Südkoreanische Abgeordnete werfen erneut das Drehbuch zur Krypto-Besteuerung über den Haufen – diesmal mit dem Vorschlag, die Abgabe gänzlich zu streichen, bevor sie überhaupt in Kraft treten kann.
Bericht: Gesetzentwurf zielt auf die Abschaffung der südkoreanischen Steuer auf digitale Vermögenswerte in Höhe von 22 % ab

Kurswechsel in der südkoreanischen Kryptopolitik könnte Steuerlast vollständig beseitigen
Laut der regionalen Nachrichtenpublikation Digital Asset hat die südkoreanische Oppositionspartei einen Gesetzentwurf eingebracht, um die geplante Steuer von 22 % auf Gewinne aus Kryptowährungen vollständig aufzuheben – eine Regelung, die bereits mehrfach verschoben wurde und derzeit am 1. Januar 2027 in Kraft treten soll.
Der am 19. März 2026 eingereichte Vorschlag markiert die jüngste Wendung in einer jahrelangen Saga, in der Regulierungsbehörden, Politiker und Investoren in einem Tauziehen darüber verwickelt sind, wie – oder ob – Gewinne aus digitalen Vermögenswerten besteuert werden sollen.
Im Mittelpunkt der Debatte steht eine erstmals 2020–2021 eingeführte Pauschalsteuer, die eine nationale Steuer von 20 % sowie eine lokale Steuer von 2 % auf jährliche Gewinne von mehr als 2,5 Millionen koreanischen Won – etwa 1.700 bis 1.900 US-Dollar – vorsieht.
Die Politik war alles andere als stabil. Ursprünglich sollte sie bereits 2022 in Kraft treten, wurde jedoch seitdem dreimal verschoben – zunächst auf 2023, dann auf 2025 und zuletzt auf 2027 im Rahmen des Steuerreformgesetzes 2025 des Landes.
Bis März 2026 bleiben Krypto-Gewinne unversteuert, was Investoren in eine seltsame Schwebesituation versetzt, in der die Regeln bekannt sind, die Infrastruktur aufgebaut wird, aber die Ziellinie sich ständig verschiebt. Nun kommt der neue Gesetzentwurf der People Power Party ins Spiel, angeführt von Abgeordneten Song Eon-seok, der darauf abzielt, alle Bestimmungen zur Besteuerung digitaler Vermögenswerte aus dem Einkommensteuergesetz zu streichen – nicht zu verschieben, nicht zu überarbeiten, sondern zu löschen.
Die Begründung liest sich wie eine Checkliste langjähriger Missstände. Die Gesetzgeber argumentieren, dass die Besteuerung von Kryptowährungen bei gleichzeitiger Abschaffung allgemeinerer Steuern auf Finanzinvestitionen im Jahr 2024 ungleiche Wettbewerbsbedingungen schafft und Investoren in digitale Vermögenswerte faktisch einer härteren Behandlung aussetzt.
Sie verweisen zudem auf Klassifizierungsprobleme. Da virtuelle Vermögenswerte im Inland und nach einigen Auslegungen auch von US-Aufsichtsbehörden als Rohwaren behandelt werden, könnte die Anwendung sowohl der Mehrwertsteuer in bestimmten Fällen als auch der Einkommensteuer einer Doppelbesteuerung gleichkommen – ein Konzept, das Investoren in der Regel abschreckt.
Dann ist da noch die praktische Seite. Die Nachverfolgung von Anschaffungskosten, insbesondere für ausländische Teilnehmer oder Vermögenswerte, die plattformübergreifend bewegt werden, ist keine leichte Aufgabe, und Kritiker sagen, die Durchsetzung könnte eher Theater als Funktion werden.
Ironischerweise ist die Durchsetzung bereits im Gange. Südkoreas Nationale Steuerbehörde baut Berichten zufolge ein rund 3 Milliarden Won teures, KI-gestütztes Überwachungssystem auf, das Transaktionen nachverfolgen, Steuerhinterziehung aufdecken und Gewinne berechnen soll; ein Pilotprojekt wird für November 2026 erwartet, die vollständige Einführung bis zum Jahresende. Das wirft eine heikle Frage auf: Was passiert, wenn die Steuer gerade dann verschwindet, wenn die Maschinerie zu ihrer Durchsetzung in Betrieb geht?
Derzeit steht die Aufhebung vor einer steilen politischen Hürde. Die regierende Demokratische Partei hat signalisiert, dass sie den Gesetzentwurf prüfen wird, hat jedoch keine starke interne Dynamik erkennen lassen, sodass sein Schicksal von der parteiübergreifenden Abstimmung und weiterreichenden legislativen Prioritäten abhängt. Sollte die Maßnahme verabschiedet werden, würde sie eines der strengeren Krypto-Steuerregelwerke unter den großen Märkten beseitigen, noch bevor es überhaupt in Kraft tritt, was möglicherweise den inländischen Handel ankurbeln und regulatorische Reibungsverluste verringern könnte.

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Sollte sie scheitern, wird der Countdown auf 2027 zurückgesetzt, wenn Investoren schließlich mit einem Steuersystem konfrontiert werden könnten, das sich seit Jahren im Vorab-Modus befindet. So oder so entwickelt sich Südkoreas Ansatz in der Kryptopolitik weiterhin in Schüben weiter und spiegelt eine größere globale Spannung zwischen Innovation, Besteuerung und der einfachen Frage wider, wer zahlt – und wann.
FAQ 🔎
- Wie sieht die geplante Kryptosteuer in Südkorea aus? Eine Steuer von 22 % auf jährliche Krypto-Gewinne über 2,5 Millionen Won, geplant für 2027.
- Warum versuchen die Gesetzgeber, diese abzuschaffen? Sie argumentieren, dass dies eine ungerechte Behandlung im Vergleich zu anderen Finanzanlagen darstellt und zu einer Doppelbesteuerung führen könnte.
- Werden Kryptowährungen derzeit in Südkorea besteuert? Nein, Gewinne aus Kryptowährungen bleiben bis März 2026 unversteuert.
- Wann wird eine endgültige Entscheidung getroffen? Der Gesetzentwurf zur Aufhebung muss die Nationalversammlung passieren, wobei der Zeitpunkt von politischen Verhandlungen abhängt.




