung entfachte, doch viele Experten warnen, dass diese Metrik allein kein verlässlicher Indikator für einen Bitcoin-Aufwärtstrend mehr ist.

Martins Benkitis, Mitbegründer und CEO von Gravity Team, schlägt vor, dass das traditionelle Tracking von Börsenbeständen veraltet wird.

„Ich stelle in Frage, ob dies einen direkten Einfluss auf den Preis hat, da sich die BTC-Verwahrung auf natürliche Weise weiterentwickelt“, sagte Benkitis. „Händler und insbesondere Institutionen nutzen zunehmend die Verwahrung außerhalb der Börsen. Darüber hinaus arbeiten Verwahrer jetzt eng mit Börsen zusammen, um Off-Exchange-Vermögenswerte als Sicherheiten zu verwenden. Infolgedessen ist Liquidität eine wichtigere Metrik für die Überwachung als einfache Börsenbestände.“

Iva Wisher, Gründerin und CEO von MIDL, betrachtet diesen Wandel als Zeichen institutioneller “Wachstumsschmerzen”. Wisher beschreibt den aktuellen Zustand von Bitcoin weniger in Bezug auf den Wert und mehr in Bezug auf die Reife.

„Ein wachsender Anteil des Angebots wird in langfristigem Besitz gehalten“, sagte Wisher. „Der Markt bewegt sich weg von ständigem Umschlag hin zu einer stabilen Haltebasis. In diesem Umfeld wird der Preis weniger von kurzfristigen Stimmungsschwankungen geformt als vielmehr von einer grundlegenden Realität: wie viel des Vermögenswerts tatsächlich zum Handel verfügbar ist.“

Die ‘Neue Normalität’ der Volatilität

Beide Experten sind sich einig, dass während sich der Markt entwickelt, dünnere Liquidität auf den Börsen eine ausdrucksstärkere Umgebung schafft. Benkitis behauptet, dass dünnere Orderbücher die “Aufwärtskonvexität” erhöhen, was bedeutet, dass selbst kleine Kaufströme die Preise aggressiv bewegen können.

Wisher sieht dies als eine “konstruktive” Entwicklung. „Die Bewegungen sehen schneller aus, aber der Markt reagiert auf echte Nachfrage, anstatt von handelsuninteressierten Transaktionen verwässert zu werden“, sagte er.

Auf die Frage, bei welchem Schwellenwert der Rückgang eine “Liquiditätskrise” für Marktmacher auslösen könnte, stellte Benkitis fest, dass die Börsenbestände ohne eine breitere Analyse der von Drittanbietern verwahrten Cold Wallets nicht die ganze Geschichte erzählen. Für Wisher ist das wahre Signal das Verhalten.

„Wenn das Engagement selbst unter Stress anhält, ist das ein Zeichen dafür, dass der Markt endlich erwachsen wird“, sagte Wisher.

FAQ 💡

  • Was hat sich 2025 für Bitcoin geändert? Es wandelte sich von einem spekulativen Asset zu einer globalen Finanzsäule.
  • Warum fallen die Börsenreserven? Institutionen und ETFs verlagerten BTC in langfristige Cold Storage.
  • Beeinflusst dies die Preissignale? Experten sagen, dass Liquidität jetzt wichtiger ist als einfache Börsenbestände.
  • Wie entwickelt sich die Volatilität? Dünnere Orderbücher machen die Preisbewegungen schärfer, aber sie sind an die echte Nachfrage gebunden.
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