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Branchenverbände warnen, dass neue Krypto-Vorschriften kenianische Start-ups ins Ausland treiben könnten

Vertreter der kenianischen Branche warnen davor, dass die vorgeschlagenen Lizenzierungsvorschriften Start-ups ausschließen, den Markt auf finanzstarke Unternehmen konzentrieren und Nutzer dazu veranlassen könnten, auf Offshore-Plattformen auszuweichen.

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Branchenverbände warnen, dass neue Krypto-Vorschriften kenianische Start-ups ins Ausland treiben könnten

Strenge Lizenz- und Aufsichtsanforderungen

Kenyas Kryptowährungsbranche äußert Berichten zufolge Bedenken hinsichtlich eines Verordnungsentwurfs, der von Unternehmen verlangen würde, vor Erhalt einer Betriebslizenz erhebliche Beträge an eingezahltem Kapital vorzuhalten. Branchenvertreter sagen, die vorgeschlagenen Schwellenwerte könnten kleinere Start-ups aus dem Markt drängen und die Aktivitäten auf eine Handvoll finanzstarker Akteure konzentrieren.

Der vom Finanzministerium ausgearbeitete Entwurf der „Virtual Asset Service Providers (VASP) Regulations 2026“ legt die Lizenzanforderungen für Börsen, Wallet-Anbieter und Stablecoin-Emittenten fest. Dem Vorschlag zufolge müssten Stablecoin-Unternehmen über ein eingezahltes Kapital von bis zu 3,86 Millionen US-Dollar (500 Millionen kenianische Schilling) verfügen, während für andere Dienstleister geringere, aber dennoch erhebliche Anforderungen gelten. Die Vorschriften schreiben zudem vor, dass Unternehmen Kundengelder getrennt verwahren und sich der Aufsicht durch die Zentralbank von Kenia (CBK) und die Kapitalmarktaufsichtsbehörde (CMA) unterwerfen müssen.

Die Virtual Asset Association of Kenya (VAAK), die etwa 50 Unternehmen vertritt, warnte, dass die Kapitalanforderungen in Verbindung mit Versicherungs- und Compliance-Kosten das Risiko bergen, Start-ups vom formellen Markt auszuschließen. Nach Ansicht des Verbandes könnte dies Nutzer in Richtung Offshore- oder unregulierte Plattformen treiben und damit die Verbraucherschutzziele untergraben, die die Regulierungsbehörden erreichen wollen.

Innovation und Anlegerschutz in Einklang bringen

Im Oktober 2025 verabschiedeten die kenianischen Gesetzgeber den VASP-Gesetzentwurf, den Präsident William Ruto noch im selben Monat unterzeichnete. Obwohl das VASP-Gesetz rechtlich in Kraft ist, dient es als Rahmengesetz, was bedeutet, dass das Finanzministerium spezifische Vorschriften erarbeiten muss, bevor die Regierung mit der Lizenzierung von Unternehmen beginnen kann. Am 17. März 2026 stellte das Finanzministerium den Entwurf der Verordnung über Anbieter von Dienstleistungen im Bereich virtueller Vermögenswerte (Virtual Asset Service Providers Regulations) von 2026 vor. Interessengruppen und die Öffentlichkeit haben bis zum 10. April 2026 Zeit, Stellungnahmen einzureichen. Die kenianischen Behörden argumentieren, dass die Vorschriften notwendig sind, um Investoren zu schützen und Ordnung in einen Sektor zu bringen, der zwar rasant gewachsen ist, aber nach wie vor weitgehend unreguliert bleibt. Kenia gehört zu den Vorreitern Afrikas bei der Einführung von Fintech, und politische Entscheidungsträger sagen, dass strengere Regeln erforderlich sind, um Betrug und finanzielle Instabilität zu verhindern.

Kenia steht kurz vor dem bahnbrechenden Kryptogesetz, nachdem das Parlament das VASP-Gesetz verabschiedet hat.

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Nach Ablauf der öffentlichen Konsultationsphase werden das Finanzministerium und die behördenübergreifende Task Force die Vorschriften endgültig festlegen. Erst nach deren formeller Veröffentlichung im kenianischen Amtsblatt werden die CBK und die CMA damit beginnen, Lizenzanträge anzunehmen.

FAQ ❓

  • Was sind Kenias Entwürfe für VASP-Vorschriften? Es handelt sich um vorgeschlagene Regeln, die von Krypto-Unternehmen verlangen, vor der Lizenzierung über ein hohes eingezahltes Kapital zu verfügen.
  • Warum ist die Branche besorgt? Start-ups befürchten, dass die hohen Kapitalanforderungen sie aus dem Markt drängen und große Akteure begünstigen werden.
  • Was wollen die Regulierungsbehörden erreichen? Die Behörden erklären, die Vorschriften würden Investoren schützen und Kenias schnell wachsenden Kryptosektor stabilisieren.
  • Wie geht es weiter? Die öffentliche Konsultation läuft bis zum 10. April 2026; danach werden die endgültigen Vorschriften im Amtsblatt veröffentlicht und Lizenzen erteilt.
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