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Bundesgericht blockiert Trump-Zölle; Weißes Haus legt Berufung ein

Präsident Donald Trump legte Berufung gegen ein Bundesgerichtsurteil ein, das seine weitreichenden „Befreiungstag“-Zölle blockierte, und bereitete damit den Boden für einen hochkarätigen Rechtsstreit über präsidentielle Notstandsbefugnisse.

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Bundesgericht blockiert Trump-Zölle; Weißes Haus legt Berufung ein

Machttrennungskonflikt bei Zollberufung

Das US-amerikanische Gericht für internationalen Handel entschied am 28. Mai, dass Trump seine Befugnisse überschritten habe, indem er das International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) nutzte, um die Zölle zu erheben. Das Gericht stellte fest, dass das IEEPA, das normalerweise für Sanktionen verwendet wird, keine Zölle autorisiert und diese Befugnis ausschließlich dem Kongress obliegt.

Die Trump-Regierung legte unmittelbar nach der Entscheidung Berufung beim US-Berufungsgericht für den Federal Circuit ein. Weiße-Haus-Sprecher Kush Desai erklärte: „Es ist nicht Sache von nicht gewählten Richtern, zu entscheiden, wie ein nationaler Notstand richtig zu bewältigen ist.“ Der stellvertretende Stabschef Stephen Miller verurteilte die Entscheidung in den sozialen Medien als „justiziellen Staatsstreich“ und spiegelt damit die Haltung der Regierung wider, dass Gerichte präsidiale Notmaßnahmen nicht einschränken können.

Trump verkündete die Zölle am 2. April und erklärte das US-Handelsdefizit zu einer „ungewöhnlichen und außergewöhnlichen Bedrohung“, die einen nationalen Notstand rechtfertige. Die Politik führte einen allgemeinen Grundzoll von 10 % auf die meisten Importe ein, zusätzlich zu „gegenseitigen“ Zöllen von 11 % bis 50 % auf etwa 60 ausgewählte Länder.

Das Urteil ergab sich aus Klagen von kleinen Unternehmen, darunter der in Oregon ansässige Weinimporteur V.O.S. Selections, und einem von Oregon angeführten Bündnis von Bundesstaaten. Sie argumentierten, dass das Handelsdefizit die Notschwelle des IEEPA nicht erfülle und dass die Zölle verfassungswidrig den Kongress umgingen.

Ökonomen und Unternehmensgruppen warnten, die Zölle würden die Verbraucherpreise in die Höhe treiben. Der CEO von JPMorgan Chase, Jamie Dimon, bemerkte, sie würden zu inflationären Druck beitragen. Importeure sahen sich mit sofortigen Kostensteigerungen konfrontiert, wobei China mit massiven Tariferhöhungen konfrontiert war, was zu Marktunsicherheit und Neubewertungen der Lieferketten führte. Aktien, Krypto-Vermögenswerte und Edelmetall-Märkte haben alle auf Trumps Zollideen reagiert.

Die Berufung liegt nun beim Federal Circuit an. Rechtsexperten rechnen damit, dass der Fall letztendlich den Obersten Gerichtshof erreichen könnte, angesichts der bedeutenden verfassungsrechtlichen Fragen bezüglich der Exekutivgewalt in der Handelspolitik. Bestehende Zölle unter separater Autorisierung bleiben unberührt.