Das in London ansässige Mining-Unternehmen teilte mit, es habe ein „Practice Statement Letter“ veröffentlicht, das die wichtigsten Details seines Restrukturierungsplans darlegt und den ersten Schritt in einem formalen, gerichtlich überwachten Prozess markiert. Der Plan zielt darauf ab, die Schulden- und Eigenkapitalstruktur von Argo nach mehreren Jahren finanzieller Belastung neu zu organisieren.
Laut dem vorgeschlagenen Zeitplan wird am 5. November ein Anhörungstermin stattfinden, gefolgt von Gläubiger- und Aktionärsversammlungen am 28. November und einer gerichtlichen Genehmigungsanhörung am 8. Dezember. Bei Genehmigung wird das Delisting von Argo an der LSE am 9. Dezember um 8 Uhr morgens wirksam, wobei der letzte Handelstag auf den 8. Dezember festgelegt ist.
Das Unternehmen erklärte, dass das Delisting es von den britischen Regulierungs- und Offenlegungspflichten entlasten wird, einschließlich der Anforderungen nach der Marktmissbrauchsverordnung und dem Übernahmecode, obwohl letzterer noch zwei Jahre nach der Dekotierung anwendbar bleibt.
Gemäß den Bedingungen des Restrukturierungsplans wird der größte Gläubiger von Argo, Growler Mining LLC, 87,5% des Unternehmenskapitals übernehmen. Anleihegläubiger werden 10% im Austausch für ihre Schulden erhalten, während bestehende Aktionäre mit nur 2,5% des rekapitalisierten Unternehmens übrig bleiben. Argo erklärte, es habe bereits 5,38 Millionen US-Dollar von einer gesicherten Kreditfazilität in Höhe von 7,5 Millionen US-Dollar mit Growler abgerufen.
Argo wurde 2017 gegründet und gehörte zu der ersten Welle von Bitcoin-Mining-Unternehmen, die an die Börse gingen. Es debütierte 2018 an der LSE und fügte 2021 eine Nasdaq-Notierung hinzu. Während des Bullenmarktes 2021 ging das Unternehmen erhebliche Hebelfinanzierungen ein, um seine Expansion zu finanzieren, einschließlich seines Helios-Rechenzentrums in Texas. Doch als die Bitcoin-Preise 2022 einbrachen, verkaufte Argo die Helios-Einrichtung an Galaxy Digital, um einen Teil seiner Schulden zu tilgen.
Der Verkauf ließ Argo mit einer Flotte von Antminer S19j Maschinen zurück – einst High-End, aber jetzt weitgehend veraltet – deren Rentabilität nach der Halbierung der Bitcoin-Blockbelohnungen im April 2024 stark zurückging. Die alternde Ausrüstung und steigende Hosting-Gebühren haben es dem Unternehmen zunehmend erschwert, seine Schuldenlast zu tragen, was die aktuelle Restrukturierung veranlasst hat.