Die australische Wertpapieraufsichtsbehörde verklagt die lokale Tochtergesellschaft von Binance wegen angeblicher Fehlklassifizierung von 505 Einzelhandelsinvestoren als Großhandelskunden.
Australiens ASIC verklagt Binance wegen falscher Einstufung von 505 Einzelanlegern
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Falsch klassifizierte Retail-Nutzer
Die australische Wertpapieraufsichtsbehörde verklagt die lokale Tochtergesellschaft von Binance wegen angeblicher Fehlklassifizierung von 505 Einzelhandelsinvestoren als Großhandelskunden, wodurch ihnen angemessene Verbraucherschutzmaßnahmen vorenthalten wurden. In ihrer Klage, die beim Bundesgericht eingereicht wurde, behauptet die Australian Securities and Investments Commission (ASIC), dass die Fehlklassifizierung vom 7. Juli 2022 bis zum 21. April 2023 stattgefunden habe.
Laut einer Erklärung vom 18. Dezember seien bis zu 83% der Nutzer von Binance Australia Derivatives betroffen. Zu der Entscheidung der Aufsichtsbehörde, die Kryptowährungsplattform zu verklagen, sagte die stellvertretende Vorsitzende der ASIC, Sarah Court:
Unser Fall behauptet, dass die Compliance-Systeme von Binance katastrophal unzureichend waren und mehr als 500 Kunden spekulativen Hochrisikoprodukten ausgesetzt wurden, ohne dass der richtige Verbraucherschutz gewährleistet war. Viele dieser Kunden erlitten erhebliche finanzielle Verluste. Im Jahr 2023 überwachten wir Entschädigungszahlungen von Binance in Höhe von etwa 13 Millionen USD an betroffene Kunden.
Sie fügte hinzu, dass die mit Krypto-Derivatprodukten verbundenen inhärenten Risiken es erforderlich machen, dass Betreiber Einzelhandelsnutzer korrekt klassifizieren. Dies stellt sicher, dass sie den erforderlichen Verbraucherschutz erhalten. Darüber hinaus bietet eine korrekte Klassifizierung den Nutzern die richtigen Informationen, um fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.
Wie in der Erklärung der ASIC dargelegt, verpflichten australische Finanzdienstleistungsgesetze Betreiber wie Binance, Einzelhandelskunden, die mit Krypto-Derivaten handeln, wesentlichen Schutz zu bieten. Dazu gehört das Recht auf eine Produktinformationsbroschüre, Zugang zur Streitbeilegung und eine Zielmarktbestimmung durch den Anbieter.
Die Bestätigung der Aufsichtsbehörde für die Verfolgung der australischen Tochtergesellschaft von Binance kommt nur wenige Tage nach einer gerichtlichen Entscheidung zu ihren Gunsten im Fall gegen Kraken. Wie von Bitcoin.com News berichtet, wurde Kraken mit einer Geldstrafe von 5,1 Millionen USD belegt, weil sie ein Margin-Lending-Produkt australischen Kunden ohne Zielmarktbestimmung angeboten hatten.
Unterdessen bekräftigte die stellvertretende Vorsitzende der ASIC die Behauptung der Aufsichtsbehörde, dass viele digitale Assets und verwandte Produkte unter das geltende Recht fallende Finanzprodukte sind. Sie fügte hinzu, dass der laufende Konsultationsprozess darauf abzielt, mehr regulatorische Klarheit zu schaffen.




