Ein führender Zentralbanker warnt, dass die beschleunigte Verschmelzung von Kryptowährungen mit traditionellen Finanzsystemen Marktturbulenzen auslösen, das Vertrauen in Banken beeinträchtigen und die Kontrolle über souveräne Währungssysteme gefährden könnte.
Crypto könnte das öffentliche Vertrauen in Kredite untergraben, warnt Zentralbanker.

Zentralbanker warnt: Missverständene Krypto könnte Marktauswirkungen auslösen
Der Gouverneur der Bank von Italien, Fabio Panetta, der von 2020 bis 2023 im Vorstand der Europäischen Zentralbank (EZB) tätig war, gab eine starke Warnung vor dem zunehmenden Einfluss von Krypto-Assets während seiner Schlussbemerkungen bei der Vorstellung des Jahresberichts der Bank 2024 in Rom am 30. Mai ab.
Zum beschleunigten Zusammenspiel zwischen digitalen Vermögenswerten und traditionellen Finanzinstituten sagte Panetta: “Die Verbindung zwischen der Welt der Krypto-Assets und dem Finanzsystem wird international immer stärker.” Er verwies auf die zunehmende Zusammenarbeit zwischen Banken und Krypto-Unternehmen, Bitcoin-Bestände großer US-Unternehmen und das Vorhandensein von Bitcoin-fokussierten börsengehandelten Fonds (ETFs) als Beweis für vertiefte Verbindungen, die die systemische Exposition erhöhen könnten.
Panetta machte deutlich, dass diese Entwicklungen nicht ohne Folgen sind: “Diese Entwicklungen haben Auswirkungen auf das Risiko.” Besonders besorgt äußerte er sich über die reputationsbezogenen Auswirkungen für Banken, die krypto-bezogene Dienstleistungen anbieten, und sagte: “Die Risiken, die aus diesem Sektor entstehen, müssen sorgfältig überwacht werden, insbesondere die Reputationsrisiken, die mit der Bereitstellung von Krypto-Assets durch Banken verbunden sind.” Der Zentralbanker fügte hinzu:
Es besteht die Sorge, dass Inhaber von Krypto-Assets ihre Natur möglicherweise nicht vollständig verstehen und sie mit traditionellen Bankprodukten verwechseln, was bei Verlusten potenziell negative Auswirkungen auf das Vertrauen in das Kreditsystem haben könnte.
Er warnte auch, dass Stablecoins, wenn sie von großen Technologieplattformen vorangetrieben werden, inländische Zahlungssysteme verdrängen könnten, was die monetäre Souveränität und den Schutz persönlicher Daten gefährde.
Trotz der Auflistung dieser Gefahren argumentierte Panetta, dass Innovation mit ebenso anpassungsfähigen Lösungen beantwortet werden muss. Er wies die Vorstellung zurück, dass Vorschriften allein ausreichen würden, um den Kryptosektor sicher zu lenken, und erklärte:
Aber es wäre nachlässig zu glauben, dass die Entwicklung von Krypto-Assets nur durch Regeln und Einschränkungen kontrolliert werden kann.
“Was benötigt wird, ist eine Antwort, die der laufenden technologischen Transformation entspricht und in der Lage ist, die Nachfrage nach sicheren, effizienten und zugänglichen digitalen Zahlungsmitteln zu erfüllen, während gleichzeitig die Rolle des Zentralbankgeldes erhalten bleibt. Das Projekt des digitalen Euro entsteht genau aus diesem Bedarf”, sagte er. Der Gouverneur der Bank von Italien schloss, dass obwohl die Verordnung über Märkte für Krypto-Assets (MiCAR) der Europäischen Union wichtige Schutzmaßnahmen biete, größere internationale Koordination notwendig bleibe, um regulatorische Schlupflöcher und grenzüberschreitende Ausfälle zu verhindern.




